Neurodermitis (atopisches Ekzem) – Medikamentöse Therapie
Therapieziel
Kontrolle der atopischen Dermatitis (Neurodermitis), Verminderung von Pruritus (Juckreiz) und Ekzemen (entzündlichen Hautveränderungen), Wiederherstellung der Hautbarriere sowie Verbesserung von Schlaf und Lebensqualität. Rezidive (Rückfälle) und behandlungsbedingte Schäden sollen vermieden werden. Die Therapie wird nach Krankheitsaktivität, betroffenen Körperregionen, Alter, Begleiterkrankungen und individueller Belastung ausgerichtet [LL1, LL2].
Therapieempfehlungen
- Basistherapie: Rückfettende, möglichst parfumfreie Externa (äußerlich angewendete Zubereitungen) täglich und nach dem Waschen anwenden; auch während einer antiinflammatorischen Therapie fortführen. Glycerin ist eine mögliche Ergänzung. Urea kann auf entzündeter Haut brennen und ist für Säuglinge nicht geeignet. Emolliente Badezusätze ersetzen keine auf der Haut verbleibenden Pflegeprodukte; in der BATHE-Studie ergab sich bei Kindern kein klinisch relevanter Zusatznutzen [3, LL1].
- Triggerfaktoren: Individuell relevante irritative Einflüsse und nachgewiesene Kontaktallergene (Stoffe, die bei Hautkontakt eine Allergie auslösen) meiden. Eine Sensibilisierung (allergische Reaktionsbereitschaft) allein rechtfertigt weder pauschale Allergenvermeidung noch eine Eliminationsdiät (Ernährung mit gezieltem Weglassen bestimmter Lebensmittel). Nahrungsmittelkarenz nur bei klinisch gesicherter Nahrungsmittelallergie; insbesondere bei Kindern Ernährungsberatung und Verlaufskontrolle [LL1].
- Leichte bis mittelschwere Erkrankung: Topische Glucocorticoide mit an Alter, Lokalisation und Aktivität angepasster Wirkstärke; topische Calcineurin-Inhibitoren insbesondere an empfindlichen Arealen oder bei ungeeigneter Glucocorticoidtherapie. Klasse I ist schwach, Klasse II mittelstark, Klasse III stark und Klasse IV sehr stark wirksam [LL1].
- Rezidivprophylaxe: Nach Abheilung bei häufigen Rückfällen proaktive intermittierende Behandlung zuvor betroffener Areale, z. B. zweimal wöchentlich mit einem geeigneten topischen Glucocorticoid oder Tacrolimus; Basistherapie fortführen. Wirkstoff, Alter, Zulassung und Dauer berücksichtigen [LL1, FI2].
- Indikation zur Systemtherapie: Mittelschwere bis schwere, trotz angemessener topischer Therapie unzureichend kontrollierte Erkrankung oder erhebliche Belastung durch Pruritus, Schlafstörungen bzw. Befall besonders relevanter Regionen. Vor Eskalation Diagnose, Anwendung, Adhärenz, Kontaktallergien und Infektionen überprüfen. Eine Systemtherapie darf bei hoher Krankheitslast nicht allein wegen einer begrenzten Hautfläche verzögert werden [LL1, LL2].
- Auswahl der Systemtherapie: Zugelassene Biologika oder JAK-Inhibitoren entsprechend Alter und Risikoprofil auswählen. Ein vorheriges Versagen von Ciclosporin ist keine allgemeine Zulassungsvoraussetzung. Rascher Wirkeintritt kann für JAK-Inhibitoren sprechen; bei erhöhtem kardiovaskulärem, malignitätsbezogenem oder thromboembolischem (durch Blutgerinnsel bedingtem) Risiko sind geeignete Alternativen vorrangig zu prüfen. Ciclosporin bleibt eine Option für schwere Verläufe, insbesondere bei notwendiger rascher Kontrolle [LL1, LL2, B1].
- Therapiekontrolle: Hautbefund, Pruritus, Schlaf, Lebensqualität und Therapieverträglichkeit vor Beginn dokumentieren und regelmäßig überprüfen. EASI bzw. SCORAD, Pruritus-NRS und DLQI bzw. altersgerechte Instrumente unterstützen die gemeinsame Zielentscheidung. Bei unzureichendem Ansprechen nach der wirkstoffspezifischen Beurteilungsfrist Therapie optimieren, wechseln oder beenden [LL1, FI3-FI9].
- Systemische Glucocorticoide: Keine Dauertherapie und keine regelhafte Behandlung wiederkehrender Schübe. Nur ausnahmsweise kurzzeitig bei schwerer akuter Exazerbation (akute Verschlechterung), vorwiegend bei Erwachsenen, mit konkretem Plan für eine anschließende wirksame Therapie. Rebound (erneute verstärkte Verschlechterung nach Absetzen), Infektionen und kumulative Organschäden begrenzen ihren Einsatz; bei Kindern grundsätzlich vermeiden [7, LL1, LL2].
