Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medikamentöse Therapie
Amenorrhoe

Therapieziel

Normalisierung des Zyklusintervalls

Therapieempfehlungen

Behandlung je nach ursächlicher Störung und in Abhängigkeit:

  • von der Prävention von Hormonmangelsymptomen oder Hormonmangelerkrankungen
  • vom Kinderwunsch
  • vom Kontrazeptionswunsch (Wunsch der Empfängnisverhütung)
  • von kosmetischen Wünschen (Akne, Hirsutismus/übermäßiger Haarwuchs mit männlichem Verteilungsmuster)
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Ggf. bei folgenden klinischen Bildern: 

  • Hyperandrogenämie (Überschuss männlicher Geschlechtshormone): PCO-Syndrom (polyzystisches Ovar-Syndrom: Symptomenkomplex, der durch eine hormonelle Funktionsstörung der Ovarien (Eierstöcke) gekennzeichnet ist), Late Onset AGS (Adrenogenitales Syndrom; angeborene Störung der Hormonbildung der Nebennierenrinde), Disorder of Sex Development (früher: Intersex) (der Therapiebeginn erfolgt in der frühen Jugend) 
  • Hyperprolaktinämie (Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut): Idiopathisch, Psychopharmaka, Prolaktinom (gutartiger Tumor (Adenom) des Hypophysenvorderlappens, der Prolaktin produziert)
  • Hypergonadotrope Ovarialinsuffizienz (primäre Ovarialinsuffizienz/Eierstockschwäche, als Folge sind der FSH- und LH-Spiegel erhöht): Autoimmunerkrankungen, Chemotherapie, Gonadendysgenesie  (Fehlentwicklung der Eierstöcke), Radiatio (Strahlentherapie)
  • Normo-/hypogonadotrope Ovarialinsuffizienz: Post-Pill-Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung nach Einnahme der Anti-Baby-Pille), Stress, Sport, Essstörungen, schwere Allgemeinerkrankungen, massive Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) oder Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion; Therapie s.d.), Hypophysenverletzungen, Kallmann-Syndrom (genetische Funktionsstörung des Hypothalamus)

Medikamentöse Maßnahmen:

  •  Kontrazeptionswunsch; Behandlung mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen bei:
    • Hyperandrogenämie, Hyperprolaktinämie, Normo-/hypogonadotrope Ovarialinsuffizienz
    • zur Prävention von Hormonmangelsymptomen oder Hormonmangelerkrankungen
      • Monopräparate, wenn der Uterus (Gebärmutter) fehlt
      • Präparate, bei erhaltenem Uterus: Östrogene + Gestagene monophasich oder sequenziell
  • Hyperandrogenämie und kosmetische Wünsche; Behandlung mit: Östrogen-Gestagen-Präparate (mit einem antiandrogenen Gestagen: Chlormadinonacetat; Cyproteronacetat; Dienogest; Drospirenon)
  • Hyperprolaktinämie und Kinderwunsch; Behandlung mit: Prolaktinhemmer (Dopaminagonisten)
  • Insulinresistenz (verminderte Wirksamkeit des körpereigenen Insulins an den Zielorganen Skelettmuskulatur, Fettgewebe und Leber); Behandlung mit: Metformin (Biguanide)
  • Late-Onset AGS; Behandlung mit: Glucocorticoide

Weitere Hinweise

  • Siehe Einsatz von Metformin vor und während der Schwangerschaft bei Frauen mit PCOS und Kinderwunsch unter Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) [1]. 
  • Beachte: Metformineinnahme im 1.Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) führt nur bei vorbestehendem Diabetes zu erhöhten Risiken für einen ungünstigen Ausgang der Schwangerschaft [2]:
    • bei Einschluss aller Indikationen – im Vergleich ohne Metforminexposition: erhöhte Rate der kongenitalen Fehlbildungen (5,1 % versus 2,1 %) sowie der Aborte und Fehlgeburten (20,8 % versus 10,8 %)
    • bei bekanntem Diabetes mellitus – im Vergleich zu allen Nichtexponierten: erhöhte Rate der kongenitalen Fehlbildungen (7,8 % versus 1,7 % (n. s.)) sowie der Aborte und Fehlgeburten (24,0 % versus 16,8 % (n. s.))

Literatur

  1. Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF): Einsatz von Metformin vor und während der Schwangerschaft bei Frauen mit PCOS und Kinderwunsch. DGGG-Stellungnahmensekretariat Juli 2015
  2. Panchaud A, Rousson V, Vial T et al. Pregnancy outcomes in women on metformin for diabetes or other indications among those seeking teratology information services. Br J Clin Pharmacol 2018;84:568-78. https://doi.org/10.1111/bcp.13481

     
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