Ursachen
Achillessehnenschmerz (Achillodynie)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Der häufigste Grund für eine Achillodynie ist eine chronische Fehl- bzw. Überlastung durch vor allem sportliche Aktivitäten (Lauf- und Sprungsportarten). So kommt es beispielsweise bei einer Absprungbewegung des Sportlers zu einer intensiven, besonders einseitig wirkenden Zugbeanspruchung der Achillessehne. Durch die hohe Belastung können Mikroschäden (Mikrorupturen/Mikrorisse) an der Sehne auftreten, die häufig in deren Zentrum (zwei bis sechs Zentimeter oberhalb des kalkanearen Ansatzes) lokalisiert sind. Da dieser Bereich der Achillessehne von Natur aus schlecht durchblutet ist ("Watershed"-Bereich), heilen die Verletzungen nicht gut ab. Es kann somit zu lokalen Entzündungen kommen.

Wird die Belastung fortgesetzt bzw. sind die Regenerationsphasen zu kurz, können die Mikroschäden akkumulieren (sich ansammeln). Langfristig kommt es zu degenerativen Veränderungen in und an der Achillessehne (Tendinose), von denen auch das Paratenon (lockeres fibröses Bindegewebe, das die Kollagenfasern einer Sehne außen umhüllt; Achillessehnengleitgewebe) betroffen sein kann. In der Folge kommt es zur typischen Verdickung der Achillessehne. Zudem sind Neovaskularisationen (Gefäßneubildungen in das betroffene Gewebe) möglich, die mit verantwortlich für die Schmerzen sind.

Die Widerstandsfähigkeit der Achillessehne gegenüber Belastungen ist von mehreren Faktoren abhängig: Alter des Sportlers (das kollagene Bindegewebe wird mit zunehmendem Alter schwächer), Trainingszustand, möglichen Vorschäden der Achillessehne sowie von der allgemeinen Stoffwechselsituation (Hyperurikämie/Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut, Hyperlipoproteinämie/Fettstoffwechselstörungen).

Ätiologie (Ursachen)

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Körperliche Aktivität
    • Chronische Fehl-/Überlastung durch sportliche Aktivitäten:
      • Sportarten, bei denen viel gelaufen und gesprungen oder schnell beschleunigt und abgebremst wird – vor allem Leichtathleten sind betroffen, aber auch Sportler anderer Lauf- und Sprungsportarten (z. B. Ballett, Tennis, Squash, Fußball, Volleyball, Handball, Basketball, Badminton)
        • mit entscheidend sind:
          • Häufigkeit und Dauer der Belastung, Trainingsintensität, Dauer der Regenerationsphasen
          • Untergrund – ein harter Boden ist ungünstig
          • Außentemperaturen – zu kalt ist ungünstig
          • Schuhwerk – die Anatomie des Fußes muss mitberücksichtigt werden
        • vor allem längere ungewohnte sportliche Aktivitäten begünstigen Mikrorupturen (Mikrorisse) an der Achillessehne
  • Übergewicht (BMI ≥ 25; Adipositas)

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Achillessehneninsertionstendinosen* – nicht-entzündliche Sehnenansatzerkrankung der Achillessehne
  • Achsendeviation (Achsenabweichung) des Unterschenkels
  • Apophysitis calcanei* ‒ Erkrankung der Wachstumsfuge des Fersenbeines (Kalkaneusapophyse); Symptomatik: Druckschmerzhaftigkeit und Schwellung im Bereich der Wachstumsfuge des Fersenbeines; Erkrankungsgipfel 5.-12. Lebensjahr; Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen [Fersenschmerz]
  • Arthritiden (entzündliche Gelenkerkrankungen) des Sprunggelenks
  • Arthrose des Sprunggelenkes
  • Bursitis subachillea* (Schleimbeutelentzündung im Sprunggelenk; der betroffene Schleimbeutel liegt zwischen der Achillessehne und dem Fersenbein)
  • Bursitis subcutanea calcanea* (Schleimbeutelentzündung an der Achillessehne)
  • Fersensporn
  • Fußdeformitäten – z. B. Hohlfuß, Plattfuß, Senkfuß, Senk-Spreizfuß
  • Haglund-Deformität (Haglund-Ferse) – knöcherne Formvariante des Fersenbeins mit betonter Prominenz des proximalen Tuber calcanei (Fersenhöcker); schmerzhafte Schwellung [Fersenschmerz]
  • Hallux rigidus (Synonyme: Arthrose des Großzehengrundgelenkes; Großzehengrundgelenksteifigkeit; Hallux non extensus; Hallux flexus; Hallux limitus; Verschleiß des Großzehengrundgelenkes) – arthrotische Veränderungen des steif gewordenen Großzehengrundgelenk
  • Innenrotationsfehler der Hüften
  • Kapselbandinsuffizienz des Außenbandes des oberen Sprunggelenks (OSG)
  • Knochenerkrankungen
  • Knorpelschäden am oberen/unteren Sprunggelenk (OSG/USG)
  • Nach einer Teilruptur (Teilrisses) der Achillessehne
  • Os trigonum-Impingement-Syndrom* (Einengung der Sehnenstruktur im Sprunggelenk durch einen zusätzlichen Knochen des Sprungbeins (Os trigonum))
  • Osteochondrosis dissecans* – umschriebene aseptische Knochennekrose unterhalb des Gelenkknorpels, die mit der Abstoßung des betroffenen Knochenareals mit dem darüberliegenden Knorpel als freier Gelenkkörper (Gelenkmaus) enden kann
  • Paratenonitis crepitans achillea – aseptische Entzündung des Sehnengleitgewebes von Sehnen ohne Sehnenscheide
  • Partielle Achillessehnenruptur – Teilriss der Achillessehne
  • Stoffwechselstörungen führen durch Ablagerungen von Fetten oder Kristallen zu einer dauerhaften Reizung des Sehnengewebes:
    • Zerebrotendinöse Xanthomatose (CTX)* (HLA-B 277) – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang; Lipidspeicherkrankheit; erste klinische Symptom Cholestase und/oder chronische Diarrhoe im Säuglingsalter; zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr können Xanthome unter anderem an der Achillessehne auftreten (bedingt durch eine vermehrte Speicherung von Plasmalipoproteinen)
    • Hyperlipoproteinämien (Fettstoffwechselstörungen): Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie
    • Hyperurikämie (Gicht)
  • Stressfraktur*
  • Tendopathie am Innenknöchel* (nicht-entzündliche Erkrankung der Sehnen aufgrund von Über-, Fehlbelastung oder Verschleiß)

*Pseudo-Achillodynie

Labordiagnosen  Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren gelten

  • Hypercholesterinämie
  • Hypertriglyzeridämie
  • Hyperurikämie

Medikamente

  • Cortison

Operationen

  • Nach einer Außenbandverletzung am oberen Sprunggelenk (OSG) mit Kapselbandnaht
  • Nach einer Operation an der Achillessehne
     
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