Altersgrenzen der zugelassenen Systemtherapien
| Wirkstoff | Altersgrenze und Indikation bei atopischer Dermatitis |
|---|---|
| Dupilumab | Ab 6 Monaten: schwere Erkrankung bis einschließlich 11 Jahre; ab 12 Jahren: mittelschwere bis schwere Erkrankung. Jeweils bei Eignung für eine Systemtherapie [FI3]. |
| Baricitinib | Ab 2 Jahren: mittelschwere bis schwere Erkrankung bei Eignung für eine Systemtherapie; gewichtsabhängige pädiatrische Anwendung [FI8]. |
| Tralokinumab | Ab 12 Jahren: mittelschwere bis schwere Erkrankung bei Eignung für eine Systemtherapie [FI4]. |
| Lebrikizumab | Ab 12 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewicht: mittelschwere bis schwere Erkrankung bei Eignung für eine Systemtherapie [FI5]. |
| Nemolizumab | Ab 12 Jahren: mittelschwere bis schwere Erkrankung bei Eignung für eine Systemtherapie. Die Fachinformation enthält keine belastbaren Anwendungsdaten bei einem Körpergewicht unter 30 kg; die untersuchte Population hatte mindestens 30 kg [FI6]. |
| Abrocitinib | Ab 12 Jahren: mittelschwere bis schwere Erkrankung bei Eignung für eine Systemtherapie [FI7]. |
| Upadacitinib | Ab 12 Jahren: mittelschwere bis schwere Erkrankung bei Eignung für eine Systemtherapie; das Dosierungsschema für Jugendliche gilt ab 30 kg [FI9]. |
| Ciclosporin | Schwere atopische Dermatitis mit erforderlicher Systemtherapie; Anwendung unter 16 Jahren bei nicht transplantationsbedingten Indikationen nicht empfohlen. Pädiatrische Anwendung außerhalb der jeweiligen Zulassung: Off-Label-Use [FI10]. |
Wirkstoffe (Hauptindikationen)
Topische Glucocorticoide
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Hydrocortison, z. B. 0,5-1 % | Klasse I; bei empfindlichen Arealen und jüngeren Kindern häufig geeignet. Alterszulassung und Anwendungsdauer des Präparats beachten [LL1]. |
| Prednicarbat 0,25 %; Methylprednisolonaceponat 0,1 % | Klasse II; keine pauschale Freigabe für jedes Kindesalter oder jedes Areal [LL1]. |
| Mometasonfuroat 0,1 %; Betamethasonvalerat 0,1 % | Klasse III; bei stärker entzündlichen bzw. lichenifizierten (verdickten und vergröberten) Ekzemen. An Gesicht, Hautfalten und Genitalregion besonders zurückhaltend; keine routinemäßige Klasse-IV-Therapie [LL1]. |
- Wirkweise: Antiinflammatorisch und immunsuppressiv durch Modulation der glucocorticoidabhängigen Genexpression.
- Indikation: Aktive Ekzeme; geeignete Präparate auch zur proaktiven Erhaltung. Wet-Wrap-Therapie kann kurzfristig unter Anleitung erwogen werden; Okklusion erhöht die Resorption [LL1].
- Kontraindikationen (Gegenanzeigen): Präparatespezifisch, insbesondere unbehandelte spezifische Hautinfektionen, Rosazea (chronische entzündliche Gesichtshauterkrankung) und periorale Dermatitis (entzündlicher Ausschlag um den Mund). Eine behandelte bakterielle Superinfektion (zusätzliche Infektion bereits erkrankter Haut) schließt eine angemessene begleitende Entzündungstherapie nicht grundsätzlich aus. Keine Anwendung am Auge; an Lidhaut nur gezielt und kurzzeitig. Eine starre Grenze von 20 % behandelter Hautfläche ist kein allgemeingültiges Dosierungsprinzip [LL1].
- Nebenwirkungen: Hautatrophie (Hautverdünnung), Striae (Dehnungsstreifen), Teleangiektasien (sichtbare Erweiterungen kleiner Hautgefäße) und periorale Dermatitis; bei hoher Wirkstärke, großer Fläche, langer Dauer oder Okklusion mögliche systemische Effekte einschließlich Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (Unterdrückung des Regelkreises für die körpereigene Cortisolbildung).
