Schulterschmerzen (Omalgie) – Medizingerätediagnostik

Mehr Bauch, obwohl die Waage kaum eine Veränderung zeigt: In den Wechseljahren (Zeit um die letzte Regelblutung) kann sich die Körpermitte verändern, ohne dass das Körpergewicht entsprechend zunimmt. Unter dem Begriff „Hormonbauch“ wird eine Entwicklung zusammengefasst, die viele Frauen beschäftigt und wissenschaftlich gut dokumentiert ist: Fettmasse, fettfreie Masse und die Verteilung der Fettdepots können sich während der menopausalen Transition (Übergang von der fruchtbaren Lebensphase zu den Wechseljahren) unterschiedlich verändern. Dabei geht es auch um die metabolische Gesundheit (Stoffwechselgesundheit), denn insbesondere vermehrtes viszerales Fett (Fett im Bauchraum) ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden [1, 2, 10].

Welche Rolle spielen Östrogen, das follikelstimulierende Hormon (FSH), Schlaf und Muskelmasse? Lässt sich der Entwicklung vorbeugen, und wann sind Hormone sinnvoll? Der wissenschaftliche Blick auf den „Hormonbauch“ zeigt, welche Zusammenhänge beim Menschen nachgewiesen sind und welche bislang experimentelle Hypothesen bleiben. Für spezielle Anti-Aging-Maßnahmen stehen dabei konkrete Ziele im Vordergrund: abdominale Fettzunahme begrenzen, Muskelkraft erhalten und die kardiometabolische Gesundheit (Gesundheit von Herz, Kreislauf und Stoffwechsel) verbessern.

Begriff und wissenschaftliche Einordnung

„Hormonbauch“ ist kein definierter medizinischer Fachbegriff und keine eigenständige Diagnose (Feststellung einer Erkrankung). Im Zusammenhang mit den Wechseljahren bezeichnet er meist eine Zunahme abdominaler Fettdepots (Fettpolster im Bauchbereich). Das zugrunde liegende Phänomen ist wissenschaftlich belegt: Die menopausale Transition (Übergang zu den Wechseljahren) ist mit Veränderungen der Körperzusammensetzung und einer Verschiebung zu einer stärker zentralen Fettverteilung verbunden. Diese Entwicklung lässt sich jedoch weder allein durch einen einzelnen Hormonwert erklären noch bei jeder Frau gleichermaßen vorhersagen [1, 2].

Medizinisch sind drei Größen zu unterscheiden: das Körpergewicht, die Anteile von Fett- und fettfreier Masse sowie die regionale Fettverteilung. Ein unverändertes Gewicht schließt eine Zunahme abdominaler Fettdepots (Fettpolster im Bauchbereich) nicht aus. Umgekehrt beweist ein größerer Bauchumfang weder eine hormonelle Erkrankung noch eine ausgeprägte viszerale Fettvermehrung (Zunahme des Fetts im Bauchraum). Die Bezeichnung „menopausal mitbedingte zentrale Fettakkumulation“ (Fettansammlung im Bauchbereich im Zusammenhang mit den Wechseljahren) ist deshalb wissenschaftlich präziser als „Hormonbauch“ [1, 2, LL4].

Welche Veränderungen sind beim Menschen nachgewiesen?

Eine longitudinale Auswertung (Untersuchung über einen längeren Zeitraum) der Study of Women’s Health Across the Nation (SWAN) mit 1.246 Frauen zeigte, dass sich die Zunahme der Fettmasse ungefähr zwei Jahre vor der letzten Menstruation (Regelblutung) beschleunigte und die fettfreie Weichteilmasse gleichzeitig abnahm. Die durchschnittliche Fettmassenzunahme betrug vor diesem Übergangsintervall etwa 0,25 kg jährlich und währenddessen etwa 0,45 kg jährlich. Die Gewichtszunahme beschleunigte sich dagegen nicht signifikant [1].

Eine weitere SWAN-Auswertung mit 380 Frauen und einer medianen Nachbeobachtung von 11,8 Jahren untersuchte die regionale Fettverteilung. Im Modell für die weiße Referenzgruppe nahm das mittels Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) geschätzte viszerale Fett (Fett im Bauchraum) während der menopausalen Transition (Übergang zu den Wechseljahren) um etwa 6,24 % jährlich zu; nach diesem Übergang verlangsamte sich die Zunahme auf etwa 1,47 % jährlich. Die Verläufe unterschieden sich teilweise zwischen ethnischen Gruppen [2].

