Einleitung
Yersiniose

Bei der Yersiniose (Synonyme: Intestinale Yersiniose; ICD-10 A04.6) handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die durch Bakterien der Gattung Yersinia, insbesondere Yersinia enterocolica, selten auch durch Yersinia pseudotuberculosis (vor allem Osteuropa, Russland), verursacht wird.

Bei Yersinia enterocolica kann man die Serogruppen O:3, O:5, O:8, O:9 unterscheiden. O:3 ist dabei für circa 90 % der Infektionen verantwortlich.

Erregerreservoir sind verschiedene Tiere, wobei Schweine als Hauptreservoir für die humanpathogenen Serotypen gelten.

Vorkommen: Die Erreger sind weltweit verbreitet.

Der Erreger ist nicht nur im körperwarmen Milieu lebensfähig, sondern auch bei Temperaturen zwischen 4-8 °C.

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt größtenteils durch kontaminierte Lebensmittel, vorwiegend tierischer Herkunft, und kontaminiertes Trinkwasser. In seltenen Fällen kann auch eine direkte Übertragung durch infizierte Personen erfolgen.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Ja.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt in der Regel 1-11 Tage.

Man kann die folgenden Formen der Yersiniose unterscheiden:

  • Yersinien-Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe)
  • Pseudoappendicitis (Lymphadenitis mesenterialis) ‒ der Appendicitis (Blinddarmentzündung) ähnelnde Symptomatik durch Schwellung und Entzündung der Lymphknoten im Bereich des Mesenteriums (Gekröse), häufig auch mit Lymphknotenkonglomeraten um die Appendix vermiformis (Wurmfortsatz)
  • Yersinien-EnterocolitisYersinien durchwandern die Kolon-Mukosa (Darmschleimhaut) und führen im lymphatischen Gewebe der Submukosa (Gewebsschicht zwischen der Schleimhaut und der Muskelschicht) zu einer Entzündung (= bakterielle Gastroenteritis/Magen-Darm-Entzündung vom Penetrationstyp)

Die Krankheitsdauer der Yersinien-Gastroenteritis beträgt in der Regel 1-3 Wochen.

Geschlechterverhältnis: Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Häufigkeitsgipfel
Von der
Yersinien-Gastroenteritis sind vorwiegend Kleinkinder, unter 5 Jahren, betroffen.
Die Pseudoappendicitis tritt vorwiegend bei bei älteren Kindern und Jugendlichen auf.
Die Yersinien-Enterocolitis wird häufiger bei größeren Kindern und Erwachsenen beobachtet.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) beträgt ca. 4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr.

In 98 % der Fälle wurde als Infektionsland Deutschland genannt und in 2 % der Fälle die Türkei, Ägypten, Marokko und Thailand.

Verlauf und Prognose: Die Verlaufsform der Erkrankung kann unterschiedlich sein und ist u. a. abhängig vom Erkrankungsalter. Die Erkrankung verläuft in der Regel selbst limitierend. Bei einem schweren Verlauf ist eine Antibiotikagabe vor allem bei immungeschwächten Personen sowie älteren Menschen sinnvoll.

In Deutschland ist die Yersiniose (mit Yersinia enterocolitica, darmpathogen) nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig. Die Meldung hat bei Krankheitsverdacht, Erkrankung, Tod namentlich zu erfolgen.

 


     
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