Ulcus cruris venosum – Medikamentöse Therapie
Therapieziel
- Schmerzlinderung, Abheilung des Ulkus (Geschwürs) und Vermeidung von Rezidiven (Rückfällen)
- Kausale Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung: Beim Ulcus cruris venosum (offenes Unterschenkelgeschwür infolge einer Venenerkrankung) insbesondere Reduktion beziehungsweise Beseitigung der venösen Hypertension (erhöhter Druck in den Venen) [LL1, LL2].
Therapieempfehlungen
- Ätiologische Zuordnung: Vor einer spezifischen Pharmakotherapie muss die Genese (Ursache) des Ulcus cruris geklärt sein. Die nachfolgenden Empfehlungen zur medikamentösen Unterstützung der Ulkusheilung beziehen sich auf das gesicherte Ulcus cruris venosum [LL1, LL2].
- Kompressionstherapie: Nach Prüfung der Kontraindikationen ist die medizinische Kompressionstherapie die konservative Standardtherapie des Ulcus cruris venosum; sie beschleunigt die Abheilung [LL1].
- Kausale Therapie der venösen Pathologie: Bei hämodynamisch relevantem Reflux (krankhaftem Rückfluss des Blutes) im oberflächlichen Venensystem soll frühzeitig eine operative beziehungsweise ablative Therapie unter Risiko-Nutzen-Abwägung angestrebt werden, da dadurch die Abheilung beschleunigt und das Rezidivrisiko reduziert werden kann [LL1, LL2].
- Adjuvante Pharmakotherapie: Eine medikamentöse Therapie ersetzt weder Kompression noch lokale Wundtherapie oder die kausale Behandlung der venösen Pathologie. Bei aktivem Ulcus cruris venosum können gemäß ESVS-Leitlinie eine mikronisierte gereinigte Flavonoidfraktion (MPFF), Hydroxyethylrutoside, Pentoxifyllin oder Sulodexid zusätzlich zu Kompression und lokaler Wundtherapie erwogen werden (Klasse IIa, Evidenzlevel A) [LL2].
- Aktuelle Evidenz: Eine Netzwerk-Metaanalyse von 2026 mit 51 randomisierten kontrollierten Studien und 6.800 Patienten zeigte für Pentoxifyllin (RR 1,69; 95 %-KI 1,34-2,14), MPFF (RR 1,68; 95 %-KI 1,23-2,29) und Sulodexid (RR 1,61; 95 %-KI 1,16-2,23) signifikant höhere Ulkusheilungsraten [7]. Eine speziell auf das Ulcus cruris venosum ausgerichtete Netzwerk-Metaanalyse von 2026 bestätigte für Pentoxifyllin gegenüber alleiniger Kompression einen Vorteil hinsichtlich der vollständigen Heilung nach 24 Wochen (OR 3,1; 95 %-KI 1,46-6,57); aufgrund moderater Heterogenität und Inkonsistenz ist die Effektgröße zurückhaltend zu interpretieren [8].
- Acetylsalicylsäure (ASS): ASS soll nicht allein mit dem Ziel einer beschleunigten Abheilung des Ulcus cruris venosum eingesetzt werden. In der Aspirin4VLU-Studie führte ASS 150 mg/d zusätzlich zur Kompression nicht zu einer Verkürzung der Heilungszeit [1]. Eine unabhängig bestehende kardiovaskuläre Indikation bleibt hiervon unberührt.
- Antimikrobielle Therapie: Bei einem klinisch nicht infizierten Ulcus cruris venosum sollen lokale oder systemische Antibiotika nicht zur Verbesserung der Ulkusheilung eingesetzt werden [LL2]. Bei lokaler Infektion erfolgt nach Wundreinigung beziehungsweise Débridement primär eine antiseptische Behandlung; systemische Antibiotika sind vorrangig bei systemischer Infektion indiziert [LL1].
