Histiozytom

Histiozytome (Synonyme: Dermatofibroma lenticulare, Nodulus cutaneus; ICD-10-GM D23.9: Sonstige gutartige Neubildungen der Haut: Haut, nicht näher bezeichnet) sind benigne (gutartige) reaktive Fibroblasten (Hauptzellen des Bindegewebes), die dem harten Fibrom ähneln. Es wird auch Dermatofibrom genannt.

Epidemiologie

Manifestationsalter (erstmaliges Erkrankungsalter): Erwachsene im 3.-6. Lebensjahrzehnt; seltener auch Kinder

Geschlechterverhältnis: Frauen häufiger als Männer

Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für Histozytome beträgt in größeren dermatologischen Kollektiven mehr als 60 % der Patienten.

Verlauf und Prognose

Verlauf

Histiozytome (Dermatofibrome) entwickeln sich in der Regel langsam und bleiben oft lange Zeit unverändert. Diese gutartigen Hautveränderungen können spontan auftreten, häufig infolge kleiner Hautverletzungen wie Insektenstichen oder kleinen Schnitten. Die meisten Histiozytome sind asymptomatisch, das heißt, sie verursachen keine Schmerzen oder andere Beschwerden, außer in seltenen Fällen, in denen sie aufgrund ihrer Lage oder Größe unangenehm werden können.

In den meisten Fällen zeigen Histiozytome keinen progressiven Verlauf und bleiben über Jahre hinweg stabil. Sie können jedoch in einigen Fällen langsam an Größe zunehmen. Eine spontane Rückbildung ist selten, kommt aber vor.

Prognose

Histiozytome sind gutartige Hautveränderungen, und die Prognose ist ausgezeichnet. Da sie nicht bösartig sind, besteht kein Risiko einer malignen Transformation. Die Hauptindikation für eine Entfernung ist kosmetischer Natur oder bei Symptomen wie Schmerzen oder wiederholter Reizung, besonders an Stellen, die häufig Druck oder Reibung ausgesetzt sind.

Die Entfernung von Histiozytomen kann operativ oder mittels CO2-Laser erfolgen. Diese Eingriffe sind in der Regel unkompliziert und führen zu einer vollständigen Entfernung der Läsion. Rezidive nach Entfernung sind selten, aber möglich, insbesondere wenn das Histiozytom nicht vollständig entfernt wurde.

Insgesamt haben Histiozytome eine sehr gute Prognose, und mit angemessener Behandlung können Patienten eine vollständige Heilung ohne langfristige Folgen erwarten.

Symptome – Beschwerden

Es handelt sich um maximal 0,3-1,5 cm große, straffe und schmerzlose Papel (Knötchen; oder Nodulus/Knoten), die einzeln oder multipel (mehrfach) auftreten. Sie können bräunlich bis bläulich sein durch Einlagerung von Hämosiderin (Farbstoff), rötlich oder gelblich aufgrund von Fetteinlagerungen.

Diese Hautveränderung tritt zumeist an den Extremitäten auf.

Differentialdiagnosen

  • Angiohistiozytom mit Riesenzellen;
  • Disseminierter Bindegewebsnaevus
  • Kutanes Mastozytom – Mastzellanhäufungen in einem großen dicken Flecken 
  • kutanes Myofibrom
  • Leiomyom – gutartiger Tumor der glatten Muskulatur
  • Malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs)
  • Perineuriom – gutartiger Tumor der Nerven
  • Rheumatisches Knötchen (Rheumaknoten) – subkutane (unter der Haut liegende), derbe, verschiebliche Knoten, die sich vor allen druckbelasteten Stellen bilden
  • Schwannom – gutartiger und meist langsam wachsender Tumor des peripheren Nervensystems, der von den Schwann-Zellen ausgeht
  • Xanthogranuloma juvenile
  • Xanthom – harmlose, orange-gelblich schimmernde, knoten- bis plaqueartige Fettablagerungen in der Haut

Pathogenese (Krankheitsentstehung) – Ätiologie (Ursachen)

Ursache für ein Histiozytom ist meist eine Entzündung infolge einer kleinen Verletzung der Haut (z. B. nach Insektenstich).

Therapie

Die Histiozytome können operativ oder mittels CO2-Laser entfernt werden.