Diese Werte beschreiben Gruppenmittel und Modellschätzungen. Sie sind keine individuelle Prognose (Vorhersage des Krankheitsverlaufs) und kein Beleg für eine unvermeidbare Bauchfettzunahme. Die Befunde stützen aber, dass die reproduktive Alterung (Veränderungen im Zusammenhang mit der fruchtbaren Lebensphase) einen Beitrag zur Körperzusammensetzung leistet, der bei alleiniger Betrachtung des Körpergewichts übersehen werden kann. Dabei entspricht die mittels DXA erfasste fettfreie Weichteilmasse nicht ausschließlich der Skelettmuskelmasse (Masse der Muskeln, die den Körper bewegen) [1, 2].

Östrogen: biologisch plausibler und durch Humanexperimente gestützter Einfluss

Die abnehmende ovarielle Estradiolproduktion (Bildung des Hormons Estradiol in den Eierstöcken) ist ein wesentlicher hormoneller Faktor. Östrogensignale beeinflussen die Regulation des Energieverbrauchs und die Verteilung von Fettdepots. In der Perimenopause (Zeit vor der letzten Regelblutung) verläuft die Estradiolkonzentration allerdings nicht kontinuierlich abwärts: Ausgeprägte Schwankungen und zeitweise hohe Konzentrationen können dem dauerhaft niedrigen postmenopausalen Niveau vorausgehen [3, 4, LL1].

Über die Beobachtungsdaten hinaus liefern kontrollierte Humanexperimente Hinweise auf einen ursächlichen Beitrag. Bei Frauen vor der Menopause führte die medikamentöse Unterdrückung der Ovarialfunktion (Eierstockfunktion) ohne Estradiolersatz zu einer Zunahme abdominaler viszeraler Fettdepots (Fettpolster im Bauchraum); Estradiolgabe verhinderte diesen Effekt. Untersuchungen desselben experimentellen Ansatzes zeigten zudem einen Rückgang des Ruheenergieverbrauchs ohne Estradiolersatz [3, 4].

Die Übertragbarkeit ist begrenzt: Eine medikamentös herbeigeführte, relativ abrupte Unterdrückung der Eierstockfunktion bei jüngeren Frauen bildet den natürlichen Übergang zu den Wechseljahren nur teilweise ab. Aus den Ergebnissen folgt daher weder, dass Östrogenmangel jede Gewichtszunahme erklärt, noch dass eine Hormontherapie zur Vorbeugung abdominaler Fettdepots (Fettpolster im Bauchbereich) generell angezeigt wäre [3, 4, LL1, LL2].

Alter, Muskelmasse und Energiebilanz

Reproduktive Alterung (Veränderungen im Zusammenhang mit der fruchtbaren Lebensphase) und chronologisches Alter treten gemeinsam auf, sind aber nicht identisch. Veränderungen der Alltagsaktivität, des Trainings, der Körperzusammensetzung und der Ernährung beeinflussen die Energiebilanz zusätzlich. Gleiche Essgewohnheiten können deshalb bei verändertem Energiebedarf langfristig mit einer Fettzunahme einhergehen [1, 5].

Ein pauschaler „Stoffwechselabsturz ab 40“ ist nicht belegt. Eine große Untersuchung des Energieverbrauchs über die Lebensspanne fand nach Berücksichtigung der Körperzusammensetzung zwischen etwa 20 und 60 Jahren im Mittel einen relativ stabilen Gesamtenergieverbrauch. Diese bevölkerungsbezogene Beobachtung widerlegt individuelle Veränderungen nicht, spricht aber gegen eine zwangsläufige starke Absenkung des Stoffwechsels allein aufgrund des mittleren Lebensalters [5].

Muskelgewebe wird nicht in Fettgewebe umgewandelt. Eine Abnahme von Muskelmasse und eine Zunahme der Fettmasse sind unterschiedliche Prozesse. Krafttraining ist vor allem wegen seiner Wirkungen auf Muskelkraft, Muskelmasse und Funktion relevant; sein Nutzen sollte nicht auf eine vermeintlich enorme Erhöhung des Ruheenergieverbrauchs reduziert werden [1, 12].