- Analgesie: Insbesondere in der Initialphase kann bei stärkeren Schmerzen eine medikamentöse Schmerztherapie entsprechend dem WHO-Stufenschema erforderlich sein. Eine Zunahme der Schmerzen unter Kompressionstherapie muss weiter abgeklärt werden [LL1].
- Substitution von Spurenelementen (Eisen, Selen, Zink) und Vitaminen (Vitamin C, Folat); ggf. auch zusätzliche Zufuhr von Protein (eine Ernährungsanalyse ist empfehlenswert)
- Siehe auch: operative Therapie und „Weitere Therapie“.
Unterstützung der Abheilung des Ulcus cruris venosum
Wirkstoffe (Hauptindikation)
Die folgenden Wirkstoffe können bei aktivem Ulcus cruris venosum als adjuvante Therapie zusätzlich zu Kompression und lokaler Wundversorgung erwogen werden [LL2]:
| Wirkstoff | Besonderheiten |
| Pentoxifyllin | Konsistente Evidenz aus Cochrane-Metaanalyse und neueren Netzwerk-Metaanalysen: Die Cochrane-Metaanalyse ergab für Heilung beziehungsweise relevante Besserung RR 1,70 (95 %-KI 1,30-2,24) [3]; die Netzwerk-Metaanalysen von 2026 bestätigen einen Nutzen [7, 8]. Die deutsche Fachinformation von Trental 400 mg führt das Ulcus cruris venosum nicht als Anwendungsgebiet auf; die Anwendung zur Förderung der Ulkusheilung ist daher in Deutschland Off-Label-Use [F1]. Bei Kreatinin-Clearance < 30 ml/min Dosisreduktion auf 50-70 % der Normdosis entsprechend der individuellen Verträglichkeit; bei schwerer Leberfunktionsstörung (eingeschränkter Leberfunktion) individuelle Dosisreduktion [F1]. |
| Mikronisierte gereinigte Flavonoidfraktion (MPFF; Diosmin/Hesperidin) | Die ESVS-Leitlinie empfiehlt, MPFF als adjuvante Therapie zusätzlich zu Kompression und lokaler Wundversorgung zu erwägen (Klasse IIa, Evidenzlevel A) [LL2]. Die Netzwerk-Metaanalyse von 2026 zeigte eine höhere Ulkusheilungsrate (RR 1,68; 95 %-KI 1,23-2,29) [7]. Die ältere Literatur unterstützt den Einsatz venoaktiver MPFF bei chronischer Venenerkrankung, weist jedoch methodische Limitationen auf [2, LL2]. |
| Hydroxyethylrutoside | Die ESVS-Leitlinie empfiehlt, Hydroxyethylrutoside als adjuvante Therapie zusätzlich zu Kompression und lokaler Wundversorgung zu erwägen (Klasse IIa, Evidenzlevel A) [LL2]. Die der Leitlinie zugrunde liegende Metaanalyse ergab einen gepoolten RR von 1,70 (95 %-KI 1,24-2,34); die zugrunde liegenden RCTs waren jedoch von geringer methodischer Qualität [LL2]. |
| Sulodexid | Das angegebene Schema ist ausdrücklich ein Studienregime und keine pauschale deutsche Zulassungsdosierung [5, 6]. Die Cochrane-Analyse zeigte vollständige Heilung bei 49,4 % unter Sulodexid plus Lokaltherapie gegenüber 29,8 % unter Lokaltherapie allein (RR 1,66; 95 %-KI 1,30-2,12); die Evidenzqualität wurde als niedrig bewertet [5]. Die Netzwerk-Metaanalyse von 2026 bestätigte einen signifikanten Vorteil für die Ulkusheilung (RR 1,61; 95 %-KI 1,16-2,23) [7]. Zulassungs- und Verfügbarkeitsstatus des jeweiligen Präparates in Deutschland beachten. |
- Wirkweise: Pentoxifyllin verbessert die Fließeigenschaften des Blutes unter anderem durch Verminderung der Blutviskosität, Verbesserung der Erythrozytenverformbarkeit und Hemmung der Thrombozytenaggregation [F1]. MPFF und Hydroxyethylrutoside gehören zu den venoaktiven Substanzen [2, LL2]. Sulodexid ist ein Glykosaminoglykan mit antithrombotischen, profibrinolytischen und antiinflammatorischen Eigenschaften [5].
