Veränderung der Geschmacksempfindung
Als Chemotherapie bezeichnet man die Therapie von Krebserkrankungen mit Zytostatika (Zytostatikatherapie).
Durch eine Chemotherapie (Synonym: Zytostatikatherapie) sollen Krebszellen selektiv abgetötet werden. Diese selektive Toxizität wurde erstmals von Paul Ehrlich, dem Erfinder der Chemotherapie, postuliert.
Die meisten Chemotherapeutika nutzen die schnelle Teilungsfähigkeit der Krebszellen, da diese sensibler als gesunde Zellen auf Störungen der Zellteilung reagieren. Auf gesunde Zellen mit ähnlich guter Teilungsfähigkeit üben sie allerdings eine ähnliche Wirkung aus. Besonders empfindlich reagieren Zellen der Schleimhäute, des blutbildenden Knochenmarks (Anämie), des Immunsystems und der Haarwurzeln (Alopecia).
Allgemeiner Hinweis:
- Rauchverzicht wird empfohlen, denn dadurch wird die Wirkung der Chemotherapie abgeschwächt.
Die Verträglichkeit einer Chemotherapie hängt stark von der Ausgangssituation – körperliche Fitness, allgemeine Lebensweise und Einstellung zur Therapie – ab.
Die Ernährung während einer Chemotherapie muss bestimmte Anforderungen erfüllen, um dem geschwächten Organismus gerecht zu werden:
- Sie muss leicht verdaulich und gut verträglich sein, denn durch die Therapie ist das Verdauungssystem ohnehin belastet.
- Sie sollte mikronährstoff- (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) und eiweißreich sein.
- Um das durch die Therapie angegriffene Immunsystem zu stärken, sollten vermehrt Antioxidantien und bioaktive Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffe aufgenommen werden.
- Die Ernährung muss an Begleitsymptome der Chemotherapie wie Mundtrockenheit, entzündete Schleimhäute und Durchfallerkrankungen angepasst werden.
Diese Ratschläge und Rezepte sollen helfen, die bei einer Chemotherapie auftretenden Nebenwirkungen zu lindern und eine Gewichtsabnahme so weit wie möglich zu begrenzen.
Veränderung der Geschmacksempfindung
Im Anschluss an eine Chemotherapie kann das Geschmacksempfinden gestört sein. Oft schmeckt vieles bitter oder hat einen Metallgeschmack:
- Die Geschmacksschwelle für Bitter ist herabgesetzt.
- Die Geschmacksschwelle für Süß ist erhöht: stärker süßen.
- Bei Abneigung gegen Fleisch und Wurst: Wechsel auf Eier, Fisch und fettarme Milch, Milchprodukt wie Joghurt, Kefir und Frischkäse mit einem Fettgehalt von höchstens 30 % in der Trockenmasse (F. i. Tr.) sowie Sojaprodukte. Sauermilchprodukte, wie Joghurt, Kefir und Dickmilch, sind meist besser verträglich, weil ein Teil des Milchzuckers, der eine Unverträglichkeit verursachen kann, durch bestimmte Bakterienkulturen zu Milchsäure vergoren ist. Bei Milchzuckerunverträglichkeit ist die Einnahme eines probiotischen Nahrungsergänzungsmittels empfehlenswert.
- Bei schlechtem Geschmack im Mund haben sich Zitronenwasser, ungesüßte Tees, Fruchtsäfte, Tonic Water und Bitter Lemon bewährt.