Topische Calcineurin-Inhibitoren
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Pimecrolimus 1 % Creme | In Deutschland ab 3 Monaten bei leichtem bis mittelschwerem atopischem Ekzem, wenn topische Glucocorticoide nicht angebracht oder nicht möglich sind. Bei fehlender Besserung nach 6 Wochen Diagnose und Therapie überprüfen [FI1]. |
| Tacrolimus 0,03 % Salbe | Ab 2 Jahren bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung mit unzureichendem Ansprechen auf konventionelle Therapie. Erhaltung nach erfolgreicher Akuttherapie bei häufigen Schüben [FI2]. |
| Tacrolimus 0,1 % Salbe | Ab 16 Jahren bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung mit unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit gegenüber konventioneller Therapie; Erhaltung nach 12 Monaten neu bewerten [FI2]. |
- Wirkweise: Lokale Calcineurinhemmung mit Verminderung der T-Zell-Aktivierung und Zytokinfreisetzung; keine glucocorticoidtypische Hautatrophie.
- Indikation: Insbesondere Gesicht, Hals, Hautfalten und andere empfindliche Regionen; steroidreduzierende Akuttherapie bzw. intermittierende Langzeitstrategie innerhalb der Zulassung [LL1, FI1, FI2].
- Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen: Überempfindlichkeit; nicht auf potenziell maligne (bösartige) oder prämaligne (möglicherweise zu Krebs führende) Läsionen auftragen. Klinische Infektionen der Behandlungsregion zuerst kontrollieren; bei Herpesinfektion dort pausieren. Keine Schleimhautanwendung und keine Okklusion. UV-Exposition minimieren und nicht mit Phototherapie kombinieren; bei relevanter Immundefizienz (Abwehrschwäche) oder stark gestörter Hautbarriere besondere Zurückhaltung [FI1, FI2].
- Nebenwirkungen: Vorübergehendes Brennen, Wärmegefühl und lokale Irritation; Follikulitis (Entzündung der Haarfollikel) bzw. Herpesinfektionen möglich. Unter Tacrolimus kann Alkohol Flush (plötzliche Hautrötung mit Wärmegefühl) auslösen. Die systemische Aufnahme ist meist gering; die Aussage „keine systemischen Nebenwirkungen“ ist dennoch zu absolut [FI1, FI2].
- Einordnung des Krebsrisikos: Pimecrolimus ist kein systemisch eingesetztes Transplantationsmedikament. Systemisches Tacrolimus und Ciclosporin sind von der topischen Ekzemtherapie zu unterscheiden. Beobachtungsstudien und eine große Metaanalyse zeigen für indikationsgerechte topische Anwendung kein erhöhtes Gesamtkrebsrisiko; Fachinformationswarnungen und diagnostische Abklärung atypischer oder persistierender Läsionen bleiben zu beachten [1, 4, 8].
Biologika: IL-4-/IL-13-Signalweghemmung
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Dupilumab | Altersabhängige Schweregradzulassung beachten. Monotherapie oder Kombination mit topischer Therapie. Bei fehlendem Ansprechen nach 16 Wochen Absetzen erwägen; partielle Responder können später weiter profitieren [FI3]. |
| Tralokinumab | Ab 12 Jahren; Intervallverlängerung kann die Wahrscheinlichkeit anhaltender Kontrolle vermindern. Fehlendes Ansprechen nach 16 Wochen: Absetzen erwägen [FI4]. |
| Lebrikizumab | Ab 12 Jahren und mindestens 40 kg. Ohne Ansprechen nach 16 Wochen Absetzen erwägen; bei partiellem Ansprechen Fortführung alle 2 Wochen bis Woche 24 möglich [FI5]. |
- Wirkweise: Dupilumab hemmt über IL-4Rα die IL-4- und IL-13-Signalübertragung; Tralokinumab und Lebrikizumab neutralisieren IL-13.
- Indikation: Zugelassene alters- und schweregradabhängige Systemtherapie. Dupilumab ist keine pauschale Reservetherapie und bei schwerer Erkrankung unter 12 Jahren ab 6 Monaten kein Off-Label-Use [FI3-FI5].
- Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen: Überempfindlichkeit; bekannte Helminthosen (Wurmerkrankungen) vor Beginn behandeln. Impfstatus vorher vervollständigen; Lebendimpfstoffe unter Therapie vermeiden. Schwangerschaft und Stillzeit individuell nach Fachinformation und aktueller Leitlinie bewerten, nicht als pauschale absolute Kontraindikation darstellen [LL1, FI3-FI5].
- Nebenwirkungen: Injektionsreaktionen, Konjunktivitis (Bindehautentzündung) und andere okuläre Entzündungen; selten systemische Überempfindlichkeit. Bei Augenschmerzen, Photophobie (Lichtscheu) oder Visusminderung (Abnahme der Sehschärfe) umgehend augenärztlich abklären. Glucocorticoidhaltige Augentropfen nur nach augenärztlicher Indikationsstellung. Nebenwirkungsraten verschiedener Studien sind nicht unmittelbar vergleichbar [FI3-FI5].
- Weitere Hinweise: Pruritus kann bereits früh nachlassen; ein generell erst später einsetzender antipruritischer Effekt ist nicht zutreffend. Ein publizierter Morbus-Crohn-Rezidivfall (Rückfall einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung) unter Dupilumab beweist keine Kausalität und begründet keine allgemeine Gegenanzeige [B2].