Androgene, Sexualhormon-bindendes Globulin und Insulinresistenz

Veränderungen der Sexualhormone und des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) können mit zentraler Fettansammlung zusammenhängen. SWAN-Daten zeigen Zusammenhänge zwischen bioverfügbarem Testosteron und viszeraler Adipositas (krankhaft vermehrtes Fettgewebe im Bauchraum). Daraus ergibt sich jedoch keine universelle postmenopausale „Testosteron-Dominanz“ als Krankheitsbild. Die Beziehungen sind komplex und können in beide Richtungen wirken: Die Stoffwechsellage beeinflusst ihrerseits SHBG und damit die errechnete bzw. gemessene Verfügbarkeit von Androgenen (männlichen Geschlechtshormonen) [6].

Insulinresistenz (verminderte Wirkung von Insulin) ist ebenfalls nicht bei jeder Frau eine zwangsläufige Folge der Menopause. Sie wird durch Adipositas (krankhaftes Übergewicht), ektopische Fettablagerung (Fettansammlung außerhalb des üblichen Fettgewebes), Bewegungsmangel und weitere individuelle Faktoren mitbestimmt. Vermehrtes viszerales Fett und ungünstige Stoffwechselveränderungen treten häufig gemeinsam auf. Einzelne Hormonmessungen oder ein vermeintlich krankhaftes Verhältnis von Östrogen zu Testosteron liefern hierfür keine ausreichende diagnostische Erklärung [6, 10, LL6].

FSH: experimentell interessant, klinisch noch nicht gesichert

Mit nachlassender Eierstockfunktion steigt das follikelstimulierende Hormon (FSH). In Mausmodellen führte eine FSH-Blockade zu geringerer Fettmasse und verstärkter Wärmebildung. Diese Befunde begründen eine Hypothese über FSH-Wirkungen außerhalb der Eierstöcke, beweisen aber keinen entsprechend starken direkten Effekt bei Frauen in den Wechseljahren [7].

Eine 2025 veröffentlichte Arbeit zum humanisierten FSH-blockierenden Antikörper MS-Hu6 berichtete Ergebnisse aus Zell- und Tierexperimenten sowie Untersuchungen an nichtmenschlichen Primaten. „Humanisiert“ beschreibt die Konstruktion des Antikörpers; es bedeutet nicht, dass die Wirksamkeit beim Menschen nachgewiesen wurde. Die Arbeit lieferte vorklinische Daten zur Vorbereitung erster Studien am Menschen [8].

Damit ist eine relevante direkte FSH-Wirkung auf die abdominale Fettansammlung beim Menschen weiterhin eine Forschungsfrage. Aus diesen Arbeiten lässt sich keine etablierte FSH-gerichtete Vorbeugung oder Behandlung ableiten. Insbesondere ist die Vorstellung eines beim Menschen bereits bewiesenen FSH-vermittelten „Fettabbaublocks“ nicht gerechtfertigt [7, 8].

Schlaf und Stress

Schlafmangel kann über Veränderungen von Energieaufnahme, Verhalten und Stoffwechselregulation zur Fettzunahme beitragen. In einer kleinen randomisierten Crossover-Studie (Studie mit wechselnden Behandlungsbedingungen) mit zwölf gesunden, überwiegend männlichen Erwachsenen führte eine zweiwöchige starke Schlafbeschränkung bei frei verfügbarer Nahrung zu höherer Energieaufnahme und einer Zunahme des viszeralen Fetts (Fett im Bauchraum) um ungefähr 11 % [9].

Dieser Versuch unterstützt einen ursächlichen Einfluss ausgeprägten Schlafmangels unter den untersuchten Bedingungen. Er erlaubt keine quantitative Vorhersage für Frauen in den Wechseljahren. Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und gegebenenfalls obstruktive Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) sollten dennoch als behandelbare Faktoren berücksichtigt werden [9, LL1].

Alltagsstress ist nicht mit einem krankhaft erhöhten Cortisolspiegel gleichzusetzen. Aus abdominalem Fett oder subjektivem Stress lässt sich weder ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel noch ein Cushing-Syndrom (Erkrankung durch übermäßiges Cortisol) diagnostizieren. Die endokrinologische Leitlinie (Leitlinie für Erkrankungen der Hormondrüsen) empfiehlt eine Untersuchung auf Hypercortisolismus (krankhaft erhöhte Cortisolwerte) bei klinischem Verdacht, keine routinemäßige Untersuchung sämtlicher Frauen mit abdominaler Gewichtszunahme [LL6].

