Hepatitis B – Labordiagnostik
Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen
- HBsAg – zentraler serologischer Marker einer akuten (plötzlich auftretenden) oder chronischen (langandauernden) Hepatitis-B-Virus-Infektion (Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus); bei Persistenz (Fortbestehen) ≥ 6 Monate Hinweis auf chronische HBV-Infektion [1-3]
- Anti-HBc gesamt – Nachweis eines stattgehabten Kontakts mit Hepatitis-B-Virus; nach alleiniger Impfung nicht positiv [1-3]
- Anti-HBc-IgM – Marker einer akuten oder kürzlich abgelaufenen HBV-Infektion; kann bei schwerer Reaktivierung (Wiederaufflammen) oder entzündlichem Schub erneut positiv werden [1-3]
- Anti-HBs – Nachweis einer Immunität (Schutz vor einer Infektion) nach Impfung oder nach ausgeheilter HBV-Infektion; Interpretation immer gemeinsam mit HBsAg und Anti-HBc gesamt [1-3]
- HBV-DNA quantitativ – Bestimmung der Viruslast, Infektiosität (Ansteckungsfähigkeit), Krankheitsaktivität, Therapienotwendigkeit und Verlaufskontrolle [1, 2]
- HBeAg und Anti-HBe – Phasenklassifikation, Einschätzung der Virusreplikation (Virusvermehrung) und Infektiosität; HBeAg-negative chronische Hepatitis B bei präcore-/basal-core-promoter-Varianten möglich [1, 2]
- Leberparameter – Alanin-Aminotransferase (ALT, GPT), Aspartat-Aminotransferase (AST, GOT), Glutamat-Dehydrogenase (GLDH), Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT, GGT), alkalische Phosphatase (AP), Bilirubin
- ALT und AST [↑] bei akuter Hepatitis, chronisch aktiver Hepatitis oder Reaktivierung
- ALT kann bei chronischer HBV-Infektion trotz relevanter Virusreplikation normal sein
- Syntheseparameter der Leber – Albumin, Quick/INR, Cholinesterase
- Pathologische (krankhafte) Werte sprechen für eingeschränkte hepatische (die Leber betreffende) Syntheseleistung, fortgeschrittene Lebererkrankung oder akutes Leberversagen
- Kleines Blutbild
- Thrombozyten [↓] bei fortgeschrittener Fibrose (Bindegewebsvermehrung)/Zirrhose (Leberschrumpfung), portaler Hypertension (Pfortaderhochdruck) oder Hypersplenismus (Milzüberfunktion)
- Entzündungsparameter – CRP (C-reaktives Protein) bzw. BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit)
- Nicht spezifisch für Hepatitis B; hilfreich bei Verdacht auf bakterielle Begleitinfektion, andere entzündliche Differentialdiagnosen (Alternativdiagnosen) oder systemische Komplikationen (den ganzen Körper betreffende Folgeerkrankungen)
- Nierenparameter – Harnstoff, Kreatinin, ggf. Cystatin C
- Ausgangsbefund vor antiviraler Therapie (gegen Viren gerichtete Behandlung), insbesondere vor oder unter nukleotidanaloger Therapie
- Elektrolyte – Calcium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphat
- Basisparameter bei schwerer akuter Hepatitis, Leberinsuffizienz (Leberschwäche), Nierenfunktionsstörung oder geplanter antiviraler Therapie
- HDV-Diagnostik – Anti-HDV, bei positivem Anti-HDV-Nachweis HDV-RNA
- Bei allen Personen mit HBsAg-positivem Befund obligat, da eine Hepatitis-D-Virus-Infektion nur bei HBV-Infektion möglich ist und den Krankheitsverlauf wesentlich verschlechtert [1, 4]
- HIV-Test – bei unbekanntem HIV-Status, bei Risikokonstellation, vor antiviraler Therapie oder bei Erstdiagnose einer HBV-Infektion [1, 2]
- Anti-HCV und ggf. HCV-RNA – bei Erstdiagnose einer HBV-Infektion, Risikokonstellation, erhöhter Transaminasenaktivität oder im Rahmen des kombinierten Hepatitis-B-/C-Screenings [1, 6-8]
- Anti-HAV-IgG – zur Beurteilung der Hepatitis-A-Immunität bei chronischer HBV-Infektion; bei fehlender Immunität Impfindikation (Grund für eine Impfung) prüfen [1]
Hinweise zur Primärdiagnostik
- HBcAg wird nicht als regulärer serologischer Serumparameter der Primärdiagnostik (Erstdiagnostik) verwendet. Diagnostisch relevant sind Antikörper gegen HBcAg, insbesondere Anti-HBc gesamt und Anti-HBc-IgM.
