Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medizingerätediagnostik
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Knöchel-Arm-Index* (ABI, engl. ankle-brachial-index; Untersuchungsmethode, die das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen beschreiben kann) – bei Verdacht auf Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten (LEAD, lower extremities arterial disease) [Tabelle s. u.]
  • Farbkodierte Duplexsonographie (FKDS; Ultraschalluntersuchung: Kombination aus einem sonographischen Schnittbild (B-Bild) und der Dopplersonographiemethode; bildgebendes Verfahren der Medizin, das Flüssigkeitsströme (vor allem den Blutfluss) dynamisch darstellen kann) – zur Abklärung der Aorta und ihrer Äste, sowie der Becken- und Beinarterien bzw. zum Nachweis von Plaques (krankhafte Ablagerungen an den Gefäßwänden), Thromben (Blutgerinnsel) und Stenosierungen (Verengungen) (geeigneter Test zum Nachweis der pAVK. (Evidenzklasse 1)) [alternativ zu ABI]

*Zum Screening wird die Messung des Knöchel-Arm-Index (Quotient aus systolischem Knöchelarteriendruck/systolischem Armarteriendruck) empfohlen. 

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligaten Medizingerätediagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Intraarterielle Angiographie (Darstellung der Blutgefäße durch Kontrastmittel in einer Röntgenuntersuchung) bzw. intraarterielle digitale Subtraktionsangiographie (DSA; Verfahren zur isolierten Darstellung von Gefäßen: Es werden zuerst Bilder der zu untersuchenden Körperregion ohne und dann mit einem Kontrastmittel angefertigt. Die so entstandenen Bilder werden mittels eines Computers weiter verarbeitet, hierbei werden die ersten Bilder ohne Kontrastmittel von den nachfolgenden Bildern subtrahiert, d. h. abgezogen.) – zur genauen Lokalisation vermuteter Stenosen (Verengungen); Nachteil: Kontrastmittelbelastung (wg. Nierenschädigung bei pAVK-Patienten) [Goldstandard hinsichtlich der Genauigkeit und Übersichtlichkeit der Gefäßdarstellung]
  • Magnetresonanz-Angiographie (MR-Angiographie) – Darstellung der Arterien nach Kontrastmittelgabe mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT; computergestütztes Schnittbildverfahren (mittels magnetischer Felder, das heißt ohne Röntgenstrahlung)) – zur genauen Lokalisation vermuteter Stenosen; Nachteil: keine gleichzeitige Intervention möglich
  • Computertomographische Angiographie (CTA): untersucherunabhängige und valide Untersuchungsmethode mit hoher Sensitivität und Spezifität bei Gefäßerkrankungen; Nachteile: Strahlenexposition, jodhaltige Kontrastmittelgabe und die Überschätzung des Stenosegrades bei dünnkalibrigen Gefäßen mit kalzifizierenden Stenosen
  • Transkutane Sauerstoffmessung (Bestimmung des transkutanen Sauerstoffpartialdrucks, tcPO2) – zur Abschätzung des Amputationsrisikos bei kritischer Ischämie (Minderdurchblutung)
    •  tcPO2-Wert < 30 mmHg beim liegenden Patient (abhängig von Einflussgrößen wie z. B. Hautbeschaffenheit, Anämie, Sauerstoffsättigung (SpO2des Blutes u.a.): kritische Ischämie 
    • tcPO2< 40 mmHg geht mit einer erhöhten Komplikationsrate nach einer Amputation einher (tcPO2 < 10 mmHg → Amputationsrisiko 70 % [1])
  • Laufbandtest – bei atypischen pAVK-Beschwerden

Beurteilung der ABI-Indizes

Knöchel-Arm-Index (ABI) Klinische Bedeutung
> 1,3  falsch hohe Werte (Verdacht auf Mediasklerose)*
0,9 normal
0,75-0,9 leichte pAVK
0,5- ≤ 0,75 mittelschwere pAVK
< 0,5 kritische Extremitätenischämie

Ein ABI-Wert von < 0,9 gilt als beweisend für das Vorliegen einer relevanten pAVK (Evidenzklasse 1) [1]

*Zehendruckmessung (TBI): Da die Mediasklerose die Digitalarterien weniger betrifft als die Unterschenkelarterien, gibt die Erfassung des Großzehendruckes bei Werten ≤ 30 mmHg einen zusätzlichen Hinweis auf das Vorliegen einer kritischen Ischämie (Minderdurchblutung). Der Zehendruck liegt etwa 30 mmHg unter dem systolischen Knöcheldruck und der pathologische Zehen-Arm-Index beträgt 0,7 und weniger [1].

Literatur

  1. S3-Leitlinie: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Diagnostik, Therapie und Nachsorge. (AWMF-Registernummer: 065-003), November 2015 Langfassung

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Diagnostik, Therapie und Nachsorge. (AWMF-Registernummer: 065-003), November 2015 Langfassung
     
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