Weshalb die Fettverteilung gesundheitlich relevant ist

Abdominales subkutanes Fett (Fett unter der Haut im Bauchbereich) liegt unter der Haut; viszerales Fett (Fett im Bauchraum) befindet sich innerhalb der Bauchhöhle. Beide Fettarten sind zu unterscheiden. Der Taillenumfang liefert eine klinisch nützliche, aber indirekte Information über abdominales Übergewicht. Eine genaue Messung und Trennung der Fettarten erfordert geeignete bildgebende Verfahren; ein sichtbarer Bauch erlaubt diese Zuordnung nicht [LL4].

In einer vorausschauenden Auswertung der Framingham-Studie mit 3.086 Personen war mittels Computertomographie (CT) erfasstes viszerales Fett (Fett im Bauchraum) auch nach Berücksichtigung des Body-Mass-Index (BMI) und weiterer Risikofaktoren mit späteren Herz-Kreislauf-Ereignissen verbunden. Auch Zusammenhänge mit Krebserkrankungen wurden beobachtet. Solche Daten begründen eine risikoorientierte Beurteilung, aber keine pauschale Krankheitsprognose für jede Frau mit zunehmendem Bauchumfang [10].

Das klinische Ziel ist daher die Verbesserung der kardiometabolischen Gesundheit (Gesundheit von Herz, Kreislauf und Stoffwechsel) und der körperlichen Funktion. Maßgeblich sind neben der Fettverteilung Blutdruck, Glucosestoffwechsel, Blutfette und Begleiterkrankungen. Ein flacher Bauch ist kein eigenständiges medizinisches Behandlungsziel [LL3, LL4].

Kann eine Zunahme verhindert werden?

Vorbeugung ist möglich, eine vollständige Verhinderung lässt sich jedoch nicht garantieren. In der randomisierten Women’s Healthy Lifestyle Project-Studie waren nach 4,5 Jahren 55 % der Frauen mit einer längerfristigen Ernährungs- und Bewegungsintervention noch auf oder unter ihrem Ausgangsgewicht; in der Kontrollgruppe waren es 26 %. Die Intervention begrenzte auch die Zunahme des Taillenumfangs [11].

Diese direkte Interventionsstudie ist trotz ihres älteren Veröffentlichungsdatums besonders relevant, weil sie die Vorbeugung während des Übergangs zur Zeit nach der Menopause untersuchte. Sie belegt, dass Gewicht und Taillenumfang beeinflussbar sind, nicht die vollständige Verhinderung sämtlicher hormonabhängiger Veränderungen [11].

Bewegung: Ausdauer- und Krafttraining kombinieren

Eine Metaanalyse (Zusammenfassung mehrerer Studien) von 101 Studien mit 5.697 Frauen nach der Menopause fand durch Training günstigere Werte für Fettmasse, Taillenumfang und viszerales Fett (Fett im Bauchraum) sowie Verbesserungen verschiedener Muskel- und fettfreier Massewerte. Die Studien unterschieden sich hinsichtlich der untersuchten Gruppen, Trainingsprogramme und Messverfahren; nicht jeder Endpunkt wurde in allen Studien erfasst [12].

Eine weitere Metaanalyse von 2024 zeigte durch Ausdauertraining eine mittlere Verringerung des Taillenumfangs um etwa 2,03 cm gegenüber den Kontrollbedingungen, bei einem 95%-Konfidenzintervall (Bereich, in dem der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt) von 1,41-2,65 cm Verringerung. Gleichzeitig verbesserten sich weitere kardiometabolische Werte (Werte zu Herz, Kreislauf und Stoffwechsel). Diese durchschnittlichen Effekte sind realistischere Orientierungsgrößen als das Versprechen eines raschen, gezielten Verlusts von Bauchfett [13].

