Wechseljahre des Mannes (Andropause) – Klassifikation

Testosteronmangel in Abhängigkeit von der Ätiologie (Ursache) [Leitlinie: Guidelines on Sexual and Reproductive Health 2022]:

  • Primärer oder hypergonadotroper Hypogonadismus: Ursache: Testikuläre Insuffizienz (Hodenschwäche, die zu einer ungenügenden Testosteronproduktion führt) kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie angeborene Erkrankungen (z. B. Klinefelter-Syndrom), Keimzelltumoren des Hodens, bestimmte Medikamente oder Drogen. Diese Faktoren können eine Beeinträchtigung der normalen Testosteronproduktion bewirken.
    Labor: T ↓, LH + FSH ↑
  • Sekundärer oder hypogonadotroper Hypogonadismus: Ursache: Verminderte Stimulation der Hoden durch Störungen des Hypothalamus und/oder der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse). Beispiele für solche Störungen sind der isolierte (kongenitale) hypogonadotrope Hypogonadismus (IHH), das Kallmann-Syndrom oder medikamenteninduzierte Hyperprolaktinämien.
    Labor: T ↓, LH + FSH ↓
  • Late-Onset oder funktioneller Hypogonadismus: Funktioneller Hypogonadismus wird häufig fälschlicherweise als "Altershypogonadismus" bezeichnet, da die meisten unspezifischen Symptome oft als Alterserscheinungen abgetan werden. Meistens liegt jedoch ein komorbiditätsbedingtes Testosterondefizit zugrunde. Typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), die mit funktionellem Hypogonadismus in Verbindung gebracht werden können, sind Diabetes mellitus Typ 2, metabolisches Syndrom, Niereninsuffizienz (Nierenschwäche), Lebererkrankungen, kardiovaskuläre Erkrankungen/Herz- und Gefäßerkrankungen sowie Mangel- oder Unterernährung. Diese Erkrankungen beeinflussen die hypothalamisch-hypophysär-gonadale Achse oder die testikuläre Funktion direkt und können so zu einem Testosteronmangel führen.
    Labor: T ↓, LH +FSH variabel

Legende

  • T: Testosteron
  • LH: Luteinisierendes Hormon
  • FSH Follikel-stimulierendes Hormon

Leitlinien

  1. European Association of Urology (EAU): Salonia A et al. Guidelines on Sexual and Reproductive Health 2022 Kapitel 3: Male Hypogonadismus.