Die Ursachen des Diabetes mellitus Typ II sind schon lange bekannt.
Sie beruhen im Wesentlichen auf falschem Verhalten
- Essen von hyperkalorischen, fettreichen Mahlzeiten
- Bewegungsmangel
Weitere Faktoren sind
- Reduzierter Grundumsatz – bei gleichem Essverhalten und somit positive Energiebilanz (= Gewichtzunahme)
- Verminderte Thermogenese im Alter
- Abnahme der funktionellen Reservekapazität der Organsystem im Alter
- Schlechtere Resorptionsleistung des Darms
- Verminderte endo- und exokrine Pankreasfunktion
Folge der oben genannten Faktoren ist die Zunahme des abdominellen (viszeralen) Fettgewebes (so genannter "Apfel-Typ".
Nachfolgend die Darstellung der Pathogenese (Krankheitsgeschichte) des Diabetes mellitus und seine Bedeutung für die Alterungsprozesse. Nachfolgend dazu Ausführungen über das Fettgewebe als endokrines Organ.
Das Fettgewebe als endokrines Organ
Das Fettgewebe ist nicht nur Speicher von Lipiden – Triglyzeriden – sondern ein metabolisch aktives, endokrines Organ.
Die Adipozyten (Fettgewebszellen) sezernieren Mediatoren
- Leptin
- Adiponektin
- Resistin
- Angiotensin II
- Plasminogenaktivator-Inhibitor I (PAI 1)
- Tumornekrose-Faktor (TNF-Alpha)
- Interleukine (IL-1, -4, -6, -8, -18)
- Prostaglandine
Leptin
Man vermutet, dass das Hormon Leptin durch den Anstieg von Insulin nach einer Mahlzeit freigesetzt wird: Leptin signalisiert die stattgefundene Nahrungsaufnahme, stimuliert dadurch unter anderem die Ausschüttung von Serotonin und löst das Gefühl der Sättigung aus. Dieses erklärt weshalb eine defekte Leptin-Signalkette – beispielsweise wegen unzureichender Sekretion von Leptin oder eines defekten Leptin-Rezeptors = Leptinresistenz – zur Adipositas führt.
Adiponektin
Adiponektin erhöht die Insulinsensitivität in der Muskulatur, sodass die Aufnahme und Verwertung von Fettsäuren erleichtert ist.
Erniedrigte Adiponektin-Konzentrationen führen zur Hemmung der Oxidation von Fettsäuren und sind assoziiert mit Insulinresistenz und metabolischen Syndrom sowie der Arteriosklerose.
Angiotensin II
Angiotensin II wirkt stark vasokonstriktorisch - Gefäß-zusammenziehend - und fördert die Bildung von Aldosteron – einem Mineralokortikoid, das zur Natrium- und Wasserretention führt. Des Weiteren fördert Angiotensin II oxidativen Stress, aktiviert den Sympathikus (Freisetzung von Noradrenalin) und führt so zum Hypertonus (Bluthochdruck).
Plasminogenaktivator-Inhibitor I (PAI 1)
Die vermehrte Sekretion von Plasminogenaktivator-Inhibitor I (PAI 1) kann zu Koagulationsstörungen und in Folge dessen zu Thromboembolien führen.
Tumornekrose-Faktor (TNF-Alpha), IL-6 und andere Zytokine
Die vermehrte Sekretion von Tumornekrose-Faktor (TNF-Alpha), IL-6 und andere Zytokinen führt zur Insulinresistenz, zum Diabetes mellitus Typ II, zu chronischen Inflammationen, das heißt zu chronischen Entzündungen, und in Folge dessen zur Arteriosklerose.












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