Schleimbeutelerkrankungen (Bursopathien) – Differentialdiagnosen

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Abszess der Haut und Subkutis (Eiteransammlung der Haut und des Unterhautgewebes) – lokalisierte, druckdolente und gegebenenfalls fluktuierende Schwellung; wichtige Verwechslungsdiagnose bei oberflächlichen Bursopathien (Schleimbeutelerkrankungen)
  • Phlegmone (flächenhafte bakterielle Entzündung des Weichteilgewebes) – diffuse bakterielle Weichteilentzündung mit Rötung, Überwärmung und Schwellung ohne umschriebene bursale Flüssigkeitsansammlung; insbesondere von einer septischen oberflächlichen Bursitis (bakteriell infizierten Schleimbeutelentzündung) abzugrenzen

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Adhäsive Kapsulitis (Schultersteife) – bei Schulterbeschwerden insbesondere durch die ausgeprägte Einschränkung der aktiven und passiven Gelenkbeweglichkeit von einer subakromialen Bursopathie (Schleimbeutelerkrankung unter dem Schulterdach) abzugrenzen
  • Arthrose des benachbarten Gelenks (Gelenkverschleiß des benachbarten Gelenks) – belastungsabhängiger Gelenkschmerz und gegebenenfalls Bewegungseinschränkung statt primär fokaler Druckdolenz über dem Schleimbeutel
  • Calciumpyrophosphat-Depositionskrankheit (CPPD) (Kristallablagerungskrankheit) – akute kristallinduzierte Entzündung kann eine entzündliche Bursopathie imitieren; eine extraartikuläre Kristallablagerung in Schleimbeuteln ist möglich
  • Gicht (Arthritis urica) (Harnsäurekristall-Erkrankung) – akute kristallinduzierte Entzündung bzw. Tophi (Gichtknoten) können insbesondere im Bereich der Bursa olecrani (Schleimbeutel am Ellenbogen) eine Bursopathie imitieren oder mitbedingen
  • Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) (chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung) einschließlich Rheumaknoten – Synovitis (Gelenkinnenhautentzündung), sekundäre Bursitis und derbe Rheumaknoten, insbesondere über dem Olekranon (Ellenbogenfortsatz), sind von mechanischen Bursopathien abzugrenzen
  • Rotatorenmanschetten-Tendinopathie bzw. Rotatorenmanschettenruptur (Sehnenerkrankung bzw. Sehnenriss der Schulter) – wichtige Differentialdiagnosen der subakromialen Bursopathie; häufig bestehen beide Befunde gleichzeitig
  • Septische Arthritis (bakterielle Gelenkentzündung) – bei akut entzündlicher periartikulärer Schwellung zwingend abzugrenzen; typischerweise ausgeprägte Schmerzen und Einschränkung auch der passiven Gelenkbeweglichkeit
  • Tendinitis calcarea (Kalkschulter) – Hydroxylapatitablagerungen (Kalkablagerungen) der Rotatorenmanschette können ausgeprägte akute Schulterschmerzen und eine reaktive subakromiale Bursitis verursachen
  • Tendinopathie bzw. Ruptur der Gluteus-medius- oder Gluteus-minimus-Sehne (Sehnenerkrankung bzw. Sehnenriss der seitlichen Gesäßmuskulatur) – zentrale Differentialdiagnose bei lateralem Hüftschmerz; häufiger Bestandteil des Greater-Trochanteric-Pain-Syndroms (Schmerzsyndrom am seitlichen Hüftknochen) und klinisch oft als trochantere Bursitis fehlinterpretiert

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Weichteilsarkom (bösartiger Weichteiltumor) – bei persistierender, progredienter, atypisch derber oder rezidivierender vermeintlicher Schleimbeutelschwellung als seltene, aber klinisch relevante Differentialdiagnose zu berücksichtigen

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Hämatom (Bluterguss) – posttraumatische bzw. unter Antikoagulation auftretende periartikuläre Blutansammlung kann insbesondere eine akute hämorrhagische Bursopathie (blutungsbedingte Schleimbeutelerkrankung) imitieren