Krämpfe und Spasmen der Muskulatur – Medikamentöse Therapie

Therapieziele bei Muskelkrämpfen

  • Akute Muskelkrämpfe lösen und Häufigkeit, Schmerzen sowie Schlafbeeinträchtigungen vermindern [LL1].
  • Behandelbare Ursachen erkennen und behandeln: Idiopathische Muskelkrämpfe (Muskelkrämpfe ohne erkennbare Ursache) sind von symptomatischen Krämpfen (Muskelkrämpfen infolge einer anderen Ursache), einer zentral bedingten Spastik (erhöhter Muskelspannung durch eine Schädigung von Gehirn oder Rückenmark) und anderen Formen unwillkürlicher Muskelaktivität abzugrenzen [LL1, LL2].

Therapieempfehlungen bei Muskelkrämpfen

  • Akutbehandlung: Den betroffenen Muskel vorsichtig dehnen oder seine Gegenspieler statisch anspannen. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen regelmäßige Dehnübungen empfehlen; siehe auch „Weitere Therapie“ [LL1].
  • Ursachenbezogene Behandlung: Auslösende Medikamente, Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen (Störungen des Mineralstoffhaushalts) sowie neurologische oder internistische Grunderkrankungen berücksichtigen. Nachgewiesene Defizite gezielt ausgleichen [LL1].
  • Magnesium differenziert einsetzen: Bei Magnesiummangel ist eine Substitution angezeigt. Für idiopathische Muskelkrämpfe ohne nachgewiesenen Mangel ist Magnesium kein evidenzbasiertes Mittel erster Wahl; insbesondere bei älteren Erwachsenen ist ein klinisch relevanter prophylaktischer Nutzen nicht überzeugend belegt [3, LL1].
  • Chininsulfat als Reserve: Nur bei Erwachsenen mit sehr häufigen oder besonders schmerzhaften Krämpfen, nachdem behandelbare Ursachen ausgeschlossen wurden und nichtmedikamentöse Maßnahmen unzureichend wirken. Der mäßige Nutzen ist gegen seltene schwere Nebenwirkungen abzuwägen [4, LL1, FI2].
  • Dialyseassoziierte Krämpfe: Blutdruck, Volumenstatus, Ultrafiltration und Dialyseverordnung prüfen. Bei intradialytischer Hypovolämie (zu geringem Blutvolumen während der Blutwäsche) oder Hypotonie (zu niedrigem Blutdruck) gegebenenfalls Ultrafiltration reduzieren beziehungsweise unterbrechen und unter nephrologischer Überwachung Volumen zuführen. Eine pauschale Volumentherapie bei jedem Krampf ist nicht angemessen [LL1].
  • Schwangerschaft: Die Wirksamkeit von Magnesium gegen schwangerschaftsassoziierte Wadenkrämpfe bleibt unsicher. Eine notwendige Magnesiumsubstitution ist möglich; Chinin ist während Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert [3, FI1, FI2].
  • Behandlungserfolg überprüfen: Vor einer symptomatischen Arzneitherapie Häufigkeit, Schmerzstärke und Auswirkungen auf den Schlaf dokumentieren. Unwirksame Behandlungen beenden; für Chinin gelten die unten genannten verbindlichen Überprüfungsintervalle [LL1, FI2].

Medikamentenauslöser und behandelbare Ursachen

Bei neu aufgetretenen oder zunehmenden Krämpfen die gesamte Medikation einschließlich Selbstmedikation auf zeitliche Zusammenhänge mit Therapiebeginn, Dosiserhöhung und Wechselwirkungen überprüfen. Eine mögliche Arzneimittelnebenwirkung ist nicht allein durch die gleichzeitige Einnahme bewiesen. Bei plausibler Zuordnung eine ärztlich gesteuerte Dosisanpassung oder Umstellung erwägen und den Verlauf dokumentieren [7, LL1].

