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Medizingerätediagnostik
Hirnblutung (Intrazerebrale Blutung)

Nur durch ein bildgebendes Verfahren ist es möglich, zwischen einer intrazerebralen Blutung (hämorrhagischer Apoplex) und einem ischämischen Apoplex (Schlaganfall durch Gefäßverschluss) zu unterscheiden! Sobald der Patient in der Klinik eingetroffen ist, muss die medizingerätediagnostische Untersuchung erfolgen, um den Patienten adäquat behandeln zu können.

Obligate Medizingerätediagnostik 

  • Computertomographie des Schädels (Schädel-CT, craniale CT bzw. cCT) – zur Differenzierung zwischen intrazerebraler Blutung und ischämischem Apoplex; des Weiteren zur Feststellung von:
    • Art, Größe, Lokalisation der Hirnblutung
    • akute Blutung?
    • subakute Blutung (nach einer Woche)?
    • chronische Blutung (nach sechs Wochen)?
  • Magnetresonanztomographie des Schädels (Schädel-MRT, craniale MRT bzw. cMRT) – effektiver als cCT bei Mikroblutungen (< 10 mm) und chronischen Blutungen

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Angiographie (Darstellung der Blutgefäße durch Kontrastmittel in einer Röntgenuntersuchung) – bei atypisch lokalisierter Blutung und zum Nachweis von Gefäßanomalien wie Angiome (Blutschwämme), arteriovenöse Malformation (AVM/angeborene Fehlbildung der Blutgefäße), Durafistel (pathologische/krankhafte Kurzschlussverbindung zwischen Arterien und Venen auf der Ebene der Hirnhäute), zerebrales Aneurysma, zerebrale kavernöse Malformation (Anlagestörung des Gefäßsystems)
  • Enzephalogramm (EEG; Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Gehirns) – nach einer Hirnblutung ist das Risiko für epiletische Anfälle (Kampfanfälle) erhöht

Beachte

  • Nach der initialen (zu Beginn durchgeführten) bildgebenden Diagnostik sollte bei Verschlechterung der Bewusstseinslage des Patienten oder bei Progression (Fortschreiten) der neurologischen Defizite bzw. spätestens nach 6 Stunden erneut ein CT durchgeführt werden. Nur so kann auf eine Vergrößerung des Blutvolumens oder auf eine Nachblutung entsprechend reagiert werden [1].
  • Bei Blutungen mit Einbruch in das Ventrikelsystem (Hohlraumsystem im Gehirn) (intraventrikuläre Blutung (IVB)) und bei einer möglichen Behinderung des Abflusses des cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, engl  Cerebrospinal fluid (CSF), umgangssprachlich "Nervenwasser") wird eine weitere Kontrolle mittels CT nach ein bis drei Tagen empfohlen [1].

Literatur

  1. Kleffmann J, Roth C, Siekmann R, Deinsberger W: Intrazerebrale Blutungen. Spezielle Notfallmedizin update 2015; 10 (1): 45-60. Georg Thieme Verlag KG Stuttgart – New York
     
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