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Symptome – Beschwerden
Reizmagen (funktionelle Dyspepsie)

Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine funktionelle Dyspepsie (FD; Reizmagensyndrom; dyspeptische Beschwerden) hinweisen:

Leitsymptome

  • Aufstoßen / exzessives Luftaufstoßen
  • Druckgefühl im Magen (Magendruck)/postprandiales ("nach dem Essen") Völlegefühl
  • Krampfartige Abdominalbeschwerden (Bauchschmerzen; hier: Oberbauchschmerzen), ggf. auch als epigastrischer Nüchternschmerz
  • Nausea (Übelkeit)/Erbrechen
  • Völlegefühl bzw. frühe Sättigung

Die Beschwerden treten oft nach dem Essen auf (Postprandiales Distress-Syndrom; Unwohlsein nach dem Essen) und haben ein unregelmäßiges Erscheinungsbild.

Der Patient lokalisiert die Beschwerden im Oberbauch (zwischen Umbilicus und Processus xiphoideus) und seitlich.

Anhand der Leitsymptome kann die funktionelle Dyspepsie gemäß Rome-IV-Konsensus in zwei Untergruppen (Cluster) eingeteilt werden [3] (Details dazu s. u. Klassifikation):

  • Epigastrische Schmerzen (engl. Epigastric Pain Syndrome, EPS) – dabei bestehen von den Mahlzeiten unabhängig epigastrische Schmerzen und epigastrisches Brennen
  • Postprandiales Distress-Syndrom (engl. Postprandial Distress Syndrome, PDS) – durch Nahrungsaufnahme induziertes oder verstärktes Völlegefühl, Übelkeit und frühzeitiges Sättigungsgefühl 

Gemäß Rome-IV-Konsensus können die Symptome aus beiden Clustern zeitgleich bestehen

Charakterisierung der Dyspepsie anhand von Symptomen

Dysmotilitätstyp ("dysmotility-like“ Dyspepsie) Refluxtyp Ulkustyp ("ulcer-like" Dyspepsie)
Druck- und Völlegefühl Sodbrennen Epigastrische Schmerzen (Oberbauchschmerzen)
Meteorismus (Blähbauch) Retrosternale Schmerzen (Schmerzen hinter dem Brustbein) Nüchternschmerz
Vorzeitige Sättigung Morgendliche Heiserkeit (Laryngitis gastrica/Kehlkopfentzündung durch Rückfluss von Magensäure)  
Nausea (Übelkeit)    

Beachte: In 20 bis 30 % der Fälle liegt bei Patienten mit Dyspepsie nach diagnostischer Abklärung der Beschwerdesymptomatik eine ursächliche Erkrankung vor [1, 2].

Warnzeichen (red flags)

  • Anamnestische Angaben (Krankengeschichte):
    • Entzündliche Darmerkrankungen in der Familie
    • Familienanamnese für Malignome
    • progrediente Symptomatik
    • Störung des Nachtschlafs durch die Beschwerden
  • Erstmanifestation (erstmaliges Auftreten) nach dem > 40. Lebensjahr
  • Signifikanter Gewichtsverlust
  • Dysphagie (Schluckstörung)
  • Fieber
  • Hämatemesis (Bluterbrechen)
  • Blut im Stuhl (inkl. okkultes Blut), Teerstuhl
  • Steatorrhoe (Fettstühle)
  • Rezidivierendes (wiederkehrendes; anhaltendes) Erbrechen
  • Im Basislabor: Anämie (Blutarmut) und/oder andere relevante Entzündungszeichen (Leukozytose; BKS- und/oder CRP-Erhöhung)
    • Weitere laborchemische Befunde: Erhöhung von Pankreas- oder Leberenzymen, Cholestaseparametern, Nierenretentionswerten; Hinweise auf Schilddrüsenfehlfunktion; Erhöhung von Calprotectin im Stuhl
  • Einnahme ulzerogener Pharmaka/Medikamente, die zur Geschwürbildung beitragen können (z. B. NSAID (Non-steroidal anti-inflammatory drugs))

Literatur

  1. Ford AC, Marwaha A, Lim A, Moayyedi P: What is the prevalence of clinically significant endoscopic findings in subjects with dyspepsia? Systematic review and meta-analysis. Clin Gastroenterol Hepatol 2010 Oct;8(10):830-7, 837.e1-2. doi: 10.1016/j.cgh.2010.05.031. Epub 2010 Jun 10
  2. Stanghellini V, Talley NJ, Chan F et al.: Rome IV – Gastroduodenal Disorders. Gastroenterology 2016 Feb 15. pii: S0016-5085(16)00177-3. doi: 10.1053/j.gastro.2016.02.011
  3. Drossman DA, Hasler WL: Rome IV-functional GI disorders: disorders of gut-brain interaction. Gastroenterology. 2016;150(6):1257–1261. doi: 10.1053/j.gastro.2016.03.035
     
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