Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medizingerätediagnostik
Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Abdomensonographie (Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane; hier: Pankreassonographie/Ultraschalluntersuchung der Bauchspeicheldrüse) – zur Basisdiagnostik [häufigster maligner (bösartiger) Tumor des Pankreas: duktales Adenokarzinom; dieses zeigt sich sonographisch echoarm, unregelmäßig und polyzyklisch begrenzt; wg. Pankreaszyste s. u.]
  • Endosonographie (endoskopischer Ultraschall (EUS); Ultraschalluntersuchung, die von innen durchgeführt wird, d. h., dass der Ultraschallkopf mittels eines Endoskops (optisches Instrument) direkt mit der inneren Oberfläche (beispielsweise der Schleimhaut des Magens/Darms) in Kontakt gebracht wird.): erkennt potentielle Läsionen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) vom Duodenum (Zwölffingerdarm) aus zur Basisdiagnostik
  • Computertomographie (CT) des Abdomens (Abdomen-CT) – zum Ausschluss von Metastasen
  • Magnetresonanztomographie (Abdomen-MRT) – als "One-Stop-Shop" zur genauen Bestimmung des Ausmaßes der Erkrankung
  • Röntgenaufnahme des Thorax (Röntgen-Thorax/Brustkorb), in zwei Ebenen – zum Ausschluss von Metastasen
  • Skelettszintigraphie (nuklearmedizinisches Verfahren, das funktionelle Veränderungen des Skelettsystems darstellen kann, in dem regional (örtlich) pathologisch (Krankhaft) erhöhte bzw. verminderte Knochenumbauprozesse vorliegen) – zum Ausschluss von Knochenmetastasen

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligaten Medizingerätediagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP; nicht-invasives (nicht in den Körper eindringendes) bildgebendes Verfahren zur Darstellung der Gallen- und Pankreasgänge) – als Screeningverfahren
  • Positronenemissionstomographie (PET; Verfahren der Nuklearmedizin, mit dem die Erstellung von Schnittbildern lebender Organismen durch die Visualisierung der Verteilungsmuster schwach radioaktiver Substanzen ermöglicht wird) – zum frühen Nachweis des Tumors
  • Magen-Darm-Passage zur Bestimmung von Veränderungen im Magen-Darm-Bereich
  • Zöliakographie zur Bestimmung der Gefäßbeteiligung im Bereich des Truncus coeliacus
  • Splenoportographie zur Bestimmung der Gefäßbeteiligung im Bereich von Milz und Pfortader
  • Endoskopische retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP) ggf mit Stenteinlage zur Galleableitung bei Cholangitis (Entzündung der Gallewege)

Pankreaskarzinom-Screening

  • Evidenzreport der „United States Preventive Services Task Force“ (USPSTF): Das vom US-Ge­sund­heits­mi­nis­terium eingesetzte Expertengremium rät in seiner aktuellen Empfehlung wegen der Risiken von falsch-positiven Ergebnissen ausdrücklich von einem Screening ab (D-Empfehlung) [2].
  • Bei Patienten mit erhöhtem Risiko (z. B. Träger von Genmutationen; BRCA 1 und 2 und Varianten in den Genen p16/CDKN2A, PALB2, STK11, ATM, PRSS1 sowie die Gene für DNA-Mismatch-Reparaturproteine) und bei älteren Patienten, die neu an einem Diabetes mellitus erkrankt sind, erscheint eine Früherkennung sinnvoll. Bei letzterer Risikogruppe ist das Risiko für ein Pankreaskarzinom bis zur 8-fach erhöht.

Umgang mit Pankreaszysten 

Die intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie (IPMN; primär intraduktal ("innerhalb eines (Drüsen)gangs gelegen") wachsender epithelialen Pankreastumor (Bauchspeicheldrüsentumor), der aus muzinösen ("schleimartige") Zellen besteht) und muzinös zystische Neoplasien/Neubildungen (MCN) sind die einzigen Pankreasläsionen (Bauchspeicheldrüsen Veränderung) mit Potential zur malignen Entartung. Als Risikofaktoren gelten folgende Warnzeichen [1]:

  • Zyste ≥ 3 cm mit verdickter Zystenwand
  • Erweiterung des Pankreashauptgangs auf 5-9 mm
  • nicht Kontrastmittel-aufnehmende, wandständige Noduli (kleine Knoten)
  • abrupte Pankreasgangveränderungen mit distaler Pankreasatrophie

Bei IPMN mit Hauptgangerweiterung oder mit muralem Knoten muss von einer malignen Transformation (bösartige Umwandlung) in bis zu 90 % der Fälle ausgegangen werden. 

Bei Vorliegen zystischer Pankreaskopfläsionen und Verschlussikterus (Gelbsucht (Ikterus), die durch Rückstau der Galle infolge eines Abflusshindernisses zustande kommt) sowie bei Erweiterung des Hauptganges auf über 10 mm besteht ein hohes Risiko. Diese Patienten müssen sofort operiert werden.

Prozedere: Zunächst engmaschige Kontrollintervalle (6 Monate); bei stabiler Situation ggf. jährlich [1].
Beachte: Auch kleine Zysten verändern sich lebenslang; Zystenwachstum von mehr als 2 mm pro Jahr stellt ein hohes Malignitätrisiko dar;

Leitlinien

  1. The European Study Group on Cystic Tumours of the Pancreas: European evidence-based guidelines on pancreatic cystic neoplasms. Gut 2018; 67: 789-804
     
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