Operative Therapie
Myome der Gebärmutter (Uterus myomatosus, Leiomyome)

Verursacht das Leiomyom keine Beschwerden, so muss es nicht therapiert werden.

Bei Verdacht auf symptomatischen Uterus myomatosus soll zunächst geklärt werden, ob der Uterus myomatosus tatsächlich die Ursache der Beschwerden ist [2].

Eine Indikation zur Therapie besteht bei schnell wachsenden Tumoren oder Tumoren, die Beschwerden verursachen und wo die konservative Therapie mit Hormonen (siehe medikamentöse Therapie) versagt hat.

Indikationen für eine operative Therapie sind:

  • Kapselruptur
  • Myominfektion
  • Schmerzen
  • Schnelles Wachstum
  • Schwere Blutungsstörungen
  • Sterilität/Infertilität
  • Stieldrehung
  • Unklare Diagnose

Man kann die folgenden Operationsverfahren unterscheiden:

  • Uteruserhaltend – Myomenukleation (Entfernung von Myomen/gutartigen Muskelgeschwulsten aus der Gebärmutter unter Erhaltung derselben)bei Patientinnen mit Kinderwunsch, kleinen Leiomyomen; in der Regel laparoskopisch (subserös)/hysteroskopisch (submukös)
  • Hysterektomie (Gebärmutterentfernung; evtl. subtotal: Erhaltung der Cervix/Gebärmutterhals) ‒ bei großem Uterus myomatosus; abgeschlossener Familienplanung

Weitere Operationstechniken

  • Embolisation der Arteria uterina (Synonyme: Uterusmyom-Embolisation; Uterusarterienembolisation (UAE); Myom-Embolisation); dabei wird in den Uterus (Gebärmutter) ein künstlicher Infarkt – also eine gewollte Verstopfung der Gebärmutterarterien – ausgelöst und damit die Blutzufuhr zum bzw. zu den Myomen unterbrochen; es werden dazu sandkorngroße (zwischen 500-900 Mikrometer groß) Gelatine- oder Kunststoffpartikel über einen Katheter durch Arterien in der Leiste in die jeweiligen Gebärmutterarterien eingeleitet
    Hinweis zur Uterusarterienembolisation: Zu beachten sind die Aussagen des deutschen Konsensuspapiers, das nach dem „4. radiologisch-gynäkologischen Expertentreffen“ im vergangenen Jahr herausgegeben worden ist [1]. Darin heißt es: „Die UAE ist im Rahmen der Kinderwunschbehandlung allenfalls als Ultima Ratio ("letzte Lösungsweg") anzusehen. Mögliche Risiken bestehen vor allem in einer möglichen Reduktion der ovariellen Reserve (
    Pool der vorhandenen Primordialfollikel aus denen sich fertige Eizellen entwickeln können), erhöhtem Abortrisiko (Fehlgeburtsrisiko), Plazentationsstörungen (Störungen des Mutterkuchens) und verstärkten postpartalen ("nach der Geburt") Blutungen.“
  • Endoskopische Unterbindung der Gefäße der Gebärmutter

Weitere Hinweise

  • In den letzten Jahren hat sich eine nicht-operative, ambulante nebenwirkungsarme, schonende schmerzarme Therapiemöglichkeit ergeben mit der sogenannten MRT (Magnetresonanztomographie) gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie (MRgFUS) (Synonym: MR-HIFU = Magnetresonanz-High Intensity Focused Ultrasound). Weiteres dazu siehe unter "Fokussierter Ultraschall (MR-HIFU) von Myomen".
  • Falls primär die Blutungsstörung (Menorrhagie; Dauerblutung) behandelt werden soll ist ggf. eine Endometriumablationindiziert.
    Endometriumablation (Synonyme: Goldnetz-Methode; Novasure-Methode; Gebärmutterschleimhautentfernung) ist ein Verfahren, mit dem schonend und komplikationsarm das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) durch Hochfrequenzstrom verödet, möglichst weitgehend entfernt und abgesaugt wird.

Literatur

  1. Kröncke T, David M.: Uterusarterienembolisation (UAE) zur Myombehandlung. Fortschr Röntgenstr 2013; 185: 461-3
  2. S3-Leitlinie: Hysterektomie, Indikation und Methodik. (AWMF-Registernummer: 015-070), Dezember 2014 Langfassung
     
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