Tularämie (Hasenpest) – Medikamentöse Therapie
Therapieziele
- Eliminierung der Erreger (Francisella tularensis)
- Rasche klinische Besserung der Symptomatik (Beschwerden)
- Vermeidung von Komplikationen (Folgeerkrankungen) (z. B. suppurative Lymphadenitis (eitrige Lymphknotenentzündung), Pneumonie (Lungenentzündung), Sepsis (Blutvergiftung))
- Verhinderung von Rezidiven (Wiederauftreten der Erkrankung) durch ausreichend lange antibiotische Therapie (Behandlung mit Antibiotika)
Therapieempfehlungen
- Symptomatische Therapie (Behandlung der Beschwerden) (ggf. Analgetika (Schmerzmittel), Antipyretika (fiebersenkende Medikamente), Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit))
- Antibiose (Antibiotikabehandlung): Aminoglykoside (bei schweren/systemischen Verläufen), Fluorchinolone (Ciprofloxacin) oder Tetracycline (Doxycyclin) bei milden bis moderaten Verläufen
Beachte: β-Lactam-Antibiotika (Penicilline, Aminopenicilline und Cephalosporine) sind gegen Francisella tularensis therapeutisch wirkungslos.
Wirkstoffe (Hauptindikation)
Antibiotika
| Wirkstoffgruppe | Wirkstoffe | Besonderheiten |
| Aminoglykoside | Gentamicin | Therapie der ersten Wahl bei schweren/systemischen Verläufen Therapiedauer: 7-10 d Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz (eingeschränkte Nierenfunktion) |
| Streptomycin | Historischer Goldstandard Therapiedauer: 7-10 d |
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| Tobramycin | Alternative zu Gentamicin Therapiedauer: 7-10 d Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz (eingeschränkte Nierenfunktion) |
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| Fluorchinolone | Ciprofloxacin | Antibiotikum der ersten Wahl bei milden bis moderaten Verläufen Therapiedauer: 10-14 d |
| Tetracycline | Doxycyclin | Therapiedauer: 14-21 d KI (Gegenanzeige) bei schwerer Leberinsuffizienz (schwere Leberfunktionsstörung) |
- Wirkweise Aminoglykoside: bakterizid (bakterienabtötend)
- Wirkspektrum: Breitspektrumantibiotika (Antibiotika gegen viele verschiedene Bakterien) gegen zahlreiche gramnegative Erreger; gute Wirksamkeit gegen Francisella tularensis
- Nebenwirkungen: allergische Reaktionen, nephrotoxisch (nierenschädigend), ototoxisch (gehörschädigend), neurotoxisch (nervenschädigend)
- Wirkweise Fluorchinolone: bakterizid (bakterienabtötend) durch Hemmung der bakteriellen DNA-Gyrase und Topoisomerase IV
- Wirkspektrum: Enterobakterien, Haemophilus influenzae, Staphylokokken, Pneumokokken, Enterokokken, Chlamydien, Legionellen, Mykoplasmen, Pseudomonas
- Nebenwirkungen: gastrointestinal (Magen-Darm-Beschwerden) (Übelkeit, Erbrechen), neurotoxisch (nervenschädigend), Tendopathien (Sehnenschäden), selten hepatotoxisch (leberschädigend), allergische Reaktionen
- Wirkweise Tetracycline: bakteriostatisch (wachstumshemmend für Bakterien)
- Wirkspektrum: Meningokokken, Gonokokken, Escherichia coli, Yersinien, Salmonellen, Brucellen, Shigellen, Vibrionen, Listerien, Actinomyceten, Streptococcus pyogenes, Streptococcus pneumoniae, Borrelien, Rickettsien, Chlamydien, Mykoplasmen
- Nebenwirkungen: gastrointestinal (Magen-Darm-Beschwerden) (Übelkeit, Erbrechen), Schleimhautschädigung, Einlagerung in Zähne und Knochen, Photodermatose (Lichtüberempfindlichkeit der Haut)
Hinweis: Bei ulzeroglandulären Formen (Erkrankungsform mit Hautgeschwür und Lymphknotenschwellung) kann zusätzlich eine chirurgische Drainage (operative Entleerung von Eiter) suppurativer Lymphknoten (vereiterte Lymphknoten) erforderlich sein. Eine Postexpositionsprophylaxe (vorbeugende Behandlung nach möglichem Kontakt mit dem Erreger) (z. B. nach Labor- oder Bioterrorismus-Exposition)
Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)
Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für das Immunsystem sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:
- Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
- Spurenelemente (Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
- Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
- Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Flavonoide (Citrusfrüchte), Lycopin (Tomaten), Proanthocyanidine (Cranberrys), Polyphenole)
- Weitere Vitalstoffe (Probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien)
Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.
Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.
Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.