Operative Therapie
Penisverkrümmung (Penisdeviation)

Operative Verfahren sollten nur bei starker funktioneller Beeinträchtigung d. h. starke Penisverkrümmung mit erheblichen Problemen bei der Kohabitation (Beischlaf), zum Einsatz kommen. Vor dem operativen Eingriff muss gewährleistet sein, dass ein Krankheitsstillstand von ca. 6-12 Monaten vorliegt.

1. Ordnung (bei Induratio penis plastica)

  1. Operation nach Nesbit (Rafftechnik): auf der längeren, konvexen ("nach außen gewölbten") Seite der Penisverkrümmung am punctum maximum der Biegung, wird ellipsenförmig die Tunica albuginea (bindegewebige Hülle um die Schwellkörper) entfernt und der Defekt mit Raffnähten geschlossen. Dadurch wird die längere Penisseite der kürzeren (konkaven) Seite angepasst und damit der Penis begradigt. 
  2. Das Operationsverfahren hat keinen Einfluss auf die distale Einengung der Schwellkörpers (sog.  sanduhrförmige Einziehung in der Penismitte), d. h. korrigiert dieses nicht.
  3. Operation nach Ebbehoj bzw. Essed/Schröder (Rafftechnik): im Gegensatz zum zuerst beschriebenen Operationsverfahren werden hier nicht aus dem Schwellkörper Hautkeile entnommen, sondern die Schwellkörperhaut wird durch Raffnähte lediglich gerafft.
  4. Beseitigung der Penisverbiegung durch Plaqueexzision mit plastischer Deckung des Defektes (Grafting-Terchnik): Bei dieser Operationstechnik erfolgt die Schnittführung durch die Plaques hindurch auf der konkaven d. h. auf der kürzeren Seite der Penisverkrümmung. Auf diese Weise kann der Penis aufgerichtet werden und die kürzere, konkave Seite wird so der langen konvexen Seite angepasst. Das zum Grafting verwendete Material dient zum Decken entstehender Defekte bei der Exzision (chirurgischen Entfernung) der Plaques (Knoten). Beim Grafting kommt zur Verwendung körpereigenes Material (z. B. Vena saphena magna (größte oberflächliche Vene der unteren Extremität), Mundschleimhaut oder eine Dorsalvene des Penis).
  5. Implantation einer hydraulischen Penisprothese (hydraulisches Schwellkörperimplantat): die Pumpe wird dabei im Hodensack implantiert (eingepflanzt) und ist mit einem Wasserballon, der im Bauchraum untergebracht ist, und dem Schwellkörperimplantat im Penis verbunden. 
  6. Indikation: gleichzeitiges Vorliegen von Induratio penis plastica, Penisdeviation und erektiler Dysfunktion/Erektionsstörung (die auf Phosphodiesterase-Hemmer (PDE-Hemmer) nicht oder schlecht anspricht).

Weitere Hinweise

  • Nach Beseitigung der Penisverbiegung durch Plaqueexzision mit plastischer Deckung des Defektes (Grafting-Terchnik) sollte ab der zweiten postoperativen Woche eine Behandlung mittels Vakuumerektionssystemen durchgeführt werden, um einer Schrumpfung des Graftmaterials entgegenzuwirken.
     
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