- Die isolierte HBsAg-Bestimmung reicht für eine vollständige diagnostische Einordnung nicht aus; für die Basisinterpretation sind HBsAg, Anti-HBc gesamt und Anti-HBs gemeinsam zu bewerten [2, 3].
- Bei positivem HBsAg ist die HBV-DNA quantitativ zu bestimmen; eine initial negative oder niedrige HBV-DNA schließt eine klinisch relevante HBV-Infektion nicht dauerhaft aus und erfordert kontextabhängig Verlaufskontrollen [1, 2].
- Bei Verdacht auf akute Hepatitis B ist Anti-HBc-IgM obligat; HBsAg allein unterscheidet akute und chronische Infektion nicht sicher [1-3].
Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese (Krankengeschichte), der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung
- HBV-Genotypisierung
- Bei geplanter Interferontherapie oder speziellen virologischen Fragestellungen
- Für die Standardtherapie mit Nukleos(t)idanaloga in der Regel nicht erforderlich
- Quantitatives HBsAg
- Optional zur differenzierten Verlaufsbeurteilung, insbesondere bei HBeAg-negativer chronischer HBV-Infektion oder vor/interferonbasierter Therapie
- HBsAg-Bestätigungstest/Neutralisationstest
- Bei schwach reaktivem, diskrepantem oder unerwartetem HBsAg-Befund
- HBV-Resistenztestung
- Bei virologischem Therapieversagen nach Ausschluss fehlender Adhärenz (Therapietreue) oder bei Vortherapie mit Substanzen niedriger Resistenzbarriere
- Schwangerschaftsbezogene Diagnostik
- HBsAg-Screening in der Schwangerschaft
- Bei HBsAg-positiver Schwangerer: HBV-DNA quantitativ, HBeAg, Anti-HBe, ALT, AST, Bilirubin, Quick/INR und HDV-Testung
- Bei hoher maternaler (mütterlicher) HBV-DNA rechtzeitige infektiologische (Infektionskrankheiten betreffende)/hepatologische (Leberkrankheiten betreffende) Mitbeurteilung zur Reduktion der vertikalen Transmission (Mutter-Kind-Übertragung)
- Immunsuppression (Unterdrückung des Immunsystems)/Onkologie (Krebsmedizin)/Rheumatologie
- Vor immunsuppressiver, biologischer, zytostatischer oder B-Zell-depletierender Therapie: HBsAg, Anti-HBc gesamt, Anti-HBs
- Bei HBsAg-positivem Befund oder isoliertem Anti-HBc: HBV-DNA quantitativ
- Ziel: Erkennung einer chronischen, okkulten (verborgenen) oder früher durchgemachten HBV-Infektion mit Reaktivierungsrisiko
- Differentialdiagnostik anderer Virushepatitiden
- HAV-Diagnostik – Anti-HAV-IgM bei Verdacht auf akute Hepatitis A
- HCV-Diagnostik – Anti-HCV, bei positivem Befund HCV-RNA
- HDV-Diagnostik – Anti-HDV, bei positivem Anti-HDV-Nachweis HDV-RNA
- HEV-Diagnostik – Anti-HEV-IgM, Anti-HEV-IgG, ggf. HEV-RNA bei Immunsuppression, schwerer akuter Hepatitis oder unklarer Hepatitis
- EBV-/CMV-Diagnostik – bei mononukleoseartigem Krankheitsbild, Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung), atypischer Lymphozytose oder immunsupprimierten Patienten
- Autoimmundiagnostik
- ANA, ASMA, Anti-LKM-1, Anti-LC-1, Anti-SLA/LP, Immunglobulin G (IgG) – bei Verdacht auf Autoimmunhepatitis (autoimmune Leberentzündung)
- AMA, Immunglobulin M (IgM) – bei Verdacht auf primär biliäre Cholangitis (chronische Entzündung kleiner Gallengänge)
- p-ANCA, Immunglobulin G4 (IgG4) – bei cholestatischer Konstellation (Gallenstau-Konstellation) und Verdacht auf primär sklerosierende Cholangitis (vernarbende Gallengangsentzündung) oder IgG4-assoziierte Cholangitis
- Metabolische und toxische Differentialdiagnostik
- Transferrinsättigung, Ferritin – bei Verdacht auf Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit)