Wirkstoffgruppe beziehungsweise Auslöser Einordnung und therapeutisches Vorgehen
Diuretika, insbesondere Thiazide und Schleifendiuretika Volumenstatus, Natrium, Kalium, Magnesium und Nierenfunktion prüfen; eine Überdiurese (übermäßige Ausscheidung von Wasser durch die Nieren) beziehungsweise nachgewiesene Elektrolytverluste korrigieren. Die Indikation und Dosierung überprüfen. Eine Assoziation mit Krämpfen bedeutet nicht, dass bei jedem Betroffenen ein Elektrolytmangel vorliegt [7, LL1].
β2-Adrenozeptoragonisten, beispielsweise Salbutamol, Formoterol oder Salmeterol Muskelkrämpfe können als Nebenwirkung auftreten. Übermäßige Anwendung und die Kombination mit weiteren kaliumsenkenden Arzneimitteln prüfen; bei entsprechender Konstellation Kalium kontrollieren. Die notwendige Behandlung einer Atemwegserkrankung ärztlich anpassen [7, LL1].
Statine und Fibrate Bei neu auftretenden Muskelbeschwerden einen Arzneimittelzusammenhang, Interaktionen und andere Ursachen prüfen. Bei ausgeprägten Beschwerden oder objektiver Muskelschwäche CK und Nierenfunktion bestimmen. Das statinbedingte zusätzliche Risiko für Muskelkrämpfe ist insgesamt gering; eine wirksame kardiovaskuläre Prävention nicht allein wegen zeitgleich aufgetretener Krämpfe dauerhaft beenden [7, LL1].
Weitere mögliche Auslöser, beispielsweise Donepezil, Raloxifen, Teriparatid, Tamoxifen, Imatinib, Cisplatin oder Vinca-Alkaloide Präparatspezifische Nebenwirkungen und Begleitbefunde berücksichtigen. Je nach Arzneimittel kommen direkte Muskelbeschwerden, Elektrolytverluste oder eine Neuropathie (Erkrankung der Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark) als Zusammenhang infrage. Die Evidenz und die Mechanismen unterscheiden sich zwischen den Wirkstoffen; die Behandlung der Grunderkrankung in die Nutzen-Risiko-Abwägung einbeziehen [LL1].
Absetzen oder Unterbrechung einer antispastischen Behandlung Abruptes Absetzen von Baclofen oder eine Störung der intrathekalen Zufuhr (Verabreichung in den mit Nervenwasser gefüllten Raum um das Rückenmark) kann schwere Spasmen (unwillkürliche Muskelverkrampfungen) und Entzugssymptome auslösen. Nach längerer beziehungsweise hoch dosierter Tizanidintherapie ist ebenfalls ein ausschleichendes Absetzen erforderlich [FI3, FI4, FI9].
  • Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen: Nachgewiesene Hypovolämie, Hypokaliämie (zu niedriger Kaliumgehalt im Blut), Hypomagnesiämie (zu niedriger Magnesiumgehalt im Blut) oder Hypocalcämie (zu niedriger Calciumgehalt im Blut) ursachenbezogen behandeln. Art, Dosis und Geschwindigkeit der Substitution richten sich nach Ausprägung, Symptomen, Nierenfunktion und Begleitmedikation. Eine empirische Kalium- oder Calciumgabe ohne entsprechende Indikation ist keine Standardbehandlung idiopathischer Wadenkrämpfe [LL1].
  • Endokrine Erkrankungen: Bei entsprechender Konstellation Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), Hypoparathyreoidismus (Unterfunktion der Nebenschilddrüsen) und Nebennierenrindeninsuffizienz (unzureichende Hormonbildung der Nebennierenrinde) abklären und spezifisch behandeln; die Krampfbehandlung allein ersetzt die Therapie der endokrinen Ursache nicht [LL1].
  • Internistische und neurologische Ursachen: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Mangelernährung, relevanten Alkoholkonsum, Nieren- oder Lebererkrankungen sowie Neuropathien berücksichtigen. Bei symptomatischen Krämpfen steht die Behandlung der Ursache im Vordergrund [LL1].
  • Abgrenzung anderer Muskelphänomene: Tetanie (krampfartige Muskelanspannungen bei erhöhter Erregbarkeit von Nerven und Muskeln), Myotonie (verzögerte Entspannung eines angespannten Muskels), Dystonie (unwillkürliche Muskelanspannungen mit Fehlhaltungen oder verdrehten Bewegungen) und Neuromyotonie (anhaltende Muskelüberaktivität durch übererregbare Nerven) benötigen eine eigenständige Diagnostik und Behandlung. Eine schmerzhafte Muskelkontraktion ist nicht automatisch ein idiopathischer Muskelkrampf [LL1].