  • Ausdaueraktivität: Als allgemeines Gesundheitsziel gelten 150-300 Minuten pro Woche bei mittlerer Intensität oder 75-150 Minuten bei hoher Intensität bzw. eine entsprechende Kombination. Geeignet sind z. B. zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen [LL5].
  • Krafttraining: An mindestens zwei Tagen pro Woche die großen Muskelgruppen trainieren und die Belastung an Leistungsfähigkeit und Trainingsfortschritt anpassen. Ausdauertraining und Krafttraining ergänzen sich hinsichtlich Fettmasse, Muskelmasse und Funktion [12, LL5].
  • Alltagsbewegung: Längere Sitzphasen begrenzen und regelmäßig unterbrechen. Ein durchhaltbares Programm ist entscheidender als eine bestimmte Trainingsmarke oder ein vermeintlich hormonoptimiertes Trainingsfenster [LL5].

Die wissenschaftlichen Belege stützen eine Verbesserung der gesamten bzw. regionalen Körperzusammensetzung durch Training. Sie begründen kein Versprechen, ausschließlich durch Bauchmuskelübungen genau das darüberliegende Fettpolster abzubauen [12, 13].

Ernährung: Vorbeugung und Gewichtsreduktion unterscheiden

Bei normalgewichtigen Frauen steht die Stabilisierung von Gewicht, Muskelkraft und Stoffwechselgesundheit im Vordergrund. Eine pauschale energiereduzierte Ernährung für jede Frau in den Wechseljahren ist nicht angemessen. Bei behandlungsbedürftigem Übergewicht oder krankhaftem Übergewicht sollte die Kalorienreduktion dagegen individuell festgelegt werden; die deutsche S3-Leitlinie nennt als üblichen Ansatz etwa 500-600 kcal täglich [LL3].

Dass Maßnahmen zur Lebensstiländerung auch nach der Menopause wirken, zeigt eine randomisierte Studie mit 439 Frauen mit Übergewicht bzw. krankhaftem Übergewicht. Nach zwölf Monaten betrug die mittlere Gewichtsreduktion 8,5 % unter Ernährungstherapie, 2,4 % unter Ausdauertraining und 10,8 % unter der Kombination. Diese Ergebnisse stammen aus einem strukturierten Programm und lassen sich nicht als garantierter individueller Erfolg übertragen [14].

Eine pflanzenbetonte mediterrane Ernährung ist eine geeignete Grundlage. In einer PREDIMED-Plus-Auswertung mit 1.521 älteren Erwachsenen mit Übergewicht bzw. krankhaftem Übergewicht und metabolischem Syndrom (Zusammentreffen mehrerer Risikofaktoren für Herz und Stoffwechsel) verringerte die Kombination aus kalorienreduzierter mediterraner Ernährung und körperlicher Aktivität auch das viszerale Fett (Fett im Bauchraum). Die Untersuchung war nicht ausschließlich auf Frauen in den Wechseljahren ausgerichtet; zudem lässt sich der Effekt nicht allein der Ernährungsform zuschreiben [15].

Dabei muss eine günstigere relative Körperzusammensetzung von einem absoluten Erhalt der Muskelmasse unterschieden werden: In PREDIMED-Plus nahm der Anteil der fettfreien Masse zu, obwohl die absolute fettfreie Masse sank. Eine Gewichtsreduktion sollte deshalb durch Krafttraining und ausreichende Proteinzufuhr begleitet werden [12, 15].

  • Lebensmittelauswahl: Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst, Nüsse und geeignete pflanzliche Öle bilden die Grundlage; kalorienreiche Getränke und andere leicht vermeidbare Energiequellen sollten bei einer notwendigen Kalorienreduktion berücksichtigt werden [LL3].
  • Proteinversorgung: Die Menge ist an Alter, Ernährungszustand, Training und Begleiterkrankungen anzupassen. Für gesunde ältere Menschen werden häufig 1,0-1,2 g/kg Körpergewicht täglich als Orientierung verwendet. Dies ist kein eigens geprüfter Zielwert zur Vermeidung von Bauchfett in den Wechseljahren; insbesondere bei relevanter Nierenerkrankung und ausgeprägtem Übergewicht ist eine individuelle Festlegung erforderlich [LL7].
  • Proteinsupplemente: Sie können eine Versorgungslücke schließen, sind aber kein spezifisches Mittel gegen Bauchfett. Eine Metaanalyse bei Frauen nach der Menopause zeigte keinen zusätzlichen Gewichts- oder Fettmassenverlust durch Molkenprotein; bestimmte Muskelwerte verbesserten sich in Kombination mit Krafttraining [16].

Welchen Stellenwert hat die menopausale Hormontherapie?