- Coeruloplasmin, Gesamtkupfer, freies Kupfer, Kupfer im 24h-Urin – bei Verdacht auf Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit)
- Alpha-1-Antitrypsin – bei Verdacht auf Alpha-1-Antitrypsin-Mangel
- Carbodefizientes Transferrin (CDT), Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT, GGT), mittleres korpuskuläres Volumen (MCV) – bei Verdacht auf chronischen Alkoholabusus (Alkoholmissbrauch)
- Phosphatidylethanol (PEth) – bei klinisch relevanter Fragestellung zum Alkoholkonsum
- Medikamentös-toxische Leberschädigung
- Paracetamolspiegel – bei Verdacht auf Paracetamolintoxikation (Paracetamolvergiftung)
- Toxikologisches Screening – bei unklarer akuter Hepatitis, Bewusstseinsstörung oder möglicher Intoxikation (Vergiftung)
- Fibrose- und Zirrhosebeurteilung
- Thrombozyten, Albumin, Quick/INR, Bilirubin, Kreatinin, Natrium – zur Abschätzung fortgeschrittener Lebererkrankung
- Nichtinvasive Scores wie FIB-4 oder APRI können als ergänzende orientierende Labor-Scores verwendet werden
- Leberbiopsie (Gewebeentnahme aus der Leber) – nur bei unklarer diagnostischer Konstellation, Verdacht auf zusätzliche Lebererkrankung oder wenn sich daraus therapeutische Konsequenzen ergeben
- Hepatozelluläres Karzinom (Leberzellkrebs)
- Alpha-Fetoprotein (AFP) – nicht als alleiniger Screeningtest geeignet; ggf. ergänzend zur bildgebenden Surveillance (bildgebenden Überwachung) bei Zirrhose oder hohem HCC-Risiko
Screening auf Hepatitis B
- Einmaliges Screening im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung ab 35 Jahren
- In Deutschland besteht für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren einmalig Anspruch auf ein Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Screening im Rahmen des Check-ups [6, 7].
- Für Hepatitis B wird initial HBsAg bestimmt [6, 7].
- Bei positivem HBsAg erfolgt aus derselben Blutprobe die Bestimmung der HBV-DNA zum Nachweis einer aktiven Infektion [6, 7].
- Der Impfstatus soll vor dem Screening erhoben werden [7].
- Internationales Screening nach CDC
- Die CDC empfiehlt bei Erwachsenen ≥ 18 Jahren mindestens einmal im Leben ein HBV-Screening mit HBsAg, Anti-HBs und Anti-HBc gesamt [3].
- Schwangere sollen in jeder Schwangerschaft auf HBV untersucht werden, vorzugsweise im ersten Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) [3].
- Risikoadaptierte Testung unabhängig vom Check-up
- Personen mit Herkunft aus Regionen erhöhter HBV-Prävalenz (Krankheitshäufigkeit)
- Sexualpartner oder Haushaltskontakte von HBsAg-positiven Personen
- Männer mit Sex mit Männern
- Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern oder sexuell übertragbaren Infektionen
- Personen mit intravenösem oder intranasalem Drogenkonsum
- Dialysepatienten
- Personen mit HIV-Infektion oder HCV-Infektion
- Personen vor Immunsuppression, Chemotherapie, Biologikatherapie oder Transplantation
- Medizinisches Personal und andere beruflich exponierte Personen
- Personen mit persistierend erhöhten Transaminasen, unklarer Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Arthralgien oder unklarer chronischer Leberwerterhöhung
- Bewertung eines positiven Screeningbefunds
- Ein positiver HBsAg-Befund erfordert HBeAg, Anti-HBe, Anti-HBc-IgM, HBV-DNA quantitativ, ALT, AST, Bilirubin, Quick/INR, Albumin, Blutbild, Nierenparameter und HDV-Testung.
