Einleitung
Polymyalgia rheumatica

Die Polymyalgia rheumatica (PMR; Synonyme: Polymyalges Schmerzsyndrom; Polymyalgia; Polymyalgia arteriitica; Polymyalgia idiopathica; gr./lat. rheumatischer Vielmuskelschmerz; ICD-10 M35.3: Polymyalgia rheumatica) bezeichnet eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Sie gehört zur Gruppe der Vaskulitiden (Gefäßentzündung).

Die Polymyalgia rheumatica kann im Rahmen einer Riesenzellarteriitis (RZA; Synonyme: Arteriitis temporalis; Horton-Magath-Brown-Syndrom; kranielle Arteriitis; Morbus Horton; Polymyalgia arteriitica; Polymyalgia arteriitica mit Riesenzellen; Polymyalgia rheumatica; Riesenzellarteriitis a.n.k.; Riesenzellarteriitis bei Polymyalgia rheumatica; Riesenzellarteriitis bei rheumatischer Polymyalgie; ICD-10 M31.5: Riesenzellarteriitis bei Polymyalgia rheumatica, M31.6: Sonstige Riesenzellarteriitis) auftreten. Dies bezeichnet eine Entzündung mittelgroßer und großer Arterien.

Einige Autoren sprechen bei der Polymyalgia rheumatica und der Riesenzellarteriitis (RZA) von einer Erkrankung mit unterschiedlicher Ausprägung.

Geschlechterverhältnis: Männer zu Frauen beträgt 1 : 3.

Häufigkeitsgipfel: Das Maximum des Auftretens der Polymyalgia rheumatica liegt jenseits des 60. Lebensjahrs.
Die Krankheit tritt fast ausschließlich bei Menschen oberhalb des 50. Lebensjahres auf.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) der Polymyalgia rheumatica beträgt ca. 50 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Nordeuropa).
Die Inzidenz der Riesenzellarteriitis (RZA) beträgt bei Patienten über dem 50. Lebensjahr 3,5 pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Nordeuropa. Es besteht in Europa ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Sie ist die häufigste systemische Vaskulitis (Blutgefäßentzündung).

Verlauf und Prognose: Die Polymyalgia rheumatica geht mit starken Muskelschmerzen einher, die üblicherweise beidseitig auftreten und meist nachts oder morgens am stärksten sind. In etwa 40-50 % der Fälle tritt zeitgleich eine Arteriitis temporalis (Entzündung der Schläfenschlagader) auf. Mittels adäquater Pharmakotherapie (medikamentöse Behandlung), in der Regel kommt Prednisolon (ein synthetisches Glucocorticoid/Hormone aus der Nebennierenrinde) zum Einsatz, bessern sich bei den Betroffenen in wenigen Tagen die Beschwerden. Die Polymyalgia rheumatica tritt häufig rezidivierend (wiederkehrend) auf. Die Rezidivrate liegt bei circa 30 %. Eine Erhaltungstherapie von mindestens einem Jahr kann mit dazu beitragen, das Rezidivrisiko zu senken.

Die Angaben zur Krankheitsdauer schwanken zwischen 1-3 Jahren bei häufig notwendiger Therapiefortführung über mehr als 5 Jahre.
Die Prognose der Polymyalgia rheumatica hinsichtlich einer vollständigen Ausheilung ist günstig.

Komorbidität (Begleiterkrankung): Die Polymyalgia rheumatica ist in 20-50 % der Fälle mit der Riesenzellarteriitis assoziiert.

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Behandlung der Polymyalgia rheumatica. (AWMF-Registernummer: 060 - 006), Dezember 2017 Langfassung

     
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