Gutartige Faszikulationen (unwillkürliche Zuckungen kleiner Muskelanteile)

  • Keine routinemäßige Arzneitherapie: Isolierte, als gutartig eingeordnete Faszikulationen ohne objektive Muskelschwäche, Muskelatrophie (Muskelschwund) oder andere pathologische neurologische Befunde benötigen in der Regel keine medikamentöse Behandlung. Aus dem Auftreten von Muskelzuckungen allein ergibt sich keine Indikation für Chinin, Antispastika oder Antikonvulsiva [6, LL1].
  • Aufklärung und Verlauf: Nach angemessener neurologischer Beurteilung über den meist günstigen Verlauf informieren. Individuell erkennbare Auslöser berücksichtigen; bei fortbestehender diagnostischer Unsicherheit oder neuen Begleitbefunden eine Verlaufskontrolle vorsehen. Die günstigen Verlaufsdaten ersetzen keine Untersuchung bei neu auftretender Schwäche oder Muskelatrophie [6, LL1].
  • Behandelbare Begleitursachen: Hinweise auf Arzneimittelwirkungen, Elektrolytstörungen oder eine endokrine Erkrankung gezielt prüfen und einen gesicherten Befund behandeln. Die Behandlung richtet sich gegen die nachgewiesene Ursache und nicht routinemäßig gegen jede Faszikulation [LL1].
  • Krampus-Faszikulations-Syndrom (Beschwerdebild mit Muskelkrämpfen und Muskelzuckungen durch übererregbare Nerven) abgrenzen: Ausgeprägte schmerzhafte Krämpfe zusammen mit Faszikulationen und Zeichen peripherer Nervenübererregbarkeit können eine eigenständige Erkrankung darstellen. Hier kann eine neurologisch geführte, indikationsbezogene Behandlung, beispielsweise mit Carbamazepin oder bei entsprechendem Befund mit Gabapentin, erwogen werden. Diese spezialärztlichen Ansätze dürfen nicht auf isolierte gutartige Faszikulationen übertragen werden [LL1].

Wirkstoffe bei Muskelkrämpfen: Magnesiumsalze zur Substitution

Die folgenden Dosierungsangaben beziehen sich auf Erwachsene. Bei Kindern sind alters- und gewichtsbezogene, präparatspezifische Dosierungen erforderlich.

Wirkstoff Besonderheiten
Magnesiumbis(hydrogenaspartat); alternativ andere zugelassene Magnesiumsalze Substitution bei behandlungsbedürftigem Magnesiummangel. Die Dosierung bezieht sich auf elementares Magnesium, nicht auf die Masse des Magnesiumsalzes. Bei eingeschränkter Nierenfunktion besondere Vorsicht [FI1].
  • Wirkweise: Ausgleich eines Magnesiumdefizits und Normalisierung magnesiumabhängiger neuromuskulärer Funktionen [FI1].
  • Indikationen: Magnesiummangel, insbesondere wenn er ursächlich zu neuromuskulären Beschwerden beiträgt [FI1].
  • Kontraindikationen: Präparatspezifisch insbesondere schwere Nierenfunktionsstörung mit Ausscheidungshemmung, Exsikkose (Austrocknung durch Flüssigkeitsmangel) und Überempfindlichkeit. Bei leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung überwachte Anwendung [FI1].
  • Nebenwirkungen: Weiche Stühle und Diarrhoe (Durchfall); bei eingeschränkter Ausscheidung Gefahr einer Magnesiumakkumulation. Tetracycline und Natriumfluorid zeitlich um 2 bis 3 Stunden versetzt einnehmen [FI1].

Wirkstoffe bei Muskelkrämpfen: Chininsulfat als Reservetherapie

Wirkstoff Besonderheiten
Chininsulfat Ohne Besserung nach 4 Wochen absetzen. Bei Wirksamkeit alle 3 Monate Behandlungsunterbrechung zur Überprüfung der weiteren Notwendigkeit. Nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren anwenden [FI2].
  • Wirkweise: Verminderung der Erregbarkeit der motorischen Endplatte und Verlängerung der Refraktärzeit der Skelettmuskulatur [FI2].
  • Indikationen: Ausschließlich die oben beschriebene eng begrenzte Reserveindikation [FI2].
  • Kontraindikationen: Unter anderem Schwangerschaft, Stillzeit, Chininüberempfindlichkeit, Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel (angeborene Enzymstörung mit erhöhtem Risiko für den Zerfall roter Blutkörperchen), Myasthenia gravis (Erkrankung mit belastungsabhängiger Muskelschwäche), Tinnitus (Ohrgeräusche), Sehnervvorschädigung, unbehandelte Hypokaliämie, relevante Herzrhythmusstörungen, schwere dekompensierte Herzinsuffizienz (schwere Herzschwäche mit unzureichender Kreislaufleistung), angeborene oder erworbene QT-Verlängerung (Verlängerung einer elektrischen Erholungsphase des Herzens) sowie QT-verlängernde Begleitmedikation [FI2].
  • Nebenwirkungen: Gastrointestinale Beschwerden und Cinchonismus (Beschwerdebild durch Chinin mit beispielsweise Ohrgeräuschen, Schwindel und Sehstörungen) mit Tinnitus, Schwindel oder Sehstörungen; außerdem immunvermittelte Thrombozytopenie (durch eine Immunreaktion verursachter Mangel an Blutplättchen), schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und potenziell lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen [FI2].
  • Sicherheitskontrollen: Kardiale Risiken, Wechselwirkungen und Elektrolyte prüfen; EKG insbesondere bei kardialen Risiken oder Symptomen. Bei Blutungszeichen sofort absetzen. Nach chinininduzierter Thrombozytopenie auch chininhaltige Getränke dauerhaft meiden [FI2].
  • Langzeitsicherheit: Die Beobachtungsstudie von Fardet et al. fand eine Assoziation zwischen langfristiger Chininexposition und erhöhter Gesamtsterblichkeit. Sie beweist weder Kausalität noch eine bestimmte Todesursache; die berichteten Mortalitätsdaten dürfen deshalb nicht als Nachweis tödlicher ventrikulärer Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen aus den Herzkammern) dargestellt werden [2].

