Fistulographie

Die Fistulographie, ein präzises radiologisches Verfahren, zielt auf die Diagnostik und Evaluation von Fisteln ab. Diese abnormalen Verbindungen, sei es zwischen zwei Hohlorganen oder einem Hohlorgan und der Körperoberfläche, können mittels dieses Verfahrens exakt visualisiert werden. Die gewonnenen Einblicke unterstützen maßgeblich die Planung chirurgischer Eingriffe oder anderweitiger Behandlungsmethoden.

Grundlagen der Fistulographie

Durch die Injektion eines Kontrastmittels direkt in den Fistelgang werden diese Verbindungen auf Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht. Die Fistulographie offenbart Größe, Form und Verlauf der Fistel und zeigt auf, ob direkte Verbindungen zu anderen Organen bestehen. Diese Informationen sind von großer Bedeutung, um die Ursachen von Infektionen zu identifizieren und entsprechende Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Anorektale Fisteln (vom After ausgehende Gänge): Besonders relevant bei Morbus Crohn oder postoperativen Zuständen.
  • Urogenitaltrakt-Fisteln: Wichtig bei Verdacht auf vesikovaginale Fisteln – abnormale Verbindung (Fistel) zwischen der Harnblase (Vesica urinaria) und der Vagina (Scheide) – oder vesikointestinale Fisteln – abnormale Verbindung (Fistel) zwischen der Harnblase (Vesica urinaria) und dem Darm (Intestinum).
  • Diabetischer Fuß: Identifikation von Fistelgängen in Verbindung mit tieferliegenden Infektionen.
  • Postoperative Fisteln: Überwachung des Heilungsverlaufs und Erkennung möglicher Komplikationen.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Kontrastmittelallergie: Bei bekannter Allergie gegen jodhaltige Kontrastmittel sind alternative Methoden zu erwägen.
  • Akute Entzündungen: Eine bestehende akute Entzündung im Bereich der Fistel kann eine Durchführung ausschließen.

Vor der Untersuchung

Eine umfassende Aufklärung des Patienten über das Verfahren und mögliche Risiken ist essenziell. Zudem wird die Eignung des Patienten für das Verfahren sorgfältig geprüft, um Kontraindikationen auszuschließen.

Das Verfahren

Unter lokaler Betäubung durchgeführt, beginnt die Fistulographie mit der sorgfältigen Desinfektion der Einstichstelle. Ein dünner Katheter oder eine Kanüle wird in den Fistelgang eingeführt, um das Kontrastmittel zu injizieren. Während das Kontrastmittel den Gang durchläuft, werden Röntgenaufnahmen erstellt, die eine genaue Lokalisierung und Beurteilung der Fistel erlauben.

Mögliche Befunde

  • Normalbefunde: Keine Anzeichen pathologischer Fistelgänge.
  • Fisteln: Klare Darstellung der Fistelgänge, einschließlich ihrer Verbindungen und beteiligten Strukturen.

Nach der Untersuchung

Patienten sollten auf Anzeichen allergischer Reaktionen oder Infektionen achten und bei Beschwerden umgehend ärztlichen Rat einholen.

Mögliche Komplikationen

Frühkomplikationen

  • Allergische Reaktionen: Speziell auf das Kontrastmittel.
  • Infektionen: Risiko an der Einstichstelle.

Spätkomplikationen

  • Chronische Schmerzen: In seltenen Fällen können dauerhafte Beschwerden entstehen.

Fazit

Die Fistulographie ist ein unerlässliches diagnostisches Werkzeug, das durch die präzise Visualisierung von Fistelgängen eine gezielte Behandlungsplanung ermöglicht. Obwohl mit dem Verfahren gewisse Risiken verbunden sind, überwiegt der Nutzen durch die Bereitstellung entscheidender Informationen zur Verbesserung der Patientenversorgung, insbesondere bei komplexen oder wiederkehrenden Fisteln.