Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medikamentöse Therapie
Angststörungen

Therapieziel

Verbesserung der Symptomatik

Therapieempfehlungen

  • Psychotherapie oder Psychopharmakotherapie oder eine Kombination aus beiden.
  • Psychopharmakotherapie 
    • Mittel der ersten Wahl: Citalopram, Escitalopram, Paroxetin, Sertralin (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, SSRI); Duloxetin, Venlafaxin (Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, SSNRI)
    • Mittel der zweiten Wahl: Clomipramin, Imipramin (Trizyklische Antidepressiva); Buspiron (Benzodiazepinähnliche Substanzen), Hydroxyzin (Anxiolytika/Arzneimittel, die angstlösend wirken), Pregabalin (Neue Antiepileptika)
    • Mittel der dritten Wahl: Opipramol und Buspiron (bei GAS: generalisierte Angststörung) und Moclobemid (bei sozialer Phobie)
    • Bei Panikattacken: Alprazolam, Lorazepam, Diazepam (Benzodiazepine*); Einsatz nur kurzfristig, d. h. 2-4 Wochen (wg. Gefahr der Abhängigkeit)!
  • Der Einsatz von Medikamenten sollten grundsätzlich nur kurzfristig erwogen werden.
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

*Benzodiazepine sind für die Akutbehandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen zugelassen.

Weitere Hinweise

  • Gemäß einer Metaanalyse halten die Effekte einer psychotherapeutischen oder medikamentösen Behandlung von Angststörung auch nach 2 Jahren weiter an. Dieses widerlegt die Hypothese, dass Patienten mit einer Angststörung nach Absetzen der Pharmakotherapie rasch einen Rückfall erleiden [3].
  • Cave (Achtung) [2]: Hydroxyzin ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter oder kongenitaler (angeborener) Verlängerung des QT-Intervalls oder mit einem bekannten Risikofaktor für eine QT-Zeit-Verlängerung (z. B. kardiovaskuläre Erkrankungen, plötzlicher Herztod (PHT) in der Familienanamnese, Elektrolytstörungen wie Hypokaliämie (Kaliummangel) oder Hypomagnesiämie (Magnesiummangel), Bradykardie (zu langsamer Herzschlag: < 60 Schläge pro Minute), gleichzeitige Behandlung mit anderen Arzneimitteln mit bekanntem Potenzial für eine QT-Zeit-Verlängerung oder für das Auftreten von Torsade de Pointes). 
    Bei Patienten mit einer Komedikation (
    Gabe weiterer Medikamente neben einer bereits festgelegten Medikation), die Hypokaliämie (Kaliummangel) und Bradykardie (zu langsamer Herzschlag: < 60 Schläge pro Minute) verursachen kann, sollten diese mit Vorsicht behandelt werden.

Phytotherapeutika

  • Lavendelöl: Nach zwei Wochen Therapie mit Lavendelöl (80 mg/Tag) zeigte sich eine signifikante Angstlösung, nach sechs Wochen entsprachen die angstlösende Wirkung und Verbesserung der Lebensqualität der von Lorazepam (Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine; 0,5 mg/Tag)

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel sollten die folgenden Mikronährstoffe (Vitalstoffe) enthalten:

  • Vitamine (Pyridoxin (Vitamin B6))
  • Mineralstoffe (Magnesium)
  • Weitere Vitalstoffe (Ashwagandha (Schlafbeere))

Bei Vorliegen einer Insomnie (Schlafstörungen) infolge der Angststörung s. u. Insomnie/Medikamentöse Therapie/Supplemente.

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen. 

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Literatur

  1. Woelk H, Schläfke S: A multi-center, double-blind, randomised study of the Lavender oil preparation Silexan in comparison to Lorazepam for generalized anxiety disorder. Phytomedicine . 2010 Feb;17(2):94-9 doi: 10.1016/j.phymed.2009.10.006
  2. Rote-Hand-Brief zu Atarax® und AH 3® N (Hydroxyzin) vom 14.04.2015
  3. Bandelow B, Sagebiel A, Belz M et al.: Enduring effects of psychological treatments for anxiety disorders: meta-analysis of follow-up studies. Brit J Psychiatry 2018;212:333-8

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Behandlung von Angststörungen. (AWMF-Registernummer: 051-028), April 2014 Kurzfassung Langfassung

     
Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag