Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Labordiagnostik
Monoklonale Gammopathie

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen

  • Kleines Blutbild [Plasmozytom/multiples Myelom: normochrome Anämie (Blutarmut), Leukopenie (verminderte Anzahl von weißen Blutkörperchen) und Thrombozytopenie (verminderte Anzahl von Blutplättchen); final kann es zu einer Panzytopenie (Synonym: Trizytopenie: Verminderung aller drei Zellreihen im Blut; Stammzellerkrankung) kommen]
  • Differentialblutbild
  • Entzündungsparameter – CRP (C-reaktives Protein) bzw. BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) [Plasmozytom/multiples Myelom: ↑↑↑]
  • Calcium [Plasmozytom/multiples Myelom: ↑]
  • Urinstatus (Schnelltest auf: pH-Wert, Leukozyten, Nitrit, Eiweiß, Blut), Sediment, ggf. Urinkultur (Erregernachweis und Resistogramm)
  • Nierenparameter – Harnstoff, Kreatinin, ggf. Cystatin C bzw. Kreatinin-Clearance [Anstieg der Nierenretentionsparameter]
  • Gesamteiweiß im Blutserum
  • Serumelektrophorese / M-Gradient
  • Immunfixations-Elektrophorese
  • Quantitative Immunglobulinbestimmung (IgA, IgD, IgE, IgG, IgM)
  • Quantitative Kappa-Lambda-Leichtketten-Bestimmung 
  • Harnsäure

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Differenzierung der Proteine im Urin
  • Bence-Jones-Proteine im Urin [Nachweis bei Plasmozytom/multiples Myelom]
  • Beta-2-Mikroglobulin (β2-Mikroglobulin) [hohe Werte sind prognostisch eher ungünstig]
  • LDH
  • Knochenmarkpunktion mit histologischer Aufarbeitung [Anteil von mehr als 10 % Plasmazellen gilt als ungünstiger Prognosefaktor]

Diagnosekriterien zur Differentialdiagnostik des symptomatischen Multiplen Myeloms (MM) vom „Smouldering (asymptomatischen) MM“ und der Monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS):

  MGUS* Smouldering MM Symptomatisches MM (behandlungspflichtig)
Monoklonales Protein  < 30 g/l im Serum ≥ 30 g/l im Serum, geringe Mengen (< 1 g/24h) im Urin möglich 
vorhanden im Serum und/oder Urin
    und /oder
Prozentualer Anteil der monoklonalen Plasmazellen im Knochenmark < 10 % ≥ 10 % > 10 % oder Plasmozytom und
Organschädigung nach CRAB-Kriterien (s. u.) keine keine Organschädigung liegt vor

*Ein MGUS (s. u.) geht in ca. 1 % der Fälle in ein Plasmozytom über.

Eine Myelomerkrankung ist behandlungspflichtig, wenn mindestens eines der CRAB-Kriterien erfüllt ist. Das Akronym CRAB steht für:

  • C = Calciumkonzentration im Serum > 10,5 mg/dl
  • R = Niereninsuffizienz (Prozess, der zu einer langsam fortschreitenden Verringerung der Nierenfunktion führt) (Kreatinin > 2 mg/dl)
  • A = Anämie (Hämoglobinkonzentration < 10 g/dl oder 2 g/dl unter dem Normwert)
  • B = Osteopathie (Osteolysen (Knochenabbau) und/oder Osteoporose (Knochenschwund))

Weitere Hinweise

  • Monoklonale Gammopathie unklarer Signifkanz (MGUS) – Präkanzerose für lymphoproliferative Erkrankungen wie Multiples Myelom oder Morbus Waldenström; Paraproteinämie mit monoklonalen IgM-Globulinen, ohne dass histologisch eine Infiltration des Knochenmarks mit Plasmazellen oder Lymphomzellen vorliegt (also kein Plasmozytom/Multiples Myelom oder Morbus Waldenström besteht); in den USA findet sich bei 3,2 % der über 50-Jährigen und 5,3 % der über 70-Jährigen eine monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) [1]; geht pro Jahr in 1,5 % der Fälle in eine lymphoproliferative Erkrankung über
    Beachte: Eine MGUS kann über 30 Jahre bestehen, bevor es zu einer klinischen Erkrankung kommt [2]; bei diesen Patienten ist im Bereich der Gammaglobuline eine zusätz­liche Zacke zu erkennen, der „M-Gradient“. Dieser weist auf die Ausbreitung von Zellklonen im Knochenmark hin.

Literatur

  1. Kyle RA et al.: Prevalence of monoclonal gammopathy of undetermined significance. N Engl J Med. 2006 Mar 30;354(13):1362-9.
  2. Kyle RA et al.: Long-Term Follow-up of Monoclonal Gammopathy of Undetermined Significance. N Engl J Med 2018; 378:241-249 January 18, 2018 doi: 10.1056/NEJMoa1709974

 


     
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