Sinusbradykardie – Körperliche Untersuchung
Eine umfassende klinische Untersuchung (ärztliche Untersuchung) ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:
- Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Atemfrequenz (Anzahl der Atemzüge pro Minute), Sauerstoffsättigung (Sauerstoffgehalt des Blutes), Körpergewicht und Körpergröße; des Weiteren:
- Beurteilung von Allgemeinzustand und Vigilanz (Wachheitsgrad) [bei hämodynamisch relevanter (kreislaufwirksamer) Sinusbradykardie (verlangsamter Herzschlag ausgehend vom Sinusknoten): Vigilanzminderung (verminderte Wachheit)]
- Blutdruckmessung [Hypotonie (niedriger Blutdruck) bei hämodynamisch relevanter Sinusbradykardie]
- Palpation (Abtasten) des peripheren Pulses – Beurteilung von Frequenz, Rhythmus und Pulsqualität [meist regelmäßiger, verlangsamter Puls; Ruheherzfrequenz (Herzschlagzahl in Ruhe) < 60/min; bei klinisch relevanter Bradyarrhythmie (langsamer Herzrhythmusstörung) häufig < 50/min]
- Inspektion (Betrachtung) von Haut und Schleimhäuten [bei ausgeprägter Minderperfusion (Minderdurchblutung): Blässe, Kaltschweißigkeit, Zyanose (Blaufärbung von Haut bzw. Schleimhäuten)]
- Beurteilung der peripheren Perfusion (Durchblutung der körperfernen Gewebe) [bei hämodynamisch relevanter Sinusbradykardie: kühle Extremitäten (Arme und Beine), verlängerte Rekapillarisierungszeit (verlängerte Wiederauffüllzeit der kleinsten Blutgefäße)]
- Auskultation (Abhören) des Herzens [regelmäßige Bradykardie (langsamer Herzschlag)]
- Auskultation der Lunge [bei akuter Herzinsuffizienz (Herzschwäche) infolge hämodynamisch relevanter Sinusbradykardie: pulmonale Rasselgeräusche (Rasselgeräusche über der Lunge)]
- Beurteilung auf Zeichen einer kardialen Dekompensation (Verschlechterung der Herzleistung) [bei hämodynamisch relevanter Sinusbradykardie: Halsvenenstauung (sichtbar gestaute Halsvenen), periphere Ödeme (Wassereinlagerungen an Armen bzw. Beinen)]
- Orthostatische Kreislaufuntersuchung (Kreislaufprüfung beim Lagewechsel) – bei Schwindel, Präsynkope (Beinahe-Ohnmacht) oder Synkope (Ohnmacht) zur Beurteilung der Blutdruck- und Herzfrequenzreaktion beim Lagewechsel
- Neurologische Kurzuntersuchung (kurze Untersuchung des Nervensystems) – insbesondere bei Präsynkope, Synkope oder Bewusstseinsstörung [bei zerebraler Minderperfusion (Minderdurchblutung des Gehirns) infolge hämodynamisch relevanter Sinusbradykardie: Vigilanzminderung]
Bei einer asymptomatischen (beschwerdefreien) physiologischen (natürlichen) Sinusbradykardie, insbesondere bei gut trainierten Personen oder während des Schlafs, kann der übrige körperliche Untersuchungsbefund vollständig unauffällig sein.
In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.