- Indikationen: Adjuvante Unterstützung der Heilung eines aktiven Ulcus cruris venosum zusätzlich zu Kompression und lokaler Wundtherapie [LL2]. Für Pentoxifyllin handelt es sich bei dieser Indikation in Deutschland um Off-Label-Use [F1].
- Kontraindikationen: Wirkstoff- und präparatespezifisch. Pentoxifyllin ist unter anderem kontraindiziert bei akutem Myokardinfarkt (Herzinfarkt), intrazerebralen Blutungen (Blutungen im Gehirn) oder anderen klinisch relevanten Blutungen, gastrointestinalen Ulzera (Geschwüren im Magen-Darm-Bereich), hämorrhagischer Diathese (erhöhter Blutungsneigung) und Netzhautblutungen [F1]. Für MPFF, Hydroxyethylrutoside und Sulodexid sind die jeweiligen Produktinformationen und der nationale Zulassungsstatus zu beachten.
- Nebenwirkungen: Pentoxifyllin insbesondere gastrointestinale Beschwerden, Flush, Kopfschmerzen und Schwindel; bei gleichzeitiger Antikoagulation beziehungsweise Thrombozytenaggregationshemmung ist das Blutungsrisiko zu berücksichtigen [F1]. Für Sulodexid lässt die Cochrane-Analyse aufgrund der sehr niedrigen Qualität der Sicherheitsdaten keine verlässliche Aussage über eine Erhöhung unerwünschter Ereignisse zu [5]. Nebenwirkungen von MPFF und Hydroxyethylrutosiden sind präparatespezifisch zu berücksichtigen.
Acetylsalicylsäure zur Ulkusheilung
- Keine Empfehlung zur Heilungsbeschleunigung: In der randomisierten, doppelblinden Aspirin4VLU-Studie erhielten 251 Patienten mit Ulcus cruris venosum zusätzlich zur Kompression ASS 150 mg/d oder Placebo. Die mediane Zeit bis zur Abheilung betrug 77 Tage unter ASS und 69 Tage unter Placebo (HR 0,85; 95 %-KI 0,64-1,13; p = 0,25). Die Studie unterstützt somit den Einsatz von ASS als adjuvante Therapie zur Ulkusheilung nicht [1].
- Beachte: Eine unabhängig vom Ulcus cruris bestehende kardiovaskuläre Indikation zur Thrombozytenaggregationshemmung wird hierdurch nicht aufgehoben.
Antimikrobielle Therapie
- Ulcus ohne klinische Infektionszeichen: Keine lokale oder systemische Antibiotikatherapie mit dem Ziel der beschleunigten Ulkusheilung [LL2].
- Lokale Wundinfektion: Wundbeläge und Nekrosen (abgestorbenes Gewebe) sollen entfernt werden. Anschließend sollten zeitgemäße Antiseptika, bevorzugt auf Basis von Octenidin oder Polihexanid, eingesetzt werden [LL1].
- Dauer der lokalen antimikrobiellen Therapie: Die Indikation soll spätestens nach 14 Tagen kritisch überprüft werden [LL1].
- Topische Antibiotika: Die topische Anwendung von Antibiotika in der Behandlung chronischer Wunden wird in der S2k-Leitlinie als obsolet bewertet [LL1].
- Systemische Infektion: Systemische Antibiotika sollen vorrangig bei systemischen Infektionen eingesetzt werden; lokale Infektionen sollen primär lokal antiseptisch behandelt werden [LL1].