- Ein HBsAg-positiver, HBV-DNA-negativer Befund muss kontrolliert werden, da die Viruslast fluktuieren (schwanken) kann.
- Ein negatives HBsAg schließt eine okkulte HBV-Infektion nicht sicher aus; bei Immunsuppression, isoliertem Anti-HBc oder hoher klinischer Wahrscheinlichkeit ist HBV-DNA zu prüfen.
Stufendiagnostik der Hepatitis B
| Konstellation | Typisch positiv | Typisch negativ | Zusatzbefunde/Hinweise |
|---|---|---|---|
| Sehr frühe Infektion/prä-serologische Phase | HBV-DNA | HBsAg, Anti-HBs, Anti-HBc | Seltenes Frühstadium; Kontrollserologie erforderlich |
| Späte Inkubationsphase (Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsbeginn) | HBsAg, HBV-DNA | Anti-HBs | Anti-HBc kann noch negativ oder grenzwertig sein |
| Akute Hepatitis B | HBsAg, Anti-HBc-IgM, HBV-DNA, ggf. HBeAg | Anti-HBs | ALT/AST meist deutlich erhöht; Anti-HBc-IgM diagnostisch zentral |
| Fensterphase | Anti-HBc-IgM, ggf. HBV-DNA | HBsAg, Anti-HBs | Serologische Übergangsphase zwischen HBsAg-Verlust und Anti-HBs-Nachweis |
| Ausgeheilte HBV-Infektion | Anti-HBc gesamt, Anti-HBs | HBsAg | HBV-DNA in der Regel negativ; Anti-HBc persistiert meist lebenslang |
| Immunität nach Impfung | Anti-HBs | HBsAg, Anti-HBc | Kein Hinweis auf durchgemachte natürliche Infektion |
| Chronische HBV-Infektion | HBsAg ≥ 6 Monate, Anti-HBc gesamt, HBV-DNA variabel | Anti-HBs | Phasenbeurteilung über ALT, HBV-DNA, HBeAg/Anti-HBe und Fibrosestatus |
| Chronische Hepatitis B, HBeAg-positiv | HBsAg, HBeAg, Anti-HBc gesamt, HBV-DNA | Anti-HBs | Häufig hohe Viruslast; ALT je nach Phase normal oder erhöht |
| Chronische Hepatitis B, HBeAg-negativ | HBsAg, Anti-HBe, Anti-HBc gesamt, HBV-DNA | HBeAg, Anti-HBs | Fluktuierende HBV-DNA und ALT möglich; Reaktivierung möglich |
| Isoliertes Anti-HBc | Anti-HBc gesamt | HBsAg, Anti-HBs | Differentialdiagnose: zurückliegende Infektion mit abgefallenem Anti-HBs, falsch-positiver Befund, Fensterphase, okkulte HBV-Infektion, HBsAg-Mutante; HBV-DNA je nach Kontext erforderlich |
| Okkulte HBV-Infektion | HBV-DNA, ggf. Anti-HBc, ggf. Anti-HBs | HBsAg | Besonders relevant vor Immunsuppression sowie bei Blut-/Organspende |
| HBV-Reaktivierung | HBV-DNA-Anstieg, ggf. HBsAg-Reversion, Anti-HBc gesamt | Anti-HBs kann fehlen oder abfallen | Typisch unter Immunsuppression; Anti-HBc-IgM kann bei Flares erneut positiv werden |
Serologische Parameter bei Hepatitis-B-Infektion
| HBV-DNA | HBsAg | Anti-HBs | Anti-HBc gesamt | Anti-HBc-IgM | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| positiv | negativ/positiv | negativ | negativ | negativ | Sehr frühe Infektion/prä-serologische Phase; Kontrolltestung erforderlich |
| positiv | positiv | negativ | positiv | positiv | Akute HBV-Infektion, typische Konstellation |
| positiv/negativ | negativ | negativ | positiv | positiv | Fensterphase der akuten HBV-Infektion |
| negativ | negativ | positiv | positiv | negativ | Abgelaufene, immunologisch kontrollierte HBV-Infektion |
| negativ | negativ | positiv | negativ | negativ | Immunität nach HBV-Impfung |
| positiv/negativ | positiv | negativ | positiv | negativ | Chronische HBV-Infektion; Definition bei HBsAg-Persistenz ≥ 6 Monate |
| positiv, meist niedrig | negativ | positiv/negativ | häufig positiv | negativ | Okkulte HBV-Infektion |
| positiv/negativ | negativ | negativ | positiv | negativ | Isoliertes Anti-HBc; mehrdeutige Konstellation, ggf. HBV-DNA erforderlich |
