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Ursachen
Angststörungen

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Die Pathogenese von Angststörungen ist noch nicht geklärt. Man vermutet eine multifaktorielle Entstehung, bei der neben genetischen auch soziale Einflüsse eine Rolle spielen. Als mögliche ätiologische Faktoren werden traumatische Lebenserfahrungen, Fehlkonditionierungen und neurobiologischen Dysfunktionen diskutiert.

Des Weiteren wird eine erniedrigte Erregungsschwelle des limbischen Systems unter Beteiligung von Amygdala und Hypothalamus vermutet [1].

Man kann die Angststörungen weiter in eine primäre Angststörung, sowie in eine Form aufgrund von körperlichen oder psychischen Erkrankungen einteilen. 

Für eine generalisierte Angststörung (GAS) gelten die gleichen Pathomechanismen.

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Genetische Belastung durch Eltern, Großeltern (Anteil genetischer Faktoren bei der Entstehung der Angsterkrankungen liegt bei ca. 30 bis 65 %)
    • Mindestens vier Varianten des Gens GLRB (Glycin-Rezeptor B) sind Risikofaktoren für Angst- und Panikstörungen [3]
  • Geburtsgewicht < 1.000 Gramm [2]; eine größere Stichprobe legt nahe, dass es kein dauerhaft erhöhtes Risiko für Angststörungen bei Kindern, die vor der 32. Schwangerschafts­woche oder mit weniger als 1.500 Gramm geboren wurden, gibt [4]
  • Störungsspezifische Entwicklungsgeschichte: Ängstliche, scheue, passive, neue Situationen vermeidende Kleinkinder
  • Alleinlebende

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Genussmittelkonsum
    • Kaffee, Tee (Koffein)*
    • Alkohol (Frau: > 40 g/Tag; Mann: > 60 g/Tag) [Alkoholmissbrauch]
  • Drogenkonsum
    • Amphetamine* z. B. Ectasy (Synonym: Molly; MDMA: 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin) oder ähnlich wirkende Sympathomimetika; Metamphetamine ("Crystal Meth")
    • Cannabis* (Haschisch und Marihuana)
    • Halluzinogene*
    • Heroin
    • Inhalanzien, d. h. Schnüffelstoffe*
    • Kokain
    • Phencyclidin* (z. B. „Angel Dust“)
  • Übergewicht (BMI ≥ 25; Adipositas) 

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Diabetes mellitus
  • Nahezu jede organische Erkrankung kann zu Angststörungen führen
  • Nicht-therapierbare Erkrankungen führen häufig zu Angststörungen
  • Viele psychiatrische Erkrankungen (z. B. Depression, Essstörungen) führen zu Angststörungen

Medikamente

  • Anticholinergika (Aclidinium, Biperiden, Darifenacin, Glycopyrronium, Ipratropiumbromid, Metixen, Methantheliniumbromid, Oxybutynin, Phenoxybenzamin, Propiverin, Scopolamin, Solifenacin, Tiotropium, Tolterodin, Trihexyphenidyl, Trospiumchlorid, Umeclidinium)
  • Antiepileptika
    • AMPA-Rezeptor-Antagonist (Perampanel)
  • Antivirale Medikamente (Foscarnet)
  • Anxiolytika*
  • Benzodiazepin-Antagonist (Flumazenil)
  • HCV-Proteaseinhibition (Boceprevir)
  • Hypnotika*
  • Sedativa*
  • Medikamentenabhängigkeit jeder Art

Operationen

  • Zustand vor oder nach schweren Operationen

*Substanzinduzierte Angststörung

Literatur

  1. Kagan J (1994) Galen’s prophecy. Basic Book, New York
  2. Karen J et al.: Mental Health of Extremely Low Birth Weight Survivors: A Systematic Review and Meta-Analysis. Online First Publication, February 13, 2017. http://dx.doi.org/10.1037/bul0000091
  3. Deckert J et al.: GLRB allelic variation associated with agoraphobic cognitions, increased startle response and fear network activation: a potential neurogenetic pathway to panic disorder. Molecular Psychiatry , (7 February 2017) | doi:10.1038/mp.2017.2
  4. Jaekel J et al.: Mood and anxiety disorders in very preterm/very low–birth weight individuals from 6 to 26 years. Journal of Child Psychology and Psychiatry (2017) doi: 10.1111/jcpp.12787
     
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