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Weitere Therapie
Erektionsstörungen

Die Behandlung einer erektilen Dysfunktion folgt einem Stufenschema: ärztliche Beratung, Hinweise zur Änderung des Lebensstils und medikamentöse Therapie.

Allgemeine Maßnahmen

  • Nikotinrestriktion (Verzicht auf Tabakkonsum)
  • Alkoholrestriktion (Verzicht auf Alkohol)
  • Regelmäßige körperliche Aktivität (siehe auch unter Sportmedizin)
  • Normalgewicht anstreben!
    Bestimmung des BMI (Body-Mass-Index, Körpermassen-Index) bzw. der Körperzusammensetzung mittels der elektrischen Impedanzanalyse und ggf. Teilnahme an einem ärztlich betreuten Abnehmprogramm oder Programm für Untergewichtige.
  • Bei Vorliegen eines Diabetes mellitus ist eine optimale Einstellung erforderlich.
  • Überprüfung der Dauermedikation wg. möglicher Auswirkung auf die vorhandene Krankheit!
  • Vermeidung psychosozialer Konfliktsituationen:
    • Psychische Probleme
    • Partnerschaftsprobleme
    • Versagensängste
    • Längerfristige, erschöpfende Arbeit ("Burnout-Syndrom")
    • Stress

Konventionelle nicht-operative Therapieverfahren

  • Medikamentöse Therapie (s. u. dem gleichnamigen Thema)
  • Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) – die Wirkung von SKAT ist im Gegensatz zu Medikamenten unabhängig von intakten Nervenbahnen. Die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie kann daher auch Männern helfen, bei denen durch eine Operation die für die Erektion verantwortlichen Nerven zerstört wurden.
  • Vakuum-Erektionshilfe – ältestes Therapieverfahren der erektilen Dysfunktion (ED). Die Vakuum-Erektionshilfe ist besonders nebenwirkungsarm. Von Nachteil ist die umständliche Handhabung. Paare, die in einer lang andauernden Beziehung leben, haben eine gute Akzeptanz für das Verfahren.
    Indikation: Versagen der medikamentösen Therapie
  • Traktionstherapie mit „RestoreX“: Vorrichtung, die den Penis Zugkräften aussetzt (täglich 30 bis 90 Minuten unter Zug) → Verlängerung und antifibrotischer Effekt; für Männer nach einer Protatektomie [5]:
    • Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr hatte sich in der Traktionsgruppe leicht verbessert; bei den Kontrollen hingegen verschlechtert
    • PDE-5-Hemmer nahmen 86 % der Behandelten vs. 94 % der Kontrollen, auf intrakavernöse Injektionen griffen 19 % vs. 50 % zurück
    Weitere Studien sind abzuwarten.
  • Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) [2]: Verfahren zur gefäßbedingten erektilen Dysfunktion; die niedrigenergetische (Low-intensity/Li-) ESWT soll am ehesten kurz- und langfristige Effekte erbringen; manche Patienten geben bereits innerhalb von ein bis zwei Tagen spürbare Effekte an. Das Verfahren verbessert die Stickoxid (NO)-vermittelte Vasodilatation und erhöht den arteriellen Fluss [6].
    Hinweis: Ggf. Kombination dieses Verfahrens mit Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE5-Inhibitoren zur Erfolgsverbesserung.

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse)
  • Beachtung folgender spezieller Ernährungsempfehlungen: 
    • Ernährung reich an:
      • Vitaminen (Niacin (Vitamin B3))
      • Spurenelementen (Zink)
      • Weiteren Vitalstoffen (L-Arginin; L-Carnitin)
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
    Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.
    Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns.

Sportmedizin

  • Ausdauertraining (Cardiotraining) und Krafttraining (Muskeltraining) – zur Prävention und Therapie
  • Für Männer im mittleren und höheren Alter gilt: jede halbe Stunde mäßiger bis belastender körperlichen Aktivität mehr pro Tag senkt das ED-Risiko um rund 40 % [1].
  • Erstellung eines Fitness- bzw. Trainingsplans mit geeigneten Sportdisziplinen auf der Grundlage eines medizinischen Checks (Gesundheitscheck bzw. Sportlercheck)
  • Detaillierte Informationen zur Sportmedizin erhalten Sie von uns.

Psychotherapie

  • Bei Vorliegen psychischer Ursachen ist eine psychotherapeutische Behandlung ggf. als Paartherapie hilfreich.
  • Psychosexuelle Therapie in Kombination mit einem PDE-5-Inhibitor führte bei gesunden Männern im Alter unter 40 Jahren in mehr als der Hälfte der Fälle zu zufriedenstellenden Erektionen [4].
  • Detaillierte Informationen zur Psychosomatik (inkl. Stressmanagement) erhalten Sie von uns.

Komplementäre Behandlungsmethoden

  • Akupunktur [3]
  • Beckenbodentraining → Verstärkung der bulbospongiösen und ischiocavernösen Muskulatur mit vermehrter Blutfüllung der Glans (Eichel) und der Corpora spongiosa
    Hinweis: Beim Corpora spongiosum handelt es sich um kappenartige Fortsetzung des Harnröhrenschwellkörpers (Corpus spongiosum urethrae), die wie letzterer manschettenförmig die Harnröhre umgibt. Es formt die Glans und sorgt für eine Verdickung derselben bei der Erektion.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de

Literatur

  1. Loprinzi PD, Edwards M: Association Between Objectively Measured Physical Activity and Erectile Dysfunction among a Nationally Representative Sample of American Men. J Sex Med 2015, online 31. August; doi: 10.1111/jsm.12977
  2. Yee CH, Chan ES, Hou SS et al.: Extracorporeal shockwave therapy in the treatment of erectile dysfunction: a prospective, randomized, double-blinded, placebo controlled study. Int J Urol. 2014 Oct;21(10):1041-5. doi: 10.1111/iju.12506. Epub 2014 Jun 17.
  3. Aydin S, Ercan M, Çaşkurlu T et al.: Acupuncture and hypnotic suggestions in the treatment of non-organic male sexual dysfunction. Scand J Urol Nephrol. 1997;31(3):271-4.
  4. Wiggins A et al.: A Treatment Algorithm for Healthy Young Men with Erectile Dysfunction. BJU Int 2018, online 11. Juli https://doi.org/10.1111/bju.14458
  5. Toussi A et al.: Efficacy of a Novel Penile Traction Device in Improving Penile Length and Erectile Function Post Prostatectomy: Results from a Single-Center Randomized, Controlled Trial. J Urol 2021; https://doi.org/10.1097/JU.0000000000001792
  6. Porst H: Review of the Current Status of Low Intensity Extracorporeal Shockwave Therapy (Li-ESWT) in Erectile Dysfunction (ED), Peyronie's Disease (PD), and Sexual Rehabilitation After Radical Prostatectomy With Special Focus on Technical Aspects of the Different Marketed ESWT Devices Including Personal Experiences in 350 Patients. Sexual Medicine Reviews 2021;9(1):93-122 https://doi.org/10.1016/j.sxmr.2020.01.006

Leitlinien

  1. Dohle GR, Arver S, Bettocchi C, Jones TH, Kliesch S (2021) EAU guidelines. Edn. presented at the EAU Annual Congress Barcelona 2019. EAU Guidelines Office, Arnhem

     
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