Herpangina – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Beurteilung des Allgemein- und Hydratationszustands (Flüssigkeitshaushalts) sowie Messung der Körpertemperatur; des Weiteren:
    • Inspektion der Mundhöhle und des Oropharynx (Mundrachens), insbesondere des weichen Gaumens, der Uvula (Gaumenzäpfchen), der Tonsillenpfeiler (Gaumenbögen) und der hinteren Rachenwand [multiple, diskrete, meist 1-4 mm große grau-weißliche Vesikel (Bläschen) bzw. Papulovesikel (Knötchen mit Bläschen) auf erythematösem (gerötetem) Grund; nach Ruptur flache, schmerzhafte Ulzerationen (Schleimhautgeschwüre) mit erythematösem Hof]
    • Beurteilung des Hydratationszustands, insbesondere bei ausgeprägter Odynophagie (Schmerzen beim Schlucken) und verminderter oraler Flüssigkeitsaufnahme
  • HNO-ärztliche Untersuchung – bei atypischem, unklarem oder prolongiertem oropharyngealem Befund; bei klinisch typischer Herpangina ist eine endoskopische Untersuchung nicht regelhaft erforderlich
  • Neurologische Untersuchung – bei neurologischen Symptomen oder Zeichen einer schweren Enterovirusinfektion (Infektion mit Enteroviren), insbesondere Prüfung auf Meningismus (Nackensteifigkeit als Zeichen einer Hirnhautreizung), Bewusstseinsstörung, fokal-neurologische Defizite (umschriebene Ausfälle des Nervensystems) und Paresen (Lähmungserscheinungen)

Red Flags (Warnzeichen) bei Herpangina

  • Ausgeprägte oder zunehmende Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) bzw. Unfähigkeit zur ausreichenden oralen Flüssigkeitsaufnahme
  • Persistierend hohes Fieber oder deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
  • Bewusstseinsstörung, ausgeprägte Lethargie (starke Teilnahmslosigkeit), Meningismus oder Krampfanfälle
  • Neu aufgetretene Muskelschwäche bzw. Paresen
  • Dyspnoe (Atemnot), Kreislaufinstabilität oder andere Zeichen einer schweren systemischen Enterovirusinfektion

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.