CA 15-3 (Cancer-Antigen 15-3)

CA 15-3 (Cancer-Antigen 15-3) ist ein hochmolekulares Glykoprotein (Eiweißmolekül) (MUC1-assoziiertes Antigen), das von epithelialen Zellen (Zellen der Oberflächen- und Drüsengewebe), insbesondere von Mammagewebe (Brustgewebe), exprimiert wird. In der klinischen Labordiagnostik (Untersuchung von Blutwerten) dient es primär der Verlaufs- und Therapiekontrolle beim Mammakarzinom (Brustkrebs); für Screening (Früherkennungsuntersuchung) oder Primärdiagnostik (Erstdiagnose) ist der Marker aufgrund limitierter Sensitivität (Empfindlichkeit) und Spezifität (Genauigkeit) nicht geeignet.

Synonyme

  • Cancer Antigen 15-3
  • MUC1-Antigen
  • CA 15-3 Antigen

Das Verfahren

  • Benötigtes Material:
    • Serum (flüssiger Anteil des Blutes)
  • Vorbereitung des Patienten:
    • Keine spezielle Vorbereitung erforderlich
  • Störfaktoren:
    • Hämolyse (Auflösung roter Blutkörperchen), Lipämie (erhöhte Blutfette)
    • Leberfunktionsstörungen (Erkrankungen der Leberfunktion) (verminderte Clearance)
    • Schwangerschaft
    • Interassay-Variabilität (methodenabhängige Schwankungen zwischen Testverfahren)
  • Methode:
    • Immunoassay (Antikörper-basierter Labortest), z. B. Chemilumineszenz-Immunoassay (CLIA), Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA)

Normbereiche (je nach Labor)

Subgruppe / Geschlecht / Alter Referenzbereich
Erwachsene (beide Geschlechter) < 25-30 U/ml
Grenzbereich 30-35 U/ml

Normbereiche sind methoden- und laborabhängig.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Verlaufskontrolle und Therapiemonitoring (Überwachung des Behandlungserfolgs) beim Mammakarzinom (Brustkrebs)
  • Früherkennung von Rezidiven (Wiederauftreten der Erkrankung) oder Progression (Fortschreiten der Erkrankung) im Verlauf in Kombination mit klinischer (ärztlicher) und bildgebender Diagnostik (Untersuchungen mit Bildgebung)
  • Monitoring (Überwachung) bei fortgeschrittenen oder metastasierten Erkrankungen (Erkrankungen mit Tochtergeschwülsten)
  • Keine Indikation zum Screening (Früherkennung) oder zur Primärdiagnostik (Erstdiagnose) eines Mammakarzinoms (Brustkrebs)

Interpretation

  • Erhöhte Werte:
    • Mammakarzinom (Brustkrebs) – in ca. 30-90 % der Fälle nachweisbar; deutlich höhere Sensitivität (Empfindlichkeit) bei metastasierten Stadien (fortgeschrittene Krankheitsstadien mit Tochtergeschwülsten)
    • Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) – in ca. 40-70 % der Fälle nachweisbar
    • Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) – in ca. 10-70 % der Fälle nachweisbar
    • Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) – in ca. 40-60 % der Fälle nachweisbar
    • Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs) – variabel, insgesamt geringere Sensitivität (Empfindlichkeit)
    • Lebermetastasen (Tochtergeschwülste in der Leber) verschiedener Tumoren (Krebserkrankungen) – häufig erhöht
  • Gering erhöhte Werte:
    • Benigne (gutartige) Mammaveränderungen (Veränderungen der Brust), z. B. Mastopathie, Fibroadenom
    • Lebererkrankungen (Erkrankungen der Leber), z. B. Hepatitis, Leberzirrhose
    • Niereninsuffizienz (eingeschränkte Nierenfunktion)
    • Entzündliche Erkrankungen (Erkrankungen mit Entzündung), z. B. Tuberkulose
    • Schwangerschaft, v. a. im dritten Trimenon (drittes Schwangerschaftsdrittel)
    • Bei benignen (gutartigen) Erkrankungen übersteigt CA 15-3 meist nicht die Grenze von 35 U/l
  • Erniedrigte Werte:
    • Keine diagnostische Relevanz (keine Bedeutung für die Diagnosestellung)
  • Spezifische Konstellationen:
    • Anstieg im Verlauf spricht für Progression (Fortschreiten der Erkrankung) oder Rezidiv (Wiederauftreten der Erkrankung)
    • Abfall unter Therapie (Behandlung) spricht für Therapieansprechen (Wirksamkeit der Behandlung)
    • Einzelwerte haben nur eingeschränkte Aussagekraft (begrenzte Aussage)
    • Die kombinierte Bestimmung mit CEA (Carcinoembryonales Antigen) kann im Verlauf die Sensitivität (Empfindlichkeit) zur Detektion (Erkennung) einer Progression (Fortschreiten der Erkrankung) erhöhen, ersetzt jedoch keine bildgebende Diagnostik (Untersuchungen mit Bildgebung) und ist nicht zur Primärdiagnostik (Erstdiagnose) geeignet

Weiterführende Diagnostik

  • Kombination mit weiteren Tumormarkern (Krebsmarkern), z. B. CEA (Carcinoembryonales Antigen)
  • Bildgebung (Untersuchungen mit Bildgebung), z. B. Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust), Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT)
  • Histologische Sicherung (feingewebliche Untersuchung) bei Verdacht auf Rezidiv (Wiederauftreten der Erkrankung) oder Progress (Fortschreiten der Erkrankung)
  • Verlaufskontrollen (regelmäßige Nachuntersuchungen) in definierten Intervallen

Literatur

  1. Duffy MJ, Evoy D, McDermott EW. CA 15-3: uses and limitation as a biomarker for breast cancer. Clin Chim Acta. 2010;411:1869-1874. https://doi.org/10.1016/j.cca.2010.08.039
  2. Molina R, Auge JM, Escudero JM, et al. Utility of serum tumor markers in breast cancer. Tumour Biol. 2010;31:131-142. https://doi.org/10.1007/s13277-010-0014-9
  3. Cardoso F, Kyriakides S, Ohno S, et al. Early breast cancer: ESMO Clinical Practice Guideline. Ann Oncol. 2019;30:1194-1220. https://doi.org/10.1093/annonc/mdz173