Therapieziele bei Spastik

  • Schmerzen und störende Spasmen vermindern sowie Beweglichkeit, Alltagstätigkeiten, Lagerung und Pflege erleichtern [LL2].
  • Individuelle Funktionen erhalten: Einen für Stehen oder Transfers hilfreichen Muskeltonus berücksichtigen; Tonusreduktion bedeutet nicht automatisch Funktionsgewinn [LL2].

Therapieempfehlungen bei Spastik

  • Behandlungsziele festlegen: Auslöser einer Verschlechterung behandeln und Pharmakotherapie mit Physiotherapie, Ergotherapie und geeigneter Hilfsmittelversorgung verbinden [LL2].
  • Behandelbare Verstärker suchen: Bei neu zunehmender Spastik insbesondere Schmerzen, Harnwegsinfekte, Obstipation (Verstopfung), Harnverhalt (Unfähigkeit, die gefüllte Blase zu entleeren), Druckschäden und Probleme der Lagerung beziehungsweise Hilfsmittelversorgung prüfen. Vor einer bloßen Dosiserhöhung die auslösende Ursache behandeln [LL2].
  • Fokale oder multifokale Spastik: Botulinumtoxin Typ A bevorzugt erwägen, wenn definierte Muskelgruppen Beschwerden verursachen; ein vorheriges Ausschöpfen oraler Antispastika ist nicht grundsätzlich erforderlich [LL2].
  • Generalisierte oder multisegmentale Spastik: Baclofen oder Tizanidin sind etablierte orale Optionen. Langsam titrieren und Nutzen gegen Sedierung, Muskelschwäche und Sturzrisiko abwägen [LL2, FI3, FI4].
  • Therapieresistente schwere Spastik: Eine intrathekale Baclofentherapie in einem spezialisierten Zentrum prüfen [LL2, FI9].
  • Multiple Sklerose (chronische entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark): Nabiximols kann bei unzureichendem Ansprechen auf andere Antispastika als Zusatztherapie eingesetzt werden. Die Evidenz betrifft vor allem die subjektive Spastikverbesserung; ein gesicherter umfassender Funktionsgewinn lässt sich daraus nicht ableiten [1, 5, FI7].

Zentral wirksame Antispastika: Baclofen

Wirkstoff Besonderheiten
Baclofen oral Reguläre Tageshöchstdosis laut zitierter Fachinformation 75 mg; 90 bis 120 mg/Tag nur ausnahmsweise, meist stationär. Bei empfindlichen Patienten niedriger beginnen. Nierenfunktion vor und während der Behandlung berücksichtigen [FI3].
  • Wirkweise: GABA-B-Rezeptoragonist mit Hemmung spinaler Erregungsübertragung [FI3].
  • Indikationen: Spastizität infolge zentralnervöser Erkrankungen, insbesondere spinaler Genese [FI3].
  • Kontraindikationen: Die zitierte deutsche Fachinformation nennt Überempfindlichkeit, Epilepsie (Erkrankung mit wiederkehrenden Krampfanfällen) beziehungsweise andere zerebrale Anfallsleiden und terminale Niereninsuffizienz (Nierenversagen im Endstadium). Bei sonstiger Niereninsuffizienz Dosis reduzieren; bereits niedrige Dosen können neurotoxisch wirken [FI3].
  • Nebenwirkungen: Sedierung, Schwindel, Muskelschwäche, Übelkeit, Hypotonie und Verwirrtheit; bei Überdosierung Atemdepression (gefährliche Abschwächung der Atmung) oder Koma (tiefe Bewusstlosigkeit). Nach längerer Anwendung ausschleichend absetzen: Abrupter Entzug kann Delir (akuten Verwirrtheitszustand), Krampfanfälle und schwere Rebound-Spastik (erneute verstärkte Muskelverkrampfung nach Absetzen) auslösen [FI3].