Impfstatus – Kontrolle von Impftitern
| Situation | Laborparameter | Wert | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Kontrolle nach Hepatitis-B-Impfung bei Risikokonstellation | Anti-HBs | ≥ 100 IU/l | Ausreichende Impfantwort |
| Kontrolle nach Hepatitis-B-Impfung bei Risikokonstellation | Anti-HBs | 10-99 IU/l | Niedrige Impfantwort; weiteres Vorgehen nach Risiko, Impfstatus und Leitlinie |
| Kontrolle nach Hepatitis-B-Impfung bei Risikokonstellation | Anti-HBs | < 10 IU/l | Keine ausreichende Impfantwort; weitere Impf-/Kontrollstrategie erforderlich |
Red Flags (Warnzeichen) bei Hepatitis B
- Ikterus (Gelbsucht), dunkler Urin, entfärbter Stuhl und deutliche Transaminasenerhöhung
- Quick/INR pathologisch, Albumin erniedrigt oder klinischer Verdacht auf akutes Leberversagen
- Enzephalopathie (Gehirnfunktionsstörung), Somnolenz (Benommenheit), Verwirrtheit oder Blutungszeichen
- HBsAg-positiver Befund in der Schwangerschaft
- HBsAg-positiver Befund vor geplanter Immunsuppression, Chemotherapie, Biologikatherapie oder Transplantation
- HBsAg-positiver Befund mit positivem Anti-HDV oder nachweisbarer HDV-RNA
- HBV-DNA-Anstieg unter Therapie oder nach früherer HBV-Infektion unter Immunsuppression
- Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen), Hypoalbuminämie (erniedrigtes Albumin), pathologischer Quick/INR oder andere Hinweise auf fortgeschrittene Fibrose/Zirrhose
Meldepflicht
- Nach Infektionsschutzgesetz ist der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an akuter Virushepatitis namentlich meldepflichtig.
- Der direkte oder indirekte Nachweis von Hepatitis-B-Virus ist meldepflichtig, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.
Leitlinien und maßgebliche Quellen
- S3-Leitlinie: Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virus-Infektion. AWMF-Registernummer: 021-011. Version 4.0, Stand: 28.06.2021, gültig bis 27.06.2026. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/021-011
- European Association for the Study of the Liver. EASL Clinical Practice Guidelines on the management of hepatitis B virus infection. J Hepatol. 2025;83(2):502-583. https://doi.org/10.1016/j.jhep.2025.03.018
- Conners EE, Pan CQ, Moorman AC et al.: Screening and Testing for Hepatitis B Virus Infection: CDC Recommendations — United States, 2023. MMWR Recomm Rep. 2023;72(1):1-25. https://doi.org/10.15585/mmwr.rr7201a1
- Addendum „Antivirale Therapie der chronischen Hepatitis-D-Virusinfektion“ zur S3-Leitlinie „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virusinfektion“. AWMF-Registernummer: 021-011, Juli 2023. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/021-011
- RKI-Ratgeber: Hepatitis B und D. Robert Koch-Institut. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_HepatitisB.html
- Kassenärztliche Bundesvereinigung. Check-up: Screening auf Hepatitis B und C. https://www.kbv.de/praxis/patientenversorgung/praevention/check-up
- Gemeinsamer Bundesausschuss. Screening auf Hepatitis B und C neuer Bestandteil des Gesundheits-Check-ups. Beschluss vom 20.11.2020. https://www.g-ba.de/downloads/39-261-4566/2020-11-20_GU-RL_Screening-Hepatitis-B-und-C_BAnz.pdf
- Bätz O, Petroff D, Jedrysiak K, Wolffram I, Berg T, Kramer J, Wiegand J. Successful hepatitis B and C screening in the health check-up in the German primary care setting. JHEP Rep. 2024;6(9):101122. https://doi.org/10.1016/j.jhepr.2024.101122