Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Weitere Therapie
Offene Wunde

Allgemeine Maßnahmen

  • Achtung: Bei der primären Versorgung von Wunden ist auf Hausmittel wie Mehl, Honig, Puder etc. zu verzichten. Diese können mehr Schaden anrichten als dass sie nützen.
  • Eine Wundbehandlung sollte folgender Vorgehensweise entsprechen:
    • Bei Gefäßverletzung steht das Stillen der Blutung im Vordergrund. Dazu reicht es meist aus, Druck auf die Wunde auszuüben.
      Bei lebensbedrohlichen Blutung an Ar­men oder Beinen (z. B. nach Explo­si­ons- oder Schussverletzungen) wird ein Tourniquet verwendet, um die Blutung zu stoppen. Ein Tourniquet ist ein Abbindesystem, durch das der Blutfluss abhängig vom Druck in den Venen und Arterien gestaut oder vollständig unterbrochen werden kann. 
    • Inspektion (Betrachtung) – um tiefere Verletzungen von Muskeln, Gefäßen, Nerven, Knochen zu erkennen
    • Wundreinigung (möglichst mit Einmal-Handschuhen) – Größere Fremdkörper entfernen, anschließend die Wunde mit viel Flüssigkeit spülen. Geeignet ist eine Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %), es reicht aber auch Leitungswasser aus [1].
    • Desinfektion – Vor allem bei stark verschmutzten Wunden. Hier sollten spezielle Desinfektionsmittel (z. B. 1 % Organojodlösung) verwendet werden.
    • Falls tiefer liegende Verletzungen vorliegen, müssen diese zuerst versorgt werden, ansonsten Debridement (Wundtoilette, d. h. Entfernung von abgestorbenem (nekrotischem) Gewebe).
    • Primärer Wundverschluss/Hautverschluss (Ausnahmen stellen Biss-, Kratz- und Stichverletzungen dar) sollte in den ersten 6 Stunden nach der Verletzung erfolgen – unter Berücksichtigung von Größe, Tiefe, begleitendem Gewebeschaden und Lokalisation:
      • Herkömmliche Pflaster: Anzuwenden bei kleinen, oberflächlichen Wunden (nach Reinigung und Desinfektion). Sie verhindern, dass Fremdkörper und Keime eintreten. Nach 48 Stunden kann das Pflaster entfernt werden. Die Wunde ist ausreichend verschorft.
      • Sprühpflaster: Anzuwenden bei kleinen, trockenen und sauberen Hautverletzungen. Diese werden direkt auf die Wunde aufgesprüht. Es bildet sich ein feiner und flexibler Film, der transparent, wasserdicht und atmungsaktiv ist. Ist dieser getrocknet, sollte noch zwei- bis dreimal nach gesprüht werden, um die Schicht zu verstärken. Kontraindikationen (Gegenanzeigen): große, tiefe, infektgefährdete oder bereits infizierte Wunden.
      • Klammerpflaster: Nur anzuwenden bei kleinen, minimal klaffenden Wunden, deren Umgebung intakt ist (ein dauerhafter Halt des Klammerpflasters muss möglich sein). Vorteil im Vergleich zur konventionellen Naht: atraumatischer ("nicht verletzender") Wundverschluss. Kontraindikationen: stark behaarte Bereiche, nässende Wunden, Mitverletzung des umgebenden Gewebes.
      • Wundkleber: Anzuwenden bei gereinigten, desinfizierten und nicht mehr blutenden Wunden mit glatten Wundrändern. Die Wundränder werden adaptiert (angepasst) und der Kleber drüber gegeben. Nach ca. 3-4 Minuten ist die Wunde wasser- und keimdicht verschlossen. Nach dem Heilungsprozess löst sich der Kleber spontan (von selbst) ab. Kontraindikationen: Wunden größer 5 cm, Wunden über Bewegungssegmenten, z. B. Gelenken.
        Achtung: Gewebekleber bei Wunden in Augennähe.
  • Beim Auftreten von Fieber (umgehend den Arzt informieren!)
  • Nikotinrestriktion (Verzicht auf Tabakkonsum) – Rauchen beeinträchtigt die Wundheilung
  • Begrenzter Alkoholkonsum (Männer: max. 25 g Alkohol pro Tag; Frauen: max. 12 g Alkohol pro Tag)
  • Vermeidung von Umweltbelastungen:
    • Direktes Sonnenlicht sollte nicht auf die frische Narbe scheinen. Die UV-Strahlen schaden dem Narbengewebe.

Impfungen

Die nachfolgende Impfung ist ggf. erforderlich:

  • Tetanusschutz prüfen – bei keinem oder unzureichendem Impfschutz bzw. im Zweifel: Simultanimpfung, aktiv und passiv (5-12 Stunden nach der Verletzung)
  • ggf Tollwut-Postexpositionsprophylaxe (PEP)

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen zwecks Wundkontrolle

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de

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Literatur

  1. Fernandez R, Griffiths R (2012) Water for wound cleansing. Cochrane Database Syst Rev. doi: 10.​1002/​14651858.​cd003861.​pub3
     
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