Akustikusneurinom – Labordiagnostik

Beim Akustikusneurinom (gutartiger Tumor des Hör- und Gleichgewichtsnervs) sind Laboruntersuchungen nicht Teil der Routinediagnostik. Die Diagnose erfolgt primär bildgebend (Magnetresonanztomographie (MRT) mit Gadolinium). Labor nur zur differentialdiagnostischen Abklärung anderer Ursachen vestibulokochleärer Symptome (Hör- und Gleichgewichtsstörungen).

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den bildgebenden Verfahren – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Entzündungsparameter – C-reaktives Protein (CRP), Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) – bei Verdacht auf entzündliche Prozesse im Bereich des Innenohres (Innenohr) oder zentralnervöser Strukturen (Gehirn und Nervenbahnen)
  • Serologie auf Borrelia burgdorferi – bei anamnestischem oder klinischem Verdacht auf Neuroborreliose (durch Zecken übertragene Nerveninfektion) mit Hirnnervenbeteiligung (Beteiligung der Gehirnnerven)
  • Autoantikörperdiagnostik – z. B. antinukleäre Antikörper (ANA) bei Verdacht auf autoimmune Innenohrbeteiligung (durch das Immunsystem verursachte Innenohrerkrankung)
  • HIV-Serologie – bei unklaren, multifokalen ZNS-Läsionen (Veränderungen im zentralen Nervensystem) im Rahmen der Differentialdiagnostik
  • Genetische Diagnostik – bei Verdacht auf neurofibromatoseassoziierte Formen (erbliche Tumorerkrankungen), v. a. Neurofibromatose Typ 2 (Erbkrankheit mit gutartigen Nerventumoren), z. B. NF2-Genanalyse aus Blut
  • Liquoruntersuchung – nur bei Verdacht auf entzündliche oder neoplastische meningeale Beteiligung (Beteiligung der Hirnhäute); empfehlenswert insbesondere bei rasch progredienter Symptomatik (schnell zunehmende Beschwerden), atypischem Verlauf (ungewöhnlicher Verlauf) oder Hinweis auf intrakranielle Entzündung (Entzündung im Schädelinneren)