Hühnerauge (Clavus) – Folgeerkrankungen
Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch einen Clavus (Hühnerauge) bzw. durch Schwielen (Hornhautverdickungen) mitbedingt sein können:
Haut und Unterhaut (L00-L99)
- Hyperkeratosen (starke Hornhautverdickungen) mit progredienter Verdickung der Hornschicht bei fortbestehender mechanischer Druck- oder Reibebelastung
- Rhagaden (schmerzhafte Hautrisse) insbesondere bei ausgeprägter Hyperkeratose und trockener Haut
- Entzündliche Dermatitis (entzündliche Hautreaktion) im Bereich chronischer Druckzonen
- Lokale Ulzerationen (oberflächliche Hautgeschwüre) bei tiefer Hornzapfenbildung oder inadäquater Selbstbehandlung
Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)
- Sekundäre bakterielle Hautinfektionen (bakterielle Hautentzündungen) (z. B. Impetiginisierung (eitrige Hautinfektion)) bei Einrissen oder Manipulationen
- Lokale Cellulitis (tiefe bakterielle Haut- und Weichteilinfektion) als seltene, aber relevante Komplikation bei fortgeschädigter Hautbarriere
- Mykotische Superinfektionen (zusätzliche Pilzinfektionen), insbesondere bei feuchten, interdigitalen Lokalisationen (Bereichen zwischen den Zehen)
Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)
- Schonhaltungen des Fußes (schmerzbedingte Ausweichbewegungen) mit konsekutiver Fehlbelastung von Gelenken, Sehnen und Muskeln
- Verschlechterung oder Manifestation von Fußfehlstellungen (Fehlformen des Fußes) (z. B. Hallux valgus (Ballenzeh), Hammerzehen (gekrümmte Zehen)) durch chronische Druckumverteilung
- Überlastungssyndrome angrenzender Strukturen (Belastungsschmerzen benachbarter Strukturen) (Metatarsalgie (Vorfußschmerz), Plantarfasziopathie (Schmerzen der Fußsohlen-Sehnenplatte))
Urogenitalsystem – Gefäßerkrankungen der unteren Extremität (N00-N99, I00-I99)
- Erschwerte Wundheilung (verzögerte Abheilung von Verletzungen) bei begleitender peripherer arterieller Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörung der Beinarterien) oder diabetischer Mikroangiopathie (kleingefäßbedingte Durchblutungsstörung bei Diabetes)
- Erhöhtes Risiko für chronische Wunden (dauerhaft bestehende Hautdefekte) bei vorbestehender Sensibilitätsstörung (Gefühlsstörung) (z. B. diabetische Polyneuropathie (Nervenschädigung bei Diabetes))
Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)
- Chronische Schmerzen (dauerhafte Schmerzen) – das Gehen ist nur unter Schmerzen möglich oder deutlich erschwert, ggf. auch unmöglich
- Belastungsabhängige Gangstörung (verändertes Gehen unter Belastung) mit Einschränkung der Mobilität (Beweglichkeit)
- Reduzierte körperliche Aktivität (verminderte Bewegung) als indirekte Folge persistierender Schmerzsymptomatik (anhaltender Schmerzen)
Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)
- Chronische Schmerzverarbeitung (lang anhaltende Schmerzwahrnehmung) mit psychosozialer Beeinträchtigung (Beeinträchtigung des seelischen und sozialen Wohlbefindens) bei lang anhaltender Symptomatik
- Vermeidungsverhalten (bewusstes Meiden) gegenüber Gehen oder körperlicher Belastung
Weiteres
- Einschränkung der Lebensqualität (Beeinträchtigung des Wohlbefindens) durch persistierende Schmerzen und funktionelle Beeinträchtigung (eingeschränkte Funktion)
- Erhöhtes Risiko für inadäquate Selbstbehandlung (ungeeignete Eigenbehandlung) (z. B. aggressive Keratolyse (starkes Abtragen der Hornhaut), Schneiden), mit daraus resultierenden Komplikationen
Prognosefaktoren
- Persistenz der mechanischen Ursache (fortbestehender Auslöser) (Druck, Reibung, ungeeignetes Schuhwerk)
- Vorliegen von Fußfehlstellungen (Fehlformen des Fußes) oder Gangbildstörungen (Störungen des Gehens)
- Begleiterkrankungen (zusätzliche Erkrankungen) wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörung der Beinarterien)
- Adäquate podologische/orthopädische Mitbehandlung (fachgerechte Fuß- und orthopädische Behandlung) und Druckentlastung (Verringerung der Belastung)