Subklinische Inflammation – Körperliche Untersuchung
Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:
Eine subklinische Inflammation (unterschwellige Entzündungsaktivität) verursacht definitionsgemäß keine spezifischen Beschwerden und in der Regel keine krankheitsspezifischen körperlichen Befunde. Die körperliche Untersuchung dient vor allem der Erfassung kardiometabolischer Risikofaktoren (Risikofaktoren für Herz, Kreislauf und Stoffwechsel) sowie der Suche nach einer klinisch manifesten Grund- oder Folgeerkrankung.
- Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Körpertemperatur, Körpergewicht, Körpergröße, Body-Mass-Index (Körpermasseindex) und Taillenumfang; des Weiteren:
- Beurteilung des Allgemein- und Ernährungszustands
- Inspektion von Haut, Schleimhäuten und Skleren (Lederhäuten der Augen)
- Inspektion der Mundhöhle einschließlich Zahn- und Parodontalstatus (Zustand des Zahnhalteapparats) sowie des Pharynx (Rachens)
- Palpation (Abtasten) der Lymphknotenstationen
- Untersuchung der Schilddrüse
- Auskultation (Abhören) von Herz und Lunge
- Untersuchung des Abdomens (Bauchs)
- Orientierende Untersuchung des Bewegungsapparats, insbesondere der Gelenke
- Gezielte Untersuchung weiterer Organsysteme in Abhängigkeit von Anamnese (Krankengeschichte) und klinischem Verdacht
- Gesundheitscheck – alters-, geschlechts- und risikoadaptierte Vorsorgeuntersuchung mit besonderer Beachtung kardiometabolischer Erkrankungen, chronisch-entzündlicher Erkrankungen, chronischer Infektionen und maligner Erkrankungen (bösartiger Erkrankungen)
Red Flags (Warnzeichen) bei subklinischer Inflammation
Folgende Befunde sprechen gegen eine isolierte subklinische Inflammation und erfordern eine zeitnahe ursachenbezogene Abklärung:
- Fieber oder rezidivierende subfebrile Körpertemperaturen (wiederkehrende leicht erhöhte Körpertemperaturen)
- Unbeabsichtigte Gewichtsabnahme, Nachtschweiß oder deutlicher Leistungsknick
- Persistierende oder progrediente Lymphknotenvergrößerung (anhaltende oder fortschreitende Vergrößerung der Lymphknoten)
- Neu aufgetretene fokale Entzündungszeichen (örtlich begrenzte Entzündungszeichen), Gelenkschwellungen oder auffällige Hautveränderungen
- Organspezifische Warnsymptome, z. B. anhaltende Dyspnoe (Atemnot), Thoraxschmerzen (Brustschmerzen), persistierende gastrointestinale Beschwerden (anhaltende Magen-Darm-Beschwerden) oder neurologische Ausfälle (Ausfälle des Nervensystems)
In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.