Einleitung
Polyzystisches-Ovar-Syndrom (PCO-Syndrom)

Das Polyzystische Ovar-Syndrom (Synonyme: PCOS; Polycystic ovary syndrome; Polycystisches Ovarsyndrom; Polyzystische Ovarialsyndrom; Polyzystische Ovarien; Polyzystische Ovarkrankheit; Polyzystisches Ovar Syndrom (PCO Syndrom); Polyzystisches-Ovar-Syndrom; Stein-Leventhal-Syndrom; ICD-10 E28.2: Syndrom polyzystischer Ovarien) bezeichnet einen Symptomenkomplex, der durch eine hormonelle Funktionsstörung der Ovarien (Eierstöcke) gekennzeichnet ist.

Definition des PCO-Syndroms

Nach dem Rotterdam Consensus Workshop 2003 ("Rotterdamer Kriterien") liegt ein PCO-Syndrom vor, wenn zwei der nachfolgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Polyzystische Ovarien – wenn mindestens ein Ovar (Eierstock) ein Volumen von mindestens 10 ml aufweist und/oder 12 Follikel von jeweils zwei bis neun Millimeter vorliegen
  • Zyklusstörungen – Oligomenorrhoen bis Oligo-Amenorrhoen (s. u.)
  • Hyperandrogenämie – vermehrte Bildung von männlichen Geschlechtshormonen; Gesamttestosteronspiegel > 2,08 nmol/l beziehungsweise als Serum-Dehydroepiandrostendion-Sulfat (DHEA-S)-Spiegel > 6,6 mol/l; und/oder Merkmale eines Hyperandrogenismus wie Hirsutismus (vermehrte Behaarung nach dem männlichen Verteilungsmuster), Akne (z. B. Acne vulgaris), Seborrhoe (fettige Haut)

Häufigkeitsgipfel: Das Polyzystische Ovar-Syndrom zeigt sich meist ab dem 2. oder 3. Lebensjahrzehnt.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei bis zu 20 % aller Frauen. Das Polyzystische Ovar-Syndrom ist die häufigste Endokrinopathie (Krankheitsbilder, die durch eine gestörte Funktion der Hormondrüsen oder die fehlerhafte Wirkung der Hormone ausgelöst werden) der Frau im fertilen Alter. Davon betroffen sind ca.:

  • 25 % aller Frauen mit einer sekundären Amenorrhoe (keine Menstruationsblutung seit > 90 Tage bei bereits etabliertem Zyklus)
  • 50 % aller Frauen mit einer Oligomenorrhoe (das Intervall zwischen den Blutungen ist > 35 Tage und ≤ 90 Tage, die Blutungen treten zu selten auf)
  • 50 % aller Frauen mit einem Hirsutismus (vermehrte Terminalbehaarung (Langhaare) der Frau, gemäß dem männlichen Verteilungsmuster (androgenabhängig))

Verlauf und Prognose: Eine Heilung des Polyzystischen Ovar-Syndroms ist zurzeit nicht möglich. Die Behandlung sollte frühzeitig und adäquat erfolgen, denn unbehandelt ist die Erkrankung mit einem erhöhten Risiko für koronare Erkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Hyperlipidämien (Fettstoffwechselstörungen) und Diabetes mellitus Typ II verbunden.
Die Beschwerden lassen sich gut behandeln. Neben der Pharmakotherapie (medikamentöse Therapie) sowie einer hormonellen Behandlung gehören auch lebensstilverändernde Maßnahmen wie eine Gewichtsreduktion zum Therapiekonzept.

Komorbiditäten (Begleiterkrankungen): In der Gruppe der subfertilen PCOS-Frauen sind ca. 90 % übergewichtig bzw. adipös. Weitere assoziierte Erkrankungen sind das metabolische Syndrom, die Fettleber (Steatosis hepatis), Infertilität (Unfruchtbarkeit), Schwangerschaftskomplikationen (Gestationsdiabetes, Präeklampsie, Frühgeburten), psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen) und das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (begünstigt durch Übergewicht bzw. Adipositas vorliegt).
Drei von vier Frauen mit PCO-Syndrom haben zudem eine Insulinresistenz (verminderte oder aufgehobene Wirkung des Hormons Insulin).

Literatur

  1. Teede H, Deeks A, Moran L: Polycystic ovary syndrome: a complex condition with psychological, reproductive and metabolic manifestations that impacts on health across the lifespan. BMC Med 2010 Jun 30;8:41. doi: 10.1186/1741-7015-8-41.

Leitlinien

  1. Lerchbaum E, Rabe T: Kurzfassung der Endocrine Society Practice Guidelines: Diagnosis and Treatment of Polycystic Ovary Syndrome. J Klin Endokrinol Stoffw 2014; 7 (1)

     
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