Biologika: IL-31-Rezeptorhemmung
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Nemolizumab | EU-Zulassung seit Februar 2025 ab 12 Jahren. Ohne Ansprechen nach 16 Wochen Absetzen erwägen. Kann nach EU-Fachinformation mit oder ohne topische Glucocorticoide eingesetzt werden; TCI auf Problemzonen beschränken [9, FI6]. |
- Wirkweise: Blockade von IL-31Rα; Hemmung eines zentralen pruritogenen Signalwegs.
- Indikation: Mittelschwere bis schwere atopische Dermatitis bei Eignung für eine Systemtherapie, insbesondere als weitere zugelassene Option bei relevanter Pruritusbelastung. Pruritus- und Ekzemkontrolle gemeinsam bewerten [9, FI6].
- Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen: Überempfindlichkeit; Impfstatus überprüfen, Lebendimpfstoffe unter Therapie vermeiden. Schwangerschaft und Stillzeit nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung; Asthma wird durch Nemolizumab nicht mitbehandelt [FI6].
- Nebenwirkungen: Überempfindlichkeitsreaktionen und Reaktionen an der Injektionsstelle [FI6].
Systemische Januskinase-Inhibitoren
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Abrocitinib | Ab 12 Jahren; für Jugendliche unter 25 kg kein etabliertes Dosierungsschema. Ab 65 Jahren 100 mg täglich. Bei erhöhtem Sicherheitsrisiko niedrigere Anfangsdosis. Starke CYP2C19-Hemmer erfordern Dosisanpassung; relevante Enzyminduktoren vermeiden. Ohne Nutzen nach 24 Wochen Absetzen erwägen [FI7]. |
| Baricitinib | Bei Creatinin-Clearance unter 30 ml/min nicht empfohlen. Starke OAT3-Hemmer, z. B. Probenecid, beachten. Ohne Nutzen nach 8 Wochen Absetzen erwägen [FI8]. |
| Upadacitinib | Starke CYP3A4-Hemmer: bei atopischer Dermatitis 15 mg täglich; starke Induktoren vermeiden. Ohne Nutzen nach 12 Wochen Absetzen erwägen [FI9]. |
- Wirkweise: Abrocitinib und Upadacitinib hemmen vorwiegend JAK1; Baricitinib hemmt JAK1/JAK2. Dadurch werden mehrere entzündliche und pruritogene Zytokinsignale vermindert.
- Indikation: Altersgerecht zugelassene Systemtherapie der mittelschweren bis schweren Erkrankung. Ein Wechsel innerhalb der Wirkstoffgruppe kann nach individuellem Versagen erwogen werden; die Real-World-Daten ersetzen keine gesicherte Erfolgsprognose [6, LL1].
- Kontraindikationen und Anwendungsausschlüsse: Schwangerschaft, aktive schwerwiegende Infektionen bzw. aktive Tuberkulose (bakterielle Infektionskrankheit, die häufig die Lunge betrifft) und wirkstoffabhängig schwere Leberinsuffizienz (eingeschränkte Leberfunktion). In der Stillzeit nicht anwenden. Keine empfohlene Kombination mit anderen JAK-Inhibitoren, Biologika oder starken Immunsuppressiva wie Ciclosporin; konkrete Fachinformation beachten [FI7-FI9].
- Nebenwirkungen: Akne, Übelkeit, Kopfschmerzen, Herpes simplex, Herpes zoster (Gürtelrose), weitere Infektionen sowie Veränderungen von Blutbild, Lipiden, Transaminasen und Creatinkinase (CK). Relevante schwerwiegende Risiken sind opportunistische Infektionen, venöse Thromboembolien (Verschlüsse von Venen oder Lungengefäßen durch Blutgerinnsel), schwere kardiovaskuläre Ereignisse und Malignome (bösartige Tumoren) [5, B1, FI7-FI9].
JAK-Sicherheitsmaßnahmen
- Risikoselektion: Bei Personen ab 65 Jahren, aktuellen oder langjährigen früheren Rauchern, erhöhtem Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse oder Malignome nur einsetzen, wenn keine geeigneten Alternativen bestehen. Bei zusätzlichen VTE-Risikofaktoren besonders vorsichtig; frühere Thrombosen, Immobilisation, große Operationen und östrogenhaltige Arzneimittel berücksichtigen. Die Risikobeschränkung beginnt nicht erst mit 75 Jahren [B1].
- Einordnung der Evidenz: Die regulatorische Klassenwarnung beruht wesentlich auf Daten bei älteren kardiovaskulär vorbelasteten Patienten mit rheumatoider Arthritis (chronisch entzündlicher Gelenkerkrankung). Absolute Risiken dürfen nicht unverändert auf junge Patienten mit atopischer Dermatitis übertragen werden; die EU-Sicherheitsmaßnahmen gelten dennoch für diese Indikation. Kurze randomisierte Studien schließen seltene Langzeitrisiken nicht aus [5, B1].
