Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Einleitung
Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK)

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK; Synonyme: Hand-Fuß-Mund-Exanthem; Falsche Maul- und Klauenseuche; ICD-10-GM B08.-: Sonstige Virusinfektionen, die durch Haut- und Schleimhautläsionen gekennzeichnet sind, anderenorts nicht klassifiziert) ist eine vorwiegend durch Enteroviren der Gruppe A (EV-A) verursachte Erkrankung, die mit einem Exanthem (Hautausschlag) im Mund sowie an den Handflächen und Fußsohlen einhergeht. Gesäß, Genitalbereich, Knie oder Ellenbogen können auch betroffen sein.

Enteroviren sind kleine, unbehüllte RNA-Viren, die zur Familie der Picornaviridae gehören.
Zu den Enteroviren der Gruppe A (EV-A) gehören Coxsackie A-Viren (A2-A8, A10, A12, A14, A16), Enterovirus A71 (EV-A71) und neuere Serotypen.

Die häufigste Ursache der HFMK sind Coxsackie A16-Viren sowie Coxsackievirus A6 und A10.

Beachte: Die HFMK ist nicht zu verwechseln mit der Maul- und Klauenseuche, die bei Rindern, Schafen und Schweinen auftritt. Die beiden Krankheiten werden von unterschiedlichen Gattungen innerhalb der Familie der Coronaviridae verursacht.

Der Mensch stellt zurzeit das einzige relevante Erregerreservoir dar.

Vorkommen: ubiquitär (überall verbreitet). Im westpazifischen Raum kommt es regelmäßig zu sehr großen HFMK-Ausbruchsgeschehen (u. a. Malaysia, Singapur, China, Japan). Vor allem EV-A71-Viren führen hier häufig zu schweren Verläufen mit Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems (ZNS) oder der Ausbildung eines Lungenödems (Wassereinlagerungen in der Lunge) bis hin zum Tod.

Die Kontagiosität (Ansteckungskraft bzw. Übertragungsfähigkeit des Erregers) ist hoch. 
Manifestationsindex: 10-20 % der HFMK-Infizierten erkranken manifest (erkennbar) an der 
Hand-Fuß-Mund-Krankheit.

Saisonale Häufung der Erkrankung: Die HFMK wird ganzjährig diagnostiziert, besondere Häufungen treten jedoch im Spätsommer und Herbst auf.

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Nasen- und Rachensekreten, Speichel, Sekreten aus Bläschen) oder Stuhl und Kontakt mit Virus kontaminierten Oberflächen (Türklinken). Neben der fäkal-oralen Übertragung kann das Virus in den ersten Tagen nach Infektion auch durch Tröpfchen übertragen werden.

Der Eintritt des Erregers erfolgt enteral (der Krankheitserreger dringt über den Darm ein bzw. Bakterien als Fäkalien gelangen über den Mund in den Körper), d. h. es handelt sich um eine fäkal-orale Infektion.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Ja

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt in der Regel 3-10 Tage (1 bis 30 Tage).

Die Krankheitsdauer beträgt in der Regel 7-10 Tage.

Neben der klassischen Form der HFMK gibt es eine atypische Hand-Fuß-Mund-Krankheit (s. u. "Beschwerden – Symptome").

Häufigkeitsgipfel: Auftreten vorwiegend bei Kindern unter 10 Jahren, aber auch Erwachsene können erkranken.

Da die HFMK in Deutschland nicht bundesweit meldepflichtig ist, liegen keine validen Daten über die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) vor.

Die Dauer der Infektiosität besteht während der ersten Woche der Krankheit. Infizierte Personen sind hochkontagiös (insb. bei Ulzeration (Geschwürbildung) der Bläschen).
Beachte: Auch nach dem Abklingen der Symptome können Viren noch mehrere Wochen im Stuhl weiter ausgeschieden werden, sodass Patienten sehr lange infektiös sein können.
Asymptomatische infizierte Personen (meistens Erwachsene) sind ebenfalls infektiös.

Die Erkrankung hinterlässt eine Immunität nur gegen den auslösenden Erreger; eine erneute Erkrankung an Hand-Fuß-Mund-Krankheit durch einen der anderen Erreger ist daher möglich.

Verlauf und Prognose: Die klassische Hand-Fuß-Mund-Krankheit beginnt normalerweise mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, geringer Appetit und Halsschmerzen. 1-2 Tage nach Fieberbeginn entwickeln sich in der Regel schmerzhafte Enantheme (Ausschlag im Bereich der Schleimhäute). Davon betroffen sind vor allem Zunge, Zahnfleisch und die Mundschleimhaut. Innerhalb von ein bis zwei Tagen bildet sich ein nicht-juckendes Exanthem (Hautausschlag) mit ebenen oder erhöhten roten Flecken, manchmal auch Blasenbildung. Davon betroffen sind Handflächen und Fußsohlen. Ebenfalls können Gesäß, Genitalbereich, Knie oder Ellenbogen betroffen sein. Ggf. auch hier Auftreten als juckender Ausschlag (atypische Verläufe).
Im Regelfall ist der Krankheitsverlauf mild. Innerhalb von 5 bis 7 Tagen erholen sich fast alle Patienten ohne ärztliche Behandlung. Nach ca. 7-14 Tagen kommt es zu einer narbenlosen Abheilung der Hautveränderungen.

Bei der atypischen Hand-Fuß-Mund-Krankheit leiden die erkrankte Patienten unter disseminierten ("über den Körper oder bestimmte Körperregionen verteilt") Hautveränderungen sowie stark reduziertem Allgemeinzustand.
Mehr als 80 % der Infektionen verlaufen asymptomatisch, d. h. ohne Auftreten von Symptomen, aber unter Ausbildung von neutralisierenden typspezifischen Antikörpern.

Komplikationen wie polioartige Paresen (Lähmungen) oder aseptische Meningitis (Hirnhautentzündung)/Enzephalitis (Gehirnentzündung) sind sehr selten.

Die Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) ist sehr gering und betrifft nur Fälle, in denen schwere Komplikationen auftreten.

In der Schwangerschaft verlaufen die meisten Enterovirusinfektionen mild oder asymptomatisch. Schwere Komplikationen sind sehr selten. Die meisten Neugeborenen zeigen ebenfalls einen milden Krankheitsverlauf. In sehr seltenen Fällen ist eine systemische Infektion mit fulminanten (schnellen und heftigen) Verläufen möglich.

Impfung: Eine Schutzimpfung gegen HFMK steht bislang nicht zur Verfügung.

In Deutschland ist die Erkrankung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) nicht meldepflichtig


     
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