Zentral wirksame Antispastika: Tizanidin

Wirkstoff Besonderheiten
Tizanidin Bei Kreatinin-Clearance < 25 ml/min Beginn mit 2 mg einmal täglich und besonders langsame Titration. Leberwerte vor Therapiebeginn und während der ersten 4 Monate monatlich kontrollieren [FI4].
  • Wirkweise: Zentraler α2-Adrenozeptoragonist; Hemmung exzitatorischer spinaler Signalübertragung [FI4].
  • Indikationen: Neurogene Spastizität bei Erkrankungen oder Schädigungen von Gehirn und Rückenmark [FI4].
  • Kontraindikationen: Schwere Leberfunktionsstörung, Überempfindlichkeit und gleichzeitige Anwendung starker CYP1A2-Hemmer, insbesondere Ciprofloxacin oder Fluvoxamin [FI4].
  • Nebenwirkungen: Müdigkeit, Mundtrockenheit, Muskelschwäche, Hypotonie, Bradykardie (verlangsamter Herzschlag) und Leberschädigung. Bei persistierendem Anstieg von ALT (GPT) oder AST (GOT) über das Dreifache der oberen Normgrenze absetzen; nach längerer oder hoch dosierter Therapie ausschleichen, um Rebound-Hypertonie (erneuten verstärkten Blutdruckanstieg nach Absetzen) und Tachykardie (beschleunigten Herzschlag) zu vermeiden [FI4].

Zentral wirksame Antispastika: Tolperison

Wirkstoff Besonderheiten
Tolperison Nach den Mahlzeiten einnehmen. In Deutschland ausschließlich zur symptomatischen Behandlung der Spastizität nach Schlaganfall bei Erwachsenen zugelassen [FI5, FI11].
  • Wirkweise: Zentral muskelrelaxierend; unter anderem Hemmung spannungsabhängiger Natriumkanäle [FI5].
  • Indikationen: Spastizität nach Schlaganfall bei Erwachsenen; keine pauschale Ersatztherapie für andere Muskelrelaxanzien bei Muskelverspannungen oder Wadenkrämpfen [FI5, FI11].
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Tolperison, Eperison oder Bestandteile, Myasthenia gravis und Stillzeit. Bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung wird die Anwendung nicht empfohlen [FI5].
  • Nebenwirkungen: Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum anaphylaktischen Schock (lebensbedrohlichen Kreislaufversagen durch eine allergische Reaktion), Schwindel, Muskelschwäche und gastrointestinale Beschwerden. Bei allergischen Symptomen sofort absetzen; nach einer Überempfindlichkeitsreaktion keine erneute Gabe [FI5, FI11].

Peripher wirksame Antispastika: Dantrolen

Wirkstoff Besonderheiten
Dantrolen oral Individuell niedrigste wirksame Dosis. Ohne Behandlungserfolg nach 6 bis 8 Wochen absetzen. ALT (GPT) und AST (GOT) vor Beginn und regelmäßig kontrollieren; bei pathologischen Werten oder Symptomen einer Leberschädigung absetzen [FI6].
  • Wirkweise: Hemmung der Calciumfreisetzung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum; direkte Relaxation der Skelettmuskulatur. Dantrolen ist kein Phenothiazin [FI6].
  • Indikationen: Chronische schwere Spastizität, beispielsweise nach Schlaganfall oder Rückenmarkverletzung sowie bei Multipler Sklerose; Einsatz nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung [FI6].
  • Kontraindikationen: Lebererkrankungen, eingeschränkte Lungenfunktion, schwere kardiale Funktionsstörung infolge einer Herzmuskelerkrankung, funktionell notwendige Tonuserhöhung, Schwangerschaft, Stillzeit und Überempfindlichkeit [FI6].
  • Nebenwirkungen: Muskelschwäche, Müdigkeit, Schwindel, Diarrhoe, Atemdepression und potenziell tödliche Leberschädigung. Gleichzeitige Östrogene oder andere lebertoxische Arzneimittel können das Leberrisiko erhöhen [FI6].

