Einleitung
Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur)

Die Kreuzbandruptur (Synonyme: Kreuzbandläsion; Kreuzbandriss; Kreuzbandschaden; KB-Ruptur; ICD-10-GM S83.50: Nicht näher bezeichnetes Kreuzband: Kreuzbandriss o.n.A.) bezeichnet eine partielle (unvollständige) oder komplette (vollständige) Ruptur (Riss) eines oder beider Kreuzbänder (im Knie).

Nach dem ICD-10-GM können die folgenden Formen unterschieden werden:

  • ICD-10-GM S83.50: Nicht näher bezeichnetes Kreuzband: Kreuzbandriss o.n.A.
  • ICD-10-GM S83.53: Riss des vorderen Kreuzbandes (VKB; Ligamentum cruciatum anterius), partiell oder komplett
  • ICD-10-GM S83.54: Riss des hinteren Kreuzbandes (HKB; Ligamentum cruciatum posterius), partiell oder komplett

Verletzungen an den Bändern im Knie machen ca. 40 % aller klinisch relevanten Knieverletzungen aus. Von diesen 40 % sind zwei Drittel Kreuzbandrupturen. Das vordere Kreuzband reißt in etwa zehnmal häufiger als das hintere.
Bei jeder dritten Kreuzbandruptur ist der Meniskus mit beschädigt.

Die häufigsten Kreuzbandrupturen treten in Deutschland bei den Sportarten Fußball, Handball und Skifahren (alpin) auf.

Über 70 % der Rupturen des vorderen Kreuzbandes entstehen ohne Fremdeinwirkung, z. B. bei der Landung nach einem Sprung oder bei einem schnellen Richtungswechsel (z. B. beim Handball).

Geschlechterverhältnis: Männer zu Frauen beträgt 1 : 2-8 (wahrscheinlich bedingt durch anatomische Unterschiede, Hormone oder Trainingstechniken).

Häufigkeitsgipfel: Die vordere Kreuzbandruptur tritt vorwiegend zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) der vorderen Kreuzbandruptur beträgt ca. 0,5-1 Erkrankung pro 1.000 Einwohner pro Jahr (in Mitteleuropa und USA).

Verlauf und Prognose: Bei der Ruptur (Riss) des vorderen Kreuzbandes (VKB) muss die Notwendigkeit einer Behandlung in Abwägung von Alter, sportlicher Belastung, Symptomatik, weiterer Erkrankungen u. v. m. individuell festgelegt werden. Häufig ist eine operative Therapie notwendig. 
Nicht jede Ruptur des hinteren Kreuzbandes (HKB) muss operiert werden. Eine gleich erkannte Ruptur des hinteren Kreuzbandes kann mittels einer PTS-Schiene (PTS = posterior tibial support = hintere Schienenbein-Unterstützung) behandelt werden. Die operative Therapie ist im Regelfall eine PCL-Ersatzplastik (PCL = posterior cruciate ligament; siehe dazu unter operative Therapie).
Die Prognose ist relativ gut: Ein Drittel der Betroffenen erreicht durch Muskeltraining gute Ergebnisse. Ein Drittel muss sich in seinen Aktivitäten einschränken. Bei einem Drittel kommt es zu Komplikationen.

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: Vordere Kreuzbandruptur. (AWMF-Registernummer: 012 - 005), September 2018 Langfassung

     
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