Tierbiss – Medikamentöse Therapie

Therapieziele

  • Eliminierung der Erreger
  • Vermeidung einer Wundinfektion

Therapieempfehlungen

Bei folgenden Indikationen sollte eine Antibiotika-Prophylaxe bzw. -Therapie erfolgen (Dauer: 3-5 Tage; bei infizierten Wunden: > 14 Tage):

  • primär offene und verschmutzte Wunden
  • verspätete Wundversorgung
  • Bisswunden (Tier- und Menschenbisse; erhöhtes Infektionsrisiko bei Katzen, ca. 80 %!)
    Cave: Stichartige und während der Behandlung verschlossene Bisswunden von Hunden sind hoch infektionsgefährdet – eine prophylaktische Gabe von Antibiotika sollte erwogen werden [1]; speziell bei Bissverletzungen der Hand (im Gegensatz zu Hundebissen an anderen Körperstellen) [2]
  • Fremdkörpern
  • Risikopatienten, d. h. Patienten mit erhöhter Infektionsdisposition (z. B. Diabetes mellitus, Immundefizienz (AIDS, Hepatopathien/Lebererkrankungen, Asplenie/Entfernung der Milz oder Ausfall der Organfunktion), Leberzirrhose (Schrumpfleber) und Patienten mit Implantaten, z. B. implantierte Herzklappe)

Überprüfung des Tetanusschutz!
Bei keinem oder unzureichendem Impfschutz bzw. im Zweifel: Simultanimpfung, aktiv und passiv (5-12 Stunden nach der Verletzung)

Beachte: Meldepflicht bei Verdacht auf Tollwut

Literatur

  1. Tabaka ME et al.: Predictors of infection from dog bite wounds: which patients may benefit from prophylactic antibiotics? Emerg Med J 2015, online 29. Januar; doi: 10.1136/emermed-2014-204378
  2. Medeiros I, Saconato H: Antibiotic prophylaxis for mammalian bites. Cochrane Database Syst Rev. 2001;(2):CD001738.