Hallux rigidus – Operative Therapie

Wenn die Beschwerden trotz konservativer Therapie anhalten oder wiederkehren, sollte eine operative Therapie in Betracht gezogen werden. Da die Arthrose eine progrediente (fortschreitende) Erkrankung ist, sind gelenkerhaltende Operationen in der Regel nur mit einem temporären Erfolg verbunden.

Folgende operative Therapien können, je nach Beschwerdebild bzw. Grad der Gelenkschädigung, zum Einsatz kommen:

  • Arthrodese (Versteifung) des Grundgelenks [therapeutisches Standardverfahren beim symptomatischen schweren Hallux rigidus]
    • Indikationen:
      • schwere Form des Hallux rigidus
      • junge, aktive Personen
      • das Grundgelenk der Großzehe ist bereits zerstört
  • Cheilotomie – gelenkerhaltend; Knochenanbauten am Mittelfußknochen und am Grundglied der Großzehe werden entfernt, ggf. auch die entzündete Synovialis (Gelenkinnenhaut bzw. Gelenkschleimhaut); die Streckung des Grundgelenks der Großzehe wird erleichtert
    • Indikationen:
      • milde Form des Hallux rigidus
      • das Gelenk ist noch unbeschädigt
  • Endoprothese (Gelenkersatz) 
    • Totalendoprothese: beide Gelenkpartner werden ersetzt
    • Hemiprothese: nur ein Gelenkpartner wird ersetzt
    • Hinweis: Langzeitstudien, die einen zuverlässigen Erfolg zeigen, fehlen noch!
  • Osteotomie (Durchtrennung von Knochen) – Verkürzung des Mittelfußknochens zur Entlastung des Grundgelenks der Großzehe und um das Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern.
  • Resektionsarthroplastik (Formänderung durch Entfernung des Gelenkes und Ausbildung eines Falschgelenkes (Pseudarthrose)) nach Keller-Brandes – nicht gelenkerhaltend; wird nur noch in seltenen Fällen durchgeführt; eine Restbeweglichkeit bleibt erhalten, allerdings ist die Funktion der Großzehe beim Laufen gestört
    • Indikationen:
      • ältere, weniger aktive Personen
      • fortgeschrittene Arthrose im Grundgelenk der Großzehe

Nachbehandlung

Je nach durchgeführtem Operationsverfahren ist für eine definierte Zeit eine Ruhigstellung des Fußes, z. B. in einem Therapieschaumstoffschuh, Vorfußentlastungsschuh oder im Gipsverband erforderlich. Anschließend sollte frühzeitig mit physikalischen Therapien begonnen werden.