- Vor Therapiebeginn: Infektionsanamnese, Tuberkulose-Screening und Hepatitis-B-/Hepatitis-C-Screening nach Fachinformation; Blutbild einschließlich Differentialblutbild und Thrombozyten, Leberwerte, Nierenfunktion und Lipidprofil bestimmen. Impfstatus, insbesondere Varizellen-/Herpes-zoster-Schutz nach Alter und Empfehlung, überprüfen. Schwangerschaft ausschließen, Wechselwirkungen und Malignomanamnese erfassen [FI7-FI9].
- Grenzwerte: Baricitinib und Upadacitinib nicht beginnen bei ALC unter 500/µl, ANC unter 1.000/µl oder Hämoglobin unter 8 g/dl. Für Abrocitinib gelten höhere Startgrenzen: nicht beginnen bei ALC unter 500/µl, ANC unter 1.200/µl, Hämoglobin unter 10 g/dl oder Thrombozyten unter 150.000/µl. Behandlungspausen und Wiederbeginn richten sich nach den wirkstoffspezifischen Fachinformationen [FI7-FI9].
- Verlaufskontrollen: Bei Abrocitinib Blutbild einschließlich Thrombozyten und Lipide nach 4 Wochen, zusätzlich nach Dosissteigerung und risikoadaptiert im Verlauf. Bei Upadacitinib Blutbild spätestens nach 12 Wochen, Lipide nach 12 Wochen; bei Baricitinib Lipide etwa nach 12 Wochen. Leberwerte und Nierenfunktion sowie weitere Kontrollen nach Fachinformation und individuellem Risiko [FI7-FI9].
- Infektionen und Impfungen: Bei schwerwiegender Infektion Therapie pausieren bis zur Kontrolle; bei Herpes zoster Pausierung erwägen. Lebendimpfstoffe unter Therapie vermeiden. Fieber und rasch fortschreitende herpetische Hautveränderungen erfordern umgehende Abklärung [FI7-FI9].
- Warnsymptome: Einseitige Beinschwellung, akute Dyspnoe (Atemnot), Thoraxschmerz (Brustkorbschmerz) oder neurologische Ausfälle sofort abklären; bei Verdacht auf Thromboembolie JAK-Inhibitor absetzen. Hauttumorscreening entsprechend Risiko; anhaltende Lymphadenopathie (Lymphknotenvergrößerung) bzw. verdächtige Läsionen untersuchen [B1, FI7-FI9].
- Kontrazeption: Wirksame Verhütung während der Behandlung und mindestens 4 Wochen nach Absetzen von Baricitinib bzw. Upadacitinib; bei Abrocitinib bis 1 Monat nach Absetzen. Kinderwunsch rechtzeitig besprechen [FI7-FI9].
Systemische Calcineurinhemmung
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Ciclosporin | Schwere Erkrankung; begrenzte Behandlungsdauer bevorzugen. Blutdruck und Nierenfunktion vor Beginn mehrfach erfassen, initial engmaschig, danach regelmäßig; Elektrolyte, Leberwerte und Interaktionen beachten. Keine gleichzeitige UVB-/PUVA-Therapie [FI10]. |
- Wirkweise: Systemische Calcineurinhemmung mit verminderter IL-2-Produktion und T-Zell-Aktivierung.
- Indikation: Schwere atopische Dermatitis mit erforderlicher Systemtherapie; keine Gleichsetzung mit der lokalen Anwendung von Tacrolimus bzw. Pimecrolimus [FI10].
- Kontraindikationen: Bei nicht transplantationsbedingten Indikationen insbesondere beeinträchtigte Nierenfunktion, unkontrollierte Hypertonie (Bluthochdruck), unkontrollierte Infektion und Malignome. Zahlreiche CYP3A4-/P-Glykoprotein-Interaktionen; nephrotoxische Kombinationen vermeiden [FI10].
- Nebenwirkungen: Nephrotoxizität (nierenschädigende Wirkung), Hypertonie, Tremor, Hypertrichose (verstärkter Haarwuchs), Gingivahyperplasie (Zahnfleischwucherung), Hyperkaliämie, Infektionen und bei kumulativer Immunsuppression erhöhtes Malignomrisiko [FI10].
