Kehlkopfentzündung (Laryngitis) – Körperliche Untersuchung
Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:
- Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Körpertemperatur und Atemfrequenz
- Beurteilung des Allgemeinzustands und der Atmung
- Beurteilung auf Zeichen einer relevanten oberen Atemwegsobstruktion, insbesondere Stridor, Dyspnoe, zunehmende Atemarbeit, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur und Zyanose
- Hals-Nasen-Ohren-ärztliche Untersuchung
- Beurteilung der Stimme und Phonation [raue bzw. heisere Stimme; Dysphonie bis Aphonie]
- Inspektion von Nasenhöhle, Mundhöhle und Oropharynx zur Erfassung begleitender entzündlicher Veränderungen der oberen Atemwege
- Inspektion und Palpation des Halses und der Kehlkopfregion
- Palpation der zervikalen Lymphknoten
- Beurteilung von Larynx und Stimmlippen mittels Kehlkopfspiegelung [Hyperämie bzw. Rötung und Ödem der Stimmlippen; ggf. vermehrtes laryngeales Sekret]
- Respiratorisches System
- Inspektion des Atemmusters und Beurteilung der Atemarbeit
- Auskultation der oberen Atemwege und der Lunge bei respiratorischen Beschwerden
Red Flags (Warnzeichen) bei Laryngitis
- Stridor, Dyspnoe, zunehmende Atemarbeit oder Zyanose
- Ausgeprägte Dysphagie bzw. Odynophagie, Speichelfluss oder Unfähigkeit, Sekret zu schlucken
- Rasche klinische Verschlechterung oder deutlich reduzierter Allgemeinzustand
- Persistierende oder progrediente Dysphonie über vier Wochen
- Neu aufgetretene oder persistierende zervikale Raumforderung bzw. Lymphknotenvergrößerung
- Hämoptyse
- Dysphonie nach kürzlich erfolgter endotrachealer Intubation oder Operation im Kopf-, Hals- bzw. Thoraxbereich
- Persistierende Dysphonie bei relevantem Tabakkonsum oder erhöhtem Risiko für eine maligne Erkrankung des oberen Aerodigestivtrakts
In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische körperliche Befunde hingewiesen.