Cannabinoide: Nabiximols bei Multipler Sklerose

Wirkstoff Besonderheiten
Nabiximols: standardisierter Cannabisextrakt mit Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) Oromukosale Zusatztherapie. Nach 4 Wochen nur bei klinisch relevanter Besserung fortführen; in Studien mindestens 20 % Verbesserung der patientenberichteten Spastik auf einer numerischen Ratingskala [FI7].
  • Wirkweise: Modulation des Endocannabinoidsystems; THC wirkt unter anderem an CB1- und CB2-Rezeptoren [FI7].
  • Indikationen: Mittelschwere bis schwere Spastik bei erwachsenen Patienten mit Multipler Sklerose nach unzureichendem Ansprechen auf andere Antispastika und nachgewiesenem Ansprechen im Therapieversuch [1, 5, FI7].
  • Kontraindikationen: Unter anderem relevante psychotische Erkrankungen (Erkrankungen mit gestörter Wahrnehmung der Wirklichkeit) beziehungsweise entsprechende Eigen- oder Familienanamnese, bestimmte schwere psychiatrische Erkrankungen, Stillzeit und Überempfindlichkeit. Schwangerschaft möglichst vermeiden; Organfunktionsstörungen und Interaktionen berücksichtigen [FI7].
  • Nebenwirkungen: Schwindel, Müdigkeit, kognitive oder psychiatrische Störungen, Mundschleimhautreizungen und Stürze. Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und additive Sedierung beachten [5, FI7].

Benzodiazepine: begrenzter Einsatz im Einzelfall

Wirkstoff Besonderheiten
Diazepam Nur nach strenger Indikationsstellung und möglichst kurzzeitig; keine bevorzugte Dauertherapie. Bei akuten Beschwerden Einzelgaben oder wenige Tage; nach längerer Einnahme ausschleichen [FI8].
  • Wirkweise: Verstärkung der GABA-A-vermittelten Hemmung mit zentral muskelrelaxierender, sedierender und anxiolytischer Wirkung [FI8].
  • Indikationen: Ausgewählte Zustände mit erhöhtem Muskeltonus, wenn Nutzen und kurzfristiger Behandlungsbedarf die Risiken überwiegen [FI8].
  • Kontraindikationen: Unter anderem Abhängigkeitsanamnese, akute Intoxikation (Vergiftung) mit zentral dämpfenden Substanzen, Myasthenia gravis, schwere Atem- oder Leberinsuffizienz und Schlafapnoe-Syndrom (Erkrankung mit wiederholten Atemaussetzern im Schlaf) [FI8].
  • Nebenwirkungen: Sedierung, Ataxie (Störung der Bewegungskoordination), Stürze, Gedächtnisstörungen, paradoxe Erregung, Abhängigkeit und Entzugssymptome. Mit Opioiden erhöhtes Risiko für Atemdepression, Koma und Tod [FI8].

Intrathekale Antispastika: Baclofen

Wirkstoff Besonderheiten
Baclofen intrathekal Ausschließlich spezialisiertes Zentrum mit kontinuierlicher Nachsorge, gesicherten Nachfüllterminen und Notfallversorgung. Angaben in µg, nicht in mg [FI9].
  • Wirkweise: Spinale GABA-B-Rezeptoraktivierung durch direkte Wirkstoffzufuhr in den Liquorraum [FI9].
  • Indikationen: Schwere chronische Spastizität, wenn orale Therapie nicht ausreichend wirkt oder nicht vertragen wird [FI9].
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit und therapieresistente Epilepsie. Vor Testung und Implantation Infektionen ausschließen; sichere Betreuung des Pumpsystems muss gewährleistet sein [FI9].
  • Nebenwirkungen: Muskelhypotonie (zu geringe Muskelspannung), Sedierung, Atemdepression und Koma bei Überdosierung sowie Katheter-, Pumpen- oder Infektionskomplikationen. Eine Unterbrechung der Zufuhr kann lebensbedrohlichen Entzug mit Hyperthermie (stark erhöhter Körpertemperatur), schwerer Spastik und Rhabdomyolyse (Zerfall von Muskelgewebe) verursachen [FI9].

