Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medizingerätediagnostik
Osteosarkom

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Konventionelle Röntgenaufnahme der betroffenen Körperregion, in zwei Ebenen – um das Ausmaß des Tumorwachstums und ggf. Skip-Metastasen (zweiter kleinerer Tumorherd, der anatomisch von dem Primärtumor auf derselben Körperseite im selben Knochen oder über ein Gelenk hinaus im gegenüberliegenden Knochen lokalisiert ist) zu beurteilen, das heißt, der gesamte befallene Knochen und die benachbarten Gelenkregionen sollen erfasst werden
  • Computertomographie (CT; schnittbildgebendes Verfahren (Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen mit rechnerbasierter Auswertung)) – zwecks Bestimmung der Lage, Größe und Ausdehnung des Tumors (Knochendestruktion/Knochenzerstörung?), Wachstumsgeschwindigkeit (Aggressivität)
  • Magnetresonanztomographie (MRT; computergestütztes Schnittbildverfahren (mittels magnetischer Felder, das heißt ohne Röntgenstrahlung)) – zwecks Bestimmung der Lage, Größe und Ausdehnung des Tumors (Weichteilinfiltration? intramedulläre Ausbreitung im Knochenmark? Befall des Spinalkanals (Wirbelkanal)?)
  • ggf. Positronenemissionstomographie (PET; Verfahren der Nuklearmedizin, mit dem die Erstellung von Schnittbildern lebender Organismen durch die Visualisierung der Verteilungsmuster schwach radioaktiver Substanzen ermöglicht wird) – als Ausgangsuntersuchung zur Beurteilung des Ansprechens auf die Therapie

Ausbreitungsdiagnostik ("Staging") (Metastasierung?) – wenn sich die Verdachtsdiagnose eines Osteosarkoms bestätigt hat

  • Computertomographie des Thorax (Thorax-CT) – zum Nachweis von Fernmetastasen in der Lunge
  • Röntgenaufnahme des Thorax (Röntgen-Thorax/Brustkorb), in zwei Ebenen – zum Nachweis von Fernmetastasen in der Lunge
  • Skelettszintigraphie (nuklearmedizinisches Verfahren, das funktionelle Veränderungen des Skelettsystems darstellen kann, in dem regional (örtlich) pathologisch (krankhaft) erhöhte bzw. verminderte Knochenumbauprozesse vorliegen) – zum Nachweis von Fernmetastasen in anderen Bereichen des Skeletts
  • ggf. Positronenemissionstomographie (PET) – zum Nachweis von Fernmetastasen

Lodwick-Klassifikation

Mittels der Lodwick-Klassifikation lässt sich auf einem Röntgenbild einschätzen, ob der Tumor benigne (gutartig) oder maligne (bösartig) ist. Des Weiteren eignet sie sich zur Verlaufsbeurteilung bei aggressivem Verhalten des Tumors.

Ein Index für die Wachstumsgeschwindigkeit des Knochentumors oder eines entzündlichen Prozesses ist die auf dem Röntgenbild sichtbare Reaktion, das heißt die Knochenstruktur wird durch den Tumor lokal, regional oder diffus modifiziert. Die sichtbaren Destruktionsmuster werden in folgende Hauptgruppen eingeteilt:

Grad Wachstumsgeschwindigkeit  Knochendestruktion Dignität* Knochentumoren
Grad I



rein geographisch (umschrieben); Grenze definierbar

   
  • A
sehr langsam wachsend  Sklerose (krankhafte Verhärtung von hier: Geweben) und scharfe Grenze benigne Chondroblastom, Enchondrom, Fibröse Knochendysplasie, Nichtossifizierendes Fibrom, Osteoidosteom
  • B
langsam wachsend (verdrängend) Knochenauftreibung > 1 cm und/oder keine Sklerose aktiv benigne Riesenzelltumor
  • C
mittlere Wachstumsgeschwindigkeit
(lokal invasiv)
totale Kompaktapenetration (Kompakta = äußere Randschicht des Knochens) aggressiv benigne Chondro-, Osteo-, Fibrosarkome
Grad II schnell wachsend geographisch, mit mottenfraßartiger/permeativer (ohne Respektierung anatomischer Grenzen) Komponente überwiegend maligne Chondrosarkom, Fibrosarkom, malignes fibröses Histiozytom, Metastasen, Osteosarkom 
Grad III sehr schnell wachsend rein mottenfraßartige oder permeative Destruktion maligne Ewing-Sarkom

*biologisches Verhalten von Tumoren; also ob sie benigne (gutartig) oder maligne (bösartig) sind

Besonders geeignet ist die Klassifikation für Tumoren eines Röhrenknochens oder kleinen Knochens. Sie ist aber weder sensitiv noch spezifisch, sodass in der Regel auf weitere diagnostische Maßnahmen nicht verzichtet werden kann.

     
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