Konventionelle systemische Immunmodulatoren: Off-Label-Use
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Methotrexat | Off-Label-Use; niemals tägliche Gabe. Langsamer Wirkeintritt; Blutbild, Leber- und Nierenfunktion überwachen. Pädiatrische Behandlung nur spezialärztlich [LL2]. |
| Azathioprin | Off-Label-Use; Blutbild- und Leberkontrollen. Sehr niedrige TPMT-Aktivität: keine Standardbehandlung. Allopurinol/Febuxostat-Interaktionen beachten [LL2]. |
| Mycophenolat-Mofetil | Off-Label-Use; nachrangige Option bei fehlenden geeigneten Alternativen. Mycophenolat-Natrium ist nicht mg-für-mg austauschbar. Blutbild, Leber- und Nierenfunktion überwachen; strikte Schwangerschaftsverhütung [LL2, B3]. |
- Wirkweise: Methotrexat wirkt immunmodulierend; Azathioprin hemmt als Thiopurin den Purinstoffwechsel; Mycophenolat hemmt die Inosinmonophosphat-Dehydrogenase und damit die Lymphozytenproliferation.
- Indikation: Individuell begründete Alternativen bei fehlender Eignung oder fehlendem Erfolg zugelassener Therapien; keine gleichrangige pauschale Erstwahl [LL2].
- Kontraindikationen: Wirkstoffspezifisch insbesondere schwere Infektionen, relevante Zytopenien (Verminderung von Blutzellen) und Organfunktionsstörungen. Methotrexat und Mycophenolat sind in der Schwangerschaft kontraindiziert; Anwendung in der Stillzeit vermeiden bzw. Fachinformation beachten. Bei Neurodermitis keine Übernahme einer transplantationsmedizinischen Ausnahmeregel für Mycophenolat in der Schwangerschaft [LL2, B3].
- Nebenwirkungen: Knochenmarktoxizität, Infektionen, gastrointestinale Beschwerden und Hepatotoxizität; Methotrexat zusätzlich mögliche Pneumonitis (Entzündung des Lungengewebes). Azathioprin erhöht bei Langzeitanwendung das Risiko bestimmter Malignome. Mycophenolat verursacht schwere embryofetale Schäden (Schäden am ungeborenen Kind) [LL2, B3].
Systemische Glucocorticoide: kurzfristige Ausnahmebehandlung
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Prednisolon | Nur ausnahmsweise als kurzfristige Überbrückung. Ein pauschales Schema „maximal 4 Wochen“ rechtfertigt keine routinemäßige mehrwöchige Behandlung. Ausschleichen nach Dauer, Vorbehandlung und Risiko einer Nebennierenrindensuppression entscheiden [LL2]. |
- Wirkweise: Rasche, unspezifische systemische Entzündungshemmung.
- Indikation: Seltene, zeitlich begrenzte Ausnahme bei schwerem akutem Verlauf; keine Erhaltungstherapie [LL1, LL2].
- Kontraindikationen und Risikofaktoren: Unbehandelte relevante Infektionen und weitere präparatespezifische Gegenanzeigen berücksichtigen. Diabetes mellitus, Osteoporose (Knochenschwund), Glaukom (grüner Star), Ulkusanamnese (frühere Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre), Hypertonie und Schwangerschaft sind keine undifferenziert absoluten Kontraindikationen, erfordern aber eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung.
- Nebenwirkungen: Rebound nach Absetzen, Infektionen, Hyperglykämie, Blutdruckanstieg, Schlaf- und Stimmungsstörungen; kumulativ Osteoporose, Frakturen (Knochenbrüche), Katarakt (grauer Star) und Osteonekrosen (Absterben von Knochengewebe). Beobachtungsdaten ohne statistisch nachweisbaren Anstieg einzelner Ereignisse belegen keine sichere Expositionsschwelle [7].
Wirkstoffe (Nebenindikationen)
Infektionen und begleitende Beschwerden
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Systemische Antibiotika, z. B. Flucloxacillin bzw. Cefalexin | Nur bei klinisch behandlungsbedürftiger bakterieller Infektion, insbesondere Ausbreitung oder systemischen Zeichen. Auswahl ggf. nach Erregernachweis; topische Antibiotika nicht routinemäßig verwenden [LL1]. |
| Aciclovir | Eczema herpeticatum (ausgedehnte Herpesinfektion auf ekzemkranker Haut) ist ein dringlicher Behandlungsgrund; antivirale Therapie nicht bis zum PCR-Ergebnis verzögern. Bei schwerem Verlauf stationär, bei Augennähe augenärztliche Mitbeurteilung [LL1]. |
| Topische Antiseptika, z. B. Octenidin | Bei ausgewählter lokaler Infektion; keine routinemäßige Dauerbehandlung kolonisierten Ekzems [LL1]. |
| H1-Antihistaminika | Keine routinemäßige Therapie des neurodermitisbedingten Pruritus. Bei zusätzlicher Urtikaria (Nesselsucht) oder allergischer Rhinokonjunktivitis (allergische Entzündung von Nase und Augenbindehaut) möglich; sedierende Präparate insbesondere bei Kindern nicht als Schlaftherapie einsetzen [LL1]. |
- Wirkweise: Antibiotika behandeln bakterielle Infektionen; Aciclovir hemmt die HSV-Replikation; Antiseptika vermindern lokale Keime; H1-Antihistaminika blockieren histaminvermittelte Symptome.