Lokal wirksame Antispastika: Botulinumtoxin Typ A

Wirkstoff Besonderheiten
Botulinumtoxin Typ A; Dosierungsbeispiel OnabotulinumtoxinA Einheiten verschiedener Präparate sind nicht austauschbar. Zulassung, Höchstdosis und Wiederholungsintervall gelten präparatspezifisch; pädiatrische Behandlung gesondert dosieren [FI10].
  • Wirkweise: Hemmung der präsynaptischen Acetylcholinfreisetzung an der motorischen Endplatte [FI10].
  • Indikationen: Behandlungsbedürftige fokale oder multifokale Spastik mit definiertem Therapieziel; konkrete Zulassung nach Präparat, Ursache, Alter und betroffener Extremität beachten. Anwendungen außerhalb der Zulassung sind Off-Label-Use [LL2, FI10].
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit und Infektion an der vorgesehenen Injektionsstelle. Besondere Vorsicht bei neuromuskulären Übertragungsstörungen (Störungen der Signalübertragung vom Nerv auf den Muskel) sowie vorbestehender Dysphagie (Schluckstörung) oder Atemstörung [FI10].
  • Nebenwirkungen: Lokale Muskelschwäche, Injektionsschmerz und selten entfernte Toxinwirkungen mit generalisierter Schwäche, Dysphagie oder Atemstörung [FI10].

Weitere präparatspezifische Indikationen sind Blepharospasmus (unwillkürlicher Lidkrampf), hemifazialer Spasmus (unwillkürliche Muskelkrämpfe einer Gesichtshälfte), zervikale Dystonie (unwillkürliche Verkrampfung der Halsmuskulatur mit Fehlhaltung des Kopfes) und bestimmte Blasenfunktionsstörungen. Hierfür gelten eigene Injektions- und Dosierungsschemata [FI10].

Nicht als Standardtherapie empfohlene Wirkstoffe

  • Tetrazepam: Wegen schwerwiegender Hautreaktionen seit 2013 nicht mehr als Therapieoption vorsehen; der frühere Dosierungseintrag entfällt [FI12].
  • Weitere frühere Therapieansätze: Memantin, Phenothiazine, Progabid, Levodopa und Clonidin gehören nicht zur etablierten medikamentösen Standardtherapie des spastischen Syndroms [LL2].
  • Clonazepam: Eine Anwendung gegen Spastik ist Off-Label-Use und allenfalls spezialärztlich zu erwägen; 6 mg/Tag ist keine pauschale Anfangsdosis [LL2].

Red Flags (Warnzeichen) bei Krämpfen und Spasmen

  • Neue Paresen (Lähmungen), Muskelatrophien oder auffälliger neurologischer Befund: Zeitnahe neurologische Abklärung statt rein symptomatischer Krampfbehandlung. Dies gilt auch bei zunächst als gutartig eingeordneten Faszikulationen [6, LL1].
  • Ausgeprägte Muskelbeschwerden mit dunklem Urin oder objektiver Muskelschwäche: Eine Rhabdomyolyse beziehungsweise relevante Myopathie (Muskelerkrankung) unverzüglich abklären, insbesondere bei möglichem Arzneimittelzusammenhang [LL1].
  • Blutungszeichen oder Synkope (kurzzeitige Bewusstlosigkeit) unter Chinin: Absetzen und unverzüglich ärztlich abklären [FI2].
  • Rasche Spastikzunahme und Fieber bei Baclofenpumpe: Sofortige Notfallabklärung wegen möglichen Baclofenentzugs [FI9].
  • Atemstörung, ausgeprägte Somnolenz (krankhafte Schläfrigkeit) oder neu auftretende Dysphagie: Sofortige Notfallabklärung, insbesondere unter zentral dämpfender Medikation oder nach Botulinumtoxin [FI3, FI8, FI10].
  • Ikterus (Gelbsucht) unter Tizanidin oder Dantrolen: Verdacht auf medikamentöse Leberschädigung; umgehend absetzen und abklären [FI4, FI6].

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die Muskeln sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (D3, B1)
  • Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, ggf. Calcium*)
  • Spurenelemente (Zink)
  • Weitere Vitalstoffe (Fruchtsäuren – Citrat (gebunden in Magnesium-, Kalium- und Calciumcitrat))

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Abkürzungen

  • ALT: Alanin-Aminotransferase; auch GPT genannt.
  • AST: Aspartat-Aminotransferase; auch GOT genannt.
  • AWMF: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.
  • Ca: Calcium.
  • CB1 und CB2: Cannabinoidrezeptoren Typ 1 und Typ 2.
  • CBD: Cannabidiol.
  • CK: Creatinkinase.
  • CYP1A2: Cytochrom-P450-Enzym 1A2.
  • EKG: Elektrokardiogramm.
  • FI: Fachinformation beziehungsweise ergänzende Produkt- oder Sicherheitsinformation.
  • GABA: Gamma-Aminobuttersäure.
  • GOT: Glutamat-Oxalacetat-Transaminase; auch AST genannt.
  • GPT: Glutamat-Pyruvat-Transaminase; auch ALT genannt.
  • LL: Leitlinie.
  • S1: Leitlinie auf Grundlage eines informellen Expertenkonsenses.
  • S2k: Leitlinie auf Grundlage einer strukturierten Konsensfindung.
  • THC: Delta-9-Tetrahydrocannabinol.
  • QT: Zeitraum zwischen Beginn der Q-Zacke und Ende der T-Welle im EKG.

