Filzlausbefall (Pediculosis pubis) – Folgeerkrankungen

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch Pediculosis pubis (Filzlausbefall) mitbedingt sein können:

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Blepharitis (Lidrandentzündung) bei Befall der Wimpern
  • Konjunktivitis (Bindehautentzündung) bei Befall der Wimpern beziehungsweise durch sekundäre bakterielle Reizung oder Superinfektion (zusätzliche Infektion)

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Exkoriationen (Kratzwunden) durch Kratzen
  • Impetiginisierte Kratzläsionen beziehungsweise sekundär infizierte Ekzeme (Hautausschläge)

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Bakterielle Superinfektion von Kratzläsionen
  • Impetigo contagiosa (Borkenflechte) als Folge sekundär infizierter Kratzläsionen

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Inguinale Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung in der Leiste) bei ausgeprägter lokaler Entzündung (örtliche Entzündung) oder sekundärer bakterieller Superinfektion
  • Pruritus genitalis (Juckreiz im Genitalbereich) beziehungsweise Pruritus ani (Juckreiz am After)

Weiteres

  • Sexuell übertragbare Infektionen (Geschlechtskrankheiten) sind keine kausalen Folgeerkrankungen der Pediculosis pubis, müssen aber wegen des gemeinsamen Übertragungswegs aktiv mitbedacht beziehungsweise abgeklärt werden.
  • Pediculosis pubis gilt nicht als gesicherter Vektor (Überträger) systemischer Infektionserkrankungen.

Prognosefaktoren

  • Ausmaß des Befalls, insbesondere zusätzlicher Befall von Wimpern, Augenbrauen, Achsel-, Brust-, Bauch- oder Barthaaren
  • Dauer und Intensität des Pruritus mit konsekutivem Kratzen
  • Vorliegen von Exkoriationen oder bakterieller Superinfektion
  • Unbehandelte Sexualpartner mit Reinfestationsrisiko (Risiko eines Wiederbefalls)
  • Unzureichende Mitbehandlung beziehungsweise Reinigung potenziell kontaminierter Textilien