- Indikation: Gesicherte bzw. klinisch wahrscheinliche Komplikation oder Begleiterkrankung. Staphylococcus-aureus-Besiedlung allein ist keine Antibiotikaindikation [LL1].
- Kontraindikationen: Wirkstoff- und präparatespezifisch, insbesondere Allergien, Organfunktionsstörungen und relevante Interaktionen; Aciclovir mit angepasster Dosierung und ausreichender Hydrierung.
- Nebenwirkungen: Antibiotika: Allergien, gastrointestinale Beschwerden und Resistenzselektion; Aciclovir: Nephro- und Neurotoxizität bei unzureichender Anpassung; Antiseptika: Irritation; sedierende Antihistaminika: Müdigkeit und anticholinerge Effekte.
Besondere Situationen
- Schwangerschaft und Stillzeit: Topische Therapie vorrangig optimieren. Bei unvermeidbarer Systemtherapie interdisziplinär entscheiden; Ciclosporin besitzt längere Anwendungserfahrung. Die S3-Teilaktualisierung berücksichtigt zusätzliche Daten zu Dupilumab, ohne daraus eine pauschale Unbedenklichkeit sämtlicher Biologika abzuleiten. JAK-Inhibitoren, Methotrexat und Mycophenolat sind keine Schwangerschaftstherapien. Azathioprin ist kein allgemein empfohlenes Neueinstiegsmedikament für Neurodermitis in der Schwangerschaft [LL1, LL2].
- Weitere Therapieoptionen: Phototherapie und Schulung können die Gesamtbehandlung ergänzen; alters- und situationsbezogen auswählen. Allergenspezifische Immuntherapie nur bei geeigneter zusätzlicher allergologischer Indikation bzw. ausgewählter allergengetriggerter Erkrankung. Intravenöse Immunglobuline sind keine etablierte Routinebehandlung der atopischen Dermatitis; eine allgemeine dermatologische IVIG-Leitlinie begründet hier keine Standardindikation [LL1, LL3].
Phytotherapeutika
Das Review zu komplementären Verfahren bleibt als Literatur erhalten. Für Gerbstoffe aus Blutwurz, topische hyperforinreiche Johanniskrautextrakte und Süßholzextrakte liegen begrenzte bzw. heterogene Daten vor; daraus folgt keine allgemeine leitliniengerechte Therapieempfehlung. Oral angewendetes Nachtkerzenöl ist keine etablierte wirksame Standardbehandlung. Kontaktallergien, variable Produktqualität und bei systemischer Anwendung mögliche Interaktionen berücksichtigen [2, LL1].
Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)
Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:
- Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
- Mineralstoffe (Calcium, Magnesium)
- Spurenelemente (Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
- Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA); Omega-6-Fettsäure: Gamma-Linolensäure (GLA))
- Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Lycopin, Grüntee-Polyphenole, Traubenkern- und Oliven-Polyphenole)
- Weitere Vitalstoffe (Coenzym Q10 (CoQ10), Hirse-Extrakt und Kieselerde, probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien)
Bei Vorliegen einer Insomnie (Schlafstörung) infolge einer Neurodermitis (atopisches Ekzem) s. u. Insomnie/Medikamentöse Therapie/Supplemente.
Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.
Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.
Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.
Abkürzungen
- AD: atopische Dermatitis
- ALC: absolute Lymphozytenzahl
- ANC: absolute Neutrophilenzahl
- CK: Creatinkinase
- CYP: Cytochrom P450
- DLQI: Dermatology Life Quality Index
- EASI: Eczema Area and Severity Index
- HSV: Herpes-simplex-Virus
- IL: Interleukin
- IL-4Rα: Interleukin-4-Rezeptor-α
- IL-31Rα: Interleukin-31-Rezeptor-α
- IVIG: intravenöse Immunglobuline
- JAK: Januskinase
- NRS: numerische Ratingskala
- OAT3: organischer Anionentransporter 3
- PCR: Polymerase-Kettenreaktion
- PUVA: Psoralen plus Ultraviolett-A
- SCORAD: Scoring Atopic Dermatitis
- TCI: topische Calcineurin-Inhibitoren
- TPMT: Thiopurin-Methyltransferase
- UV: ultraviolett
- UVB: Ultraviolett-B
- VTE: venöse Thromboembolie
Literatur
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- Vieira BL et al.: Complementary and Alternative Medicine for Atopic Dermatitis: An Evidence-Based Review. Am J Clin Dermatol. 2016;17:557-581. PubMed.
- Santer M et al.: Emollient bath additives for the treatment of childhood eczema (BATHE): multicentre pragmatic parallel group randomised controlled trial of clinical and cost effectiveness. BMJ. 2018;361:k1332. doi: 10.1136/bmj.k1332.