Analgesie
Nichtopioid-Analgetika
Eine Schmerztherapie kann insbesondere in der Initialphase des Ulcus cruris venosum erforderlich sein. Zunehmende Schmerzen unter Kompressionstherapie müssen weiter abgeklärt werden [LL1].
| Wirkstoff | Besonderheiten |
| Paracetamol | Option bei leichten bis mäßigen Schmerzen. Bei Leberfunktionsstörung beziehungsweise ausgeprägter Nierenfunktionsstörung (eingeschränkter Nierenfunktion) sind die fachinformationsgemäßen Dosis- beziehungsweise Intervallanpassungen zu beachten [F2]. |
| Ibuprofen | Niedrigste wirksame Dosis für den kürzestmöglichen Zeitraum [F3]. Gastrointestinale, renale und kardiovaskuläre Risiken sowie Interaktionen mit Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern berücksichtigen [F3]. |
| Metamizol | Bei stärkeren Schmerzen entsprechend zugelassener Indikation und individueller Nutzen-Risiko-Abwägung [F4]. Eine Agranulocytose (starker Mangel bestimmter weißer Blutkörperchen) kann jederzeit während oder kurz nach der Therapie auftreten und ist nicht dosisabhängig. Bei Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder schmerzhaften Schleimhautveränderungen Metamizol sofort absetzen und unverzüglich Differentialblutbild veranlassen [F4, R1]. |
- Wirkweise: Paracetamol wirkt analgetisch und antipyretisch; Ibuprofen wirkt als nichtsteroidales Antirheumatikum über reversible Cyclooxygenasehemmung analgetisch, antiphlogistisch und antipyretisch; Metamizol wirkt analgetisch, antipyretisch und spasmolytisch [F2-F4].
- Indikationen: Symptomatische Schmerztherapie entsprechend Schmerzintensität, Komorbiditäten, Begleitmedikation und individueller Nutzen-Risiko-Abwägung [LL1, F2-F4].
- Kontraindikationen: Wirkstoffspezifisch; bei Ibuprofen insbesondere aktive beziehungsweise rezidivierende gastrointestinale Ulzera oder Blutungen, schwere Nieren- beziehungsweise Leberfunktionsstörung und schwere Herzinsuffizienz (ausgeprägte Herzschwäche) beachten [F3]. Bei Metamizol insbesondere vorausgegangene metamizol- beziehungsweise Pyrazolon-bedingte Agranulozytose sowie relevante Störungen der Knochenmarkfunktion beziehungsweise Hämatopoese (Blutbildung) beachten [F4, R1].
- Nebenwirkungen: Paracetamol insbesondere Hepatotoxizität (Leberschädigung) bei Überdosierung; Ibuprofen insbesondere gastrointestinale Ulzera beziehungsweise Blutungen, Nierenfunktionsstörungen und Flüssigkeitsretention; Metamizol insbesondere Agranulozytose, Überempfindlichkeitsreaktionen und Hypotonie (niedriger Blutdruck) [F2-F4, R1].
Opioide
| Wirkstoff | Besonderheiten |
| Tramadol | Nur bei mäßig starken bis starken Schmerzen und entsprechender Indikation [F5]. Niedrigste ausreichend analgetische Dosis wählen und Therapie nicht länger als erforderlich fortführen [F5]. Bei Leber- oder Niereninsuffizienz gegebenenfalls Verlängerung des Dosierungsintervalls; Risiko für Krampfanfälle und Serotoninsyndrom (gefährlicher Überschuss an Serotoninwirkung) beachten [F5]. |
| Morphin | Bei starken bis stärksten Schmerzen und entsprechender Indikation [F6]. Dosis individuell nach Schmerzintensität, Alter, bisherigem Analgetikabedarf, Organfunktion und Nebenwirkungen titrieren [F6]. Therapieziel, Behandlungsdauer und weitere Indikation regelmäßig überprüfen [F6]. |
- Wirkweise: Morphin wirkt primär als Agonist an Opioidrezeptoren; Tramadol besitzt zusätzlich zur Opioidwirkung eine noradrenerge und serotonerge Komponente [F5, F6].