Literatur

  1. Novotna A, Mares J, Ratcliffe S et al.: A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, enriched-design study of nabiximols (Sativex), as add-on therapy, in subjects with refractory spasticity caused by multiple sclerosis. Eur J Neurol. 2011;18(9):1122-1131. doi: 10.1111/j.1468-1331.2010.03328.x.
  2. Fardet L, Nazareth I, Petersen I: Association Between Long-term Quinine Exposure and All-Cause Mortality. JAMA. 2017;317(18):1907-1909. doi: 10.1001/jama.2017.2332.
  3. Garrison SR, Korownyk CS, Kolber MR et al.: Magnesium for skeletal muscle cramps. Cochrane Database Syst Rev. 2020;9(9):CD009402. doi: 10.1002/14651858.CD009402.pub3.
  4. El-Tawil S, Al Musa T, Valli H et al.: Quinine for muscle cramps. Cochrane Database Syst Rev. 2015;(4):CD005044. doi: 10.1002/14651858.CD005044.pub3.
  5. Filippini G, Minozzi S, Borrelli F et al.: Cannabis and cannabinoids for symptomatic treatment for people with multiple sclerosis. Cochrane Database Syst Rev. 2022;5(5):CD013444. doi: 10.1002/14651858.CD013444.pub2.
  6. Montalvo A, Swash M, de Carvalho M: Benign fasciculations: A follow-up study with electrophysiological studies. Muscle Nerve. 2021;64(6):670-675. doi: 10.1002/mus.27411.
  7. Garrison SR, Dormuth CR, Morrow RL et al.: Nocturnal leg cramps and prescription use that precedes them: A sequence symmetry analysis. Arch Intern Med. 2012;172(2):120-126. doi: 10.1001/archinternmed.2011.1029.

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: Crampi/Muskelkrämpfe. (AWMF-Registernummer: 030-037). Version 6.0, November 2023; veröffentlicht Februar 2024. Langfassung [LL1]
  2. S2k-Leitlinie: Therapie des spastischen Syndroms. (AWMF-Registernummer: 030-078). Version 6.1, Dezember 2024; veröffentlicht Februar 2025. Langfassung [LL2]

Fachinformationen

  1. Verla-Pharm: Magnesium Verla N Konzentrat 5 mmol. Gebrauchsinformation, Stand April 2022. Gebrauchsinformation [FI1]
  2. Cassella-med: Limptar N 200 mg Filmtabletten. Fachinformation, Stand April 2026. Fachinformation [FI2]
  3. ratiopharm: Baclofen-ratiopharm Tabletten. Fachinformation, Stand Februar 2026. Fachinformation [FI3]
  4. TEVA: Tizanidin-TEVA 6 mg Tabletten. Fachinformation, Stand Juni 2023. Fachinformation [FI4]
  5. Strathmann: Mydocalm 50 mg Filmtabletten. Fachinformation, Stand Oktober 2023. Fachinformation [FI5]
  6. Norgine: Dantamacrin 25 mg Hartkapseln. Fachinformation, Stand November 2025. Fachinformation [FI6]
  7. Almirall: Sativex 27 mg/25 mg Spray zur Anwendung in der Mundhöhle. Fachinformation, Stand April 2026. Fachinformation [FI7]
  8. ratiopharm: Diazepam-ratiopharm 10 mg Tabletten. Fachinformation, Stand April 2018. Fachinformation [FI8]
  9. Novartis: Lioresal Intrathecal 10 mg/20 ml und 10 mg/5 ml Infusionslösung. Fachinformation, Stand Oktober 2024. Fachinformation [FI9]
  10. AbbVie: BOTOX 50/100/200 Allergan-Einheiten. Fachinformation, Stand August 2026. Fachinformation [FI10]
  11. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Ergänzende Sicherheitsinformation, Rote-Hand-Brief zu tolperisonhaltigen Arzneimitteln: Negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis bei Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation. 2. Juni 2020. Rote-Hand-Brief [FI11]
  12. Zulassungsinhaber tetrazepamhaltiger Arzneimittel: Ergänzende Sicherheitsinformation, Rote-Hand-Brief zum Ruhen der Zulassungen zum 1. August 2013 wegen schwerwiegender Hautreaktionen. Juni 2013. Rote-Hand-Brief [FI12]