Pleuraerguss – Weitere Therapie

Die Therapie des Pleuraergusses richtet sich nach der genauen Ursache.

Eine Pleurapunktion (s. u.ist indiziert zur Verbesserung von ergussbezogenen Symptomen wie einer Dyspnoe (Atemnot), falls es sich um größere Volumina handelt. Des Weiteren ist diese erforderlich bei Vorliegen einer respiratorischen oder kardialen Dekompensation nach Ausdehnung des Pleuraergusses; ggf. ist auch eine Pleuradrainage indiziert (angezeigt). Wg. multipler Punktionen s. u. "Operative Therapie".

Bei Vorliegen eines beidseitigen Pleuraergusses sollte nicht in jedem Fall punktiert werden. Vorrangig ist hier die Behandlung der verursachenden Grundkrankheit (z. B. Herzinsuffizienz/Herzschwäche)

Bei einer Pneumonie (Lungenentzündung) mit Erguss sollte punktiert werden, um ein Pleuraempyem (Ansammlung von Eiter (Empyem) innerhalb des Brustfells (Pleura), das heißt zwischen den beiden Pleurablättern, dem Lungenfell (Pleura visceralis) und dem Rippenfell (Pleura parietalis)) auszuschließen.  

Allgemeines

  • Normalgewicht anstreben!
    Bestimmung des BMI (Body-Mass-Index, Körpermasse-Index) bzw. der Körperzusammensetzung mittels der elektrischen Impedanzanalyse:

    • Unterschreitung der BMI-Untergrenze (ab dem 45. Lebensjahr: 22; ab dem 55. Lebensjahr: 23; ab dem 65. Lebensjahr: 24) → Teilnahme an einem ärztlich betreuten Programm für Untergewichtige

Operative Therapie

  • Pleurodese (Talkum-Pleurodese, TP):  thorakoskopische TP – operativer Eingriff, bei dem das Lungenfell (Pleura visceralis) mit dem Brustfell (Pleura parietalis) verbunden wird; Indikation: bei malignem (bösartigem) Pleuraerguss (MPE)
    Beachte: Multiple Punktionen können Kammerungen verursachen und somit die Drainage und damit auch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
  • Einsatz eines implantierbaren, dauerhaften, getunnelten Pleurakatheters („indwelling pleural catheter“, IPC); Indikation: bei malignem (bösartigem) Pleuraerguss (MPE)
  • Thorakoskopi– Die Thorakoskopie (Spiegelung des Brustkorbs) – meist als videoassistierte Thorakoskopie (VATS; minimal-invasiver Eingriff mit Kamera) durchgeführt – ist eine hochwertige diagnostische Methode (Untersuchungsverfahren) bei unklaren exsudativen Pleuraergüssen (Flüssigkeitsansammlungen im Brustraum mit erhöhtem Eiweißgehalt) nach nicht ausreichender Punktatdiagnostik (Untersuchung der punktierten Flüssigkeit). Sie ermöglicht die direkte Inspektion (Betrachtung) der Pleura (Brustfell) sowie gezielte Biopsien (Gewebeentnahmen) und erreicht eine diagnostische Treffsicherheit (Genauigkeit der Diagnose) von über 90 %, insbesondere bei malignen Ergüssen (bösartig bedingten Flüssigkeitsansammlungen).
    Das Verfahren (Eingriff) gilt als sicher mit niedriger Komplikationsrate (geringes Risiko für Nebenwirkungen). Zusätzlich sind therapeutische Maßnahmen (Behandlungen) möglich, wie die Anlage von Drainagen (Einlage von Schläuchen zur Flüssigkeitsableitung) oder die Durchführung einer Pleurodese (Verklebung des Brustfells) bei rezidivierenden Ergüssen (wiederkehrenden Flüssigkeitsansammlungen).

Hinweis: Das Überleben der Patienten wird nicht durch das verwendete Therapieverfahren bestimmt, sondern durch die Grunderkrankung.

Konventionelle nichtoperative Therapieverfahren

  • Pleurapunktion; Indikationen (Anwendungsgebiete):
    • Diagnostische Indikation: bei unklarer Diagnose; einmalige Entnahme von ca. 10-20 ml Pleuraflüssigkeit zur weiteren Diagnostik (s. u. "Untersuchung eines Pleuraergusses": Differenzierung zwischen Exsudat und Transsudat etc.)
    • Therapeutische Indikationen: Dyspnoe (Atemnot) oder Mediastinalverlagerungen (Verschiebung des Mediastinums aus der Mittellinie des Thorax (Brustkorb) nach links oder rechts); um den Erguss abzulassen: einmalig oder mit Drainage (Thoraxdrainage; Ableitungssystem, das dazu dient, Flüssigkeit aus dem Brustkorb (Thorax) bzw. dem Pleuraraum oder Mediastinalraum zu drainieren)
    Das Verfahren: Die Punktion erfolgt am sitzenden Patienten, der seinen Oberkörper leicht nach vorn beugt. Unter sonographischer Kontrolle wird der Einstich in der hinteren Axillarlinie (gedachte Linie, die senkrecht an der seitlichen Brustwand verläuft) am Rippenoberrand gesetzt.
    Cave! Am Rippenunterrand verlaufen Interkostalgefäße und Nerven.
    Möglichst keine Punktion unterhalb der 9. Rippe, da diese zu Verletzungen der subdiaphragmalen Organe führen kann.
    Mögliche Komplikationen: postfunktioneller Pneumothorax/lebensbedrohliches Krankheitsbild, bei dem Luft in den Pleuraspalt gelangt und damit die Ausdehnung eines Lungenflügels oder beider Lungenflügel behindert (0,6-6,0 %)
  • Saug-Spül-Drainage bei Pleuraempyem (Ansammlung von Eiter (Empyem) innerhalb des Brustfells (Pleura))

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300, E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de