- Indikationen: Tramadol bei mäßig starken bis starken Schmerzen; Morphin bei starken bis stärksten Schmerzen. Beim Ulcus cruris keine routinemäßige Langzeittherapie, sondern Einsatz entsprechend individueller Schmerzindikation [F5, F6].
- Kontraindikationen: Wirkstoffspezifisch; für Tramadol unter anderem akute Intoxikationen (Vergiftungen) mit zentral dämpfenden Substanzen, gleichzeitige beziehungsweise kürzlich erfolgte Therapie mit Monoaminoxidase-Hemmern und unzureichend kontrollierte Epilepsie (Anfallsleiden) [F5]. Für Morphin sind insbesondere Ileus (Darmverschluss), akutes Abdomen (plötzlich auftretender schwerer Bauchzustand) und weitere fachinformationsgemäße Kontraindikationen zu beachten [F6].
- Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Obstipation (Verstopfung), Sedierung, Schwindel und Atemdepression (verlangsamte oder unzureichende Atmung); bei wiederholter beziehungsweise längerfristiger Opioidanwendung sind Toleranz, körperliche Abhängigkeit und Opioidgebrauchsstörung (problematischer oder abhängiger Opioidgebrauch) möglich. Tramadol kann zusätzlich Krampfanfälle und ein Serotoninsyndrom auslösen [F5, F6].
Supplemente
- Substitution von Spurenelementen (Eisen, Selen, Zink) und Vitaminen (Vitamin C, Folat) bei Mangelzuständen; z. B. EUCELL H (s. u.)
Beachte
- Kompressionstherapie: Sie bleibt nach Ausschluss relevanter Kontraindikationen die zentrale konservative Therapie des Ulcus cruris venosum [LL1].
- Pharmakotherapie: Pentoxifyllin, MPFF, Hydroxyethylrutoside und Sulodexid sind ausschließlich als adjuvante Optionen zusätzlich zu Kompression und lokaler Wundversorgung zu verstehen [LL2].
- Pentoxifyllin: Die Wirksamkeit als adjuvante Therapie wird durch eine Cochrane-Metaanalyse sowie zwei Netzwerk-Metaanalysen gestützt; die Anwendung zur Ulkusheilung erfolgt in Deutschland als Off-Label-Use [3, 7, 8, F1].
- Sulodexid: Der Heilungsvorteil wird durch Metaanalysen gestützt, die Cochrane-Evidenz ist jedoch von niedriger Qualität. Das aufgeführte Dosierungsschema ist das in der SUAVIS-Studie untersuchte Regime und keine pauschale deutsche Zulassungsdosierung [5-7].
- ASS: Keine Anwendung allein zur Beschleunigung der Abheilung eines Ulcus cruris venosum [1].
- Infektion: Keine Antibiotikatherapie eines klinisch nicht infizierten Ulkus allein zur Heilungsförderung; lokale Infektion primär antiseptisch, systemische Antibiotika vorrangig bei systemischer Infektion [LL1, LL2].
- Zunehmende Schmerzen: Eine Zunahme der Schmerzen unter Kompressionstherapie muss abgeklärt werden [LL1].
- Fehlende Heilungstendenz: Bei ausbleibender Heilungstendenz trotz sechs Wochen leitlinienkonformer Behandlung sollen Diagnose und Therapie reevaluiert werden. Eine konsiliarische Mitbehandlung durch Gefäßmedizin beziehungsweise Dermatologie sollte erfolgen. Bei ungewöhnlichem Verlauf, ungewöhnlicher Morphologie oder ungewöhnlicher Lokalisation soll frühzeitig eine erweiterte Diagnostik einschließlich Histologie erfolgen [LL1].