Eine menopausale Hormontherapie (MHT; Hormonbehandlung in den Wechseljahren) kann die Zunahme abdominaler Fettdepots (Fettpolster im Bauchbereich) etwas abschwächen. Der durchschnittliche Effekt ist klein. Eine systemische MHT (Hormonbehandlung, die im ganzen Körper wirkt) ist deshalb keine Behandlung zur Gewichtsreduktion und keine allein aufgrund eines zunehmenden Bauchumfangs zu begründende Behandlung [LL2].

Die Behandlungsentscheidung richtet sich insbesondere nach belastenden Beschwerden der Wechseljahre und der individuellen Abwägung von Nutzen und Risiken. Bei vorhandener Gebärmutter ist ein ausreichender Schutz der Gebärmutterschleimhaut erforderlich. Bei erhöhtem Risiko für venöse Thromboembolien (Blutgerinnsel in den Venen) bzw. entsprechenden Risikokonstellationen wird Estradiol über die Haut gegenüber Östrogen zum Einnehmen bevorzugt. Eine MHT soll nicht allein zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begonnen werden [LL1].

Auch ein verlässlicher Erhalt der Muskelmasse durch MHT ist nicht gesichert: Eine Metaanalyse mit zwölf Studien und 4.474 Frauen fand keinen statistisch eindeutigen Vorteil hinsichtlich der fettfreien Masse. Hormone ersetzen daher weder Krafttraining noch eine angemessene Ernährung [17].

Klinische Beurteilung und Verlaufskontrolle

Eine sachgerechte Beurteilung erfasst Gewicht und BMI, Taillenumfang, Blutdruck, Glucosestoffwechsel und Blutfettwerte sowie Aktivität, Ernährung, Schlaf und mögliche gewichtsbeeinflussende Arzneimittel. Der Taillenumfang sollte wiederholt nach demselben standardisierten Verfahren gemessen werden. Für Frauen europäischer Herkunft gelten etwa 80 cm als Orientierung für ein erhöhtes und 88 cm für ein stärker erhöhtes Stoffwechselrisiko; die Beurteilung bleibt abhängig von ethnischer Zugehörigkeit und Gesamtsituation [LL3, LL4].

Eine routinemäßige CT-Untersuchung zur Messung des Fetts ist für die Beratung zur Vorbeugung nicht erforderlich. Bei Hinweisen auf eine relevante Abnahme der Muskelkraft oder Funktion kann eine gezielte Beurteilung der Körperzusammensetzung und Muskelfunktion sinnvoll sein. Verlaufserfolge sollten nicht allein an der Waage festgemacht werden [12, LL4].

Eine Gewichtszunahme im Bauchbereich rechtfertigt kein pauschales „Hormonprofil“. Die Untersuchung der Hormondrüsen richtet sich nach dem klinischen Verdacht; bei krankhaftem Übergewicht empfiehlt die European Society of Endocrinology (ESE) eine Prüfung der Schilddrüsenfunktion, während Cortisol- und Geschlechtshormonuntersuchungen gezielt erfolgen sollen [LL6].

Ein neu aufgetretener, anhaltend geblähter oder rasch größer werdender Bauch, insbesondere zusammen mit früher Sättigung, Unterbauchbeschwerden oder einer auffälligen Raumforderung (Gewebewucherung), darf nicht ungeprüft als menopausale Fettvermehrung eingeordnet werden. Solche Beschwerden erfordern eine Abklärung möglicher anderer Ursachen, gegebenenfalls durch eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt [LL8].

Bei krankhaftem Übergewicht und relevanter Gesundheitsbeeinträchtigung kann eine leitliniengerechte Behandlung einschließlich medikamentöser Möglichkeiten notwendig sein. Ihre Begründung ergibt sich aus dem Übergewicht und den Begleiterkrankungen, nicht aus der Bezeichnung „Hormonbauch“ [LL3].

Abkürzungen

  • BMI: Body-Mass-Index
  • CT: Computertomographie
  • DXA: Dual-Röntgen-Absorptiometrie
  • ESE: European Society of Endocrinology
  • FSH: follikelstimulierendes Hormon
  • LL: Leitlinie
  • MHT: menopausale Hormontherapie
  • SHBG: Sexualhormon-bindendes Globulin
  • SWAN: Study of Women’s Health Across the Nation

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