- Asgari MM et al.: Association Between Topical Calcineurin Inhibitor Use and Keratinocyte Carcinoma Risk Among Adults With Atopic Dermatitis. JAMA Dermatol. 2020. doi: 10.1001/jamadermatol.2020.2240.
- Yoon S et al.: The safety of systemic Janus kinase inhibitors in atopic dermatitis: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2024;38:52-61. doi: 10.1111/jdv.19426.
- Schlösser AR et al.: Upadacitinib treatment in a real-world difficult-to-treat atopic dermatitis patient cohort. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2024;38:384-392. doi: 10.1111/jdv.19581.
- Jang YH et al.: Long-Term Use of Oral Corticosteroids and Safety Outcomes for Patients With Atopic Dermatitis. JAMA Netw Open. 2024;7:e2423563. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2024.23563.
- Devasenapathy N et al.: Cancer risk with topical calcineurin inhibitors, pimecrolimus and tacrolimus, for atopic dermatitis: a systematic review and meta-analysis. Lancet Child Adolesc Health. 2023;7:13-25. doi: 10.1016/S2352-4642(22)00283-8.
- Silverberg JI et al.: Nemolizumab with concomitant topical therapy in adolescents and adults with moderate-to-severe atopic dermatitis (ARCADIA 1 and ARCADIA 2): results from two replicate, double-blind, randomised controlled phase 3 trials. Lancet. 2024;404:445-460. doi: 10.1016/S0140-6736(24)01203-0.
Leitlinien, Referenzwerte und Protokolle
- S3-Leitlinie: Atopische Dermatitis (AD) [Neurodermitis; atopisches Ekzem]. (AWMF-Registernummer: 013-027), Juni 2023, Version 4.5, mit Teilaktualisierung 2025, veröffentlicht 2026. Langfassung der Basisleitlinie; Teilaktualisierung: Systemtherapie, Schwangerschaft/Stillzeit und Therapieziele, 2026 [LL1]
- Wollenberg A et al.: European Guideline (EuroGuiDerm) on atopic eczema: Living update. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2025. doi: 10.1111/jdv.20639 [LL2]
- Europäische Leitlinien (S1) für die Anwendung von hochdosierten intravenösen Immunglobulinen in der Dermatologie. J Dtsch Dermatol Ges. 2017;15:227-238. Historische Referenz; keine etablierte Routineindikation bei atopischer Dermatitis. doi: 10.1111/ddg.13013_g [LL3]
Behörden und Arzneimittelsicherheit
- European Medicines Agency: Janus kinase inhibitors (JAKi) – referral; EU-Maßnahmen zur Verminderung schwerwiegender Risiken. Sicherheitsverfahren und Maßnahmen [B1]
- Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Rezidiv eines Morbus Crohn nach Behandlung einer atopischen Dermatitis mit Dupilumab. Bekanntgabe vom 18. Oktober 2019. Fallbericht [B2]
- Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Rote-Hand-Brief zu Myfortic (Mycophenolat-Natrium), Februar/März 2016; historischer Sicherheitshinweis zu Schwangerschaft und Kontrazeption. Rote-Hand-Brief [B3]
Produktinformationen
- Viatris: Elidel 10 mg/g Creme; Fachinformation, Dezember 2022. Fachinformation [FI1]
- LEO Pharma: Protopic 0,03 % bzw. 0,1 % Salbe; EU-Produktinformation, aktueller EMA-Dokumentstand, Abruf 14. Oktober 2026. Produktinformation [FI2]
- Sanofi Winthrop Industrie: Dupixent, Injektionslösung in Fertigspritze/Fertigpen; EU-Produktinformation, aktueller EMA-Dokumentstand, Abruf 14. Oktober 2026. Produktinformation [FI3]
- LEO Pharma: Adtralza, Injektionslösung in Fertigspritze/Fertigpen; EU-Produktinformation, aktueller EMA-Dokumentstand, Abruf 14. Oktober 2026. Produktinformation [FI4]
- Almirall: Ebglyss 250 mg, Injektionslösung in Fertigspritze/Fertigpen; EU-Produktinformation, EMA-Aktualisierung Januar 2026. Produktinformation [FI5]
- Galderma International: Nemluvio 30 mg, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung; Fachinformation, Mai 2026. Fachinformation [FI6]
- Pfizer Pharma: Cibinqo 50/100/200 mg Filmtabletten; Fachinformation, August 2026. Produktinformation [FI7]
- Eli Lilly: Olumiant 1/2/4 mg Filmtabletten; EU-Produktinformation, aktueller EMA-Dokumentstand, Abruf 14. Oktober 2026. Produktinformation [FI8]
- AbbVie: Rinvoq Retardtabletten; EU-Produktinformation, aktueller EMA-Dokumentstand, Abruf 14. Oktober 2026. Produktinformation [FI9]
- TEVA: Ciclosporin Pro Weichkapseln; Fachinformation, November 2025, Version 10. Fachinformation [FI10]