Abkürzungsverzeichnis
- ASS: Acetylsalicylsäure
- ESVS: European Society for Vascular Surgery
- F1-F6: Fachinformationen
- HR: Hazard Ratio
- KI: Konfidenzintervall
- LL1-LL2: Leitlinien
- LSU: Lipasemic Units
- MPFF: Micronized Purified Flavonoid Fraction
- OR: Odds Ratio
- RCT: Randomized Controlled Trial
- RR: Relatives Risiko
- SUAVIS: Sulodexide Arterial Venous Italian Study
- WHO: World Health Organization
Literatur
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- Bush R, Comerota A, Meissner M, Raffetto JD, Hahn SR, Freeman K. Recommendations for the medical management of chronic venous disease: The role of Micronized Purified Flavanoid Fraction (MPFF): Recommendations from the Working Group in Chronic Venous Disease (CVD) 2016. Phlebology. 2017;32(1 Suppl):3-19. Volltext. doi: 10.1177/0268355517692221
- Jull AB, Arroll B, Parag V, Waters J. Pentoxifylline for treating venous leg ulcers. Cochrane Database Syst Rev. 2012;12(12):CD001733. PubMed. doi: 10.1002/14651858.CD001733.pub3
- Dale JJ, Ruckley CV, Harper DR, Gibson B, Nelson EA, Prescott RJ. Randomised, double blind placebo controlled trial of pentoxifylline in the treatment of venous leg ulcers. BMJ. 1999;319(7214):875-878. PubMed. doi: 10.1136/bmj.319.7214.875 [4]
- Wu B, Lu J, Yang M, Xu T. Sulodexide for treating venous leg ulcers. Cochrane Database Syst Rev. 2016;2016(6):CD010694. PubMed. doi: 10.1002/14651858.CD010694.pub2
- Coccheri S, Scondotto G, Agnelli G, Aloisi D, Palazzini E, Zamboni V; Venous arm of the SUAVIS (Sulodexide Arterial Venous Italian Study) Group. Randomised, Double Blind, Multicentre, Placebo Controlled Study of Sulodexide in the Treatment of Venous Leg Ulcers. Thromb Haemost. 2002;87(6):947-952. Volltext. doi: 10.1055/s-0037-1613116
- Nguyen AN, Ta KNT, Chuang KJ. Pharmacological interventions to treat chronic venous disease: A network meta-analysis. Phlebology. 2026; Online ahead of print. Volltext. doi: 10.1177/02683555261474557
- Das S, Salih M, Tan M, Onida S, Davies AH. Comparing interventions used to treat venous leg ulcers - A network meta-analysis. Phlebology. 2026; Online ahead of print. Volltext. doi: 10.1177/02683555261446149
Leitlinien, Referenzwerte und Protokolle
- S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum. (AWMF-Registernummer: 037-009), Januar 2024 Langfassung. Valesky EM, Hach-Wunderle V, Protz K et al. Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum: S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie (DGPL) e.V. JDDG. 2024;22:1039-1053. Volltext. doi: 10.1111/ddg.15415_g [LL1]
- De Maeseneer MG, Kakkos SK, Aherne T et al. Editor's Choice - European Society for Vascular Surgery (ESVS) 2022 Clinical Practice Guidelines on the Management of Chronic Venous Disease of the Lower Limbs. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2022;63(2):184-267. Volltext. doi: 10.1016/j.ejvs.2021.12.024 [LL2]
Behördliche und regulatorische Quellen
- European Medicines Agency (EMA). Metamizole-containing medicinal products - referral. Maßnahmen zur Minimierung schwerwiegender Folgen einer Agranulocytose; CMDh-Position 2024. EMA [R1]
Fachinformationen
- Fachinformation Trental 400 mg Retardtabletten; Wirkstoff: Pentoxifyllin; Stand September 2023. Fachinformation [F1]
- Fachinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten; Stand Dezember 2024. Fachinformation [F2]
- Fachinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten; Stand Juni 2026. Fachinformation [F3]
- Fachinformation Novalgin Filmtabletten; Wirkstoff: Metamizol; Stand November 2024. Fachinformation [F4]
- Fachinformation Tramal Kapseln 50 mg; Wirkstoff: Tramadolhydrochlorid; Stand Oktober 2025. Fachinformation [F5]
- Fachinformation Morphin-ratiopharm 10/30/60/100 mg Retardtabletten; Stand April 2026. Fachinformation [F6]