Weitere Therapie
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Allgemeine Maßnahmen

  • Bei Orbitopathie (Hervortreten der Augäpfel) – bei Bedarf künstliche Tränenflüssigkeit und getönte Brillen mit Seitenschutz benutzen und nach Möglichkeit eine relativ aufrechte Schlafposition einnehmen; weiterhin können die Lider während des Schlafens zugeklebt werden
  • Bei radiologischen Untersuchungen (z. B. CT, Angiographie) darf wegen der Gefahr einer hyperthyreoten Entgleisung kein jodhaltiges Kontrastmittel verabreicht werden; bei notfallmäßiger Untersuchung kann die thyreoidale Jodaufnahme vor der Zufuhr des jodhaltigen Kontrastmittels durch Perchlorat blockiert werden.
  • Nikotinrestriktion (Verzicht auf Tabakkonsum) – Rauchen erhöht das Risiko einer immunogenen Hyperthyreose und fördert zudem die Progression (Fortschreiten) einer endokrinen Orbitopathie (EO, Hervortreten der Augäpfel.
  • Erhalt des Normalgewichtes anstreben!
    Bestimmung des BMI (Body-Mass-Index, Körpermasse-Index) bzw. der Körperzusammensetzung mittels der elektrischen Impedanzanalyse und ggf. Teilnahme an einem ärztlich betreuten Programm für Untergewichtige
    • Unterschreitung der BMI-Untergrenze (ab dem 45. Lebensjahr: 22; ab dem 55. Lebensjahr: 23; ab dem 65. Lebensjahr: 24) → Teilnahme an einem ärztlich betreuten Programm für Untergewichtige
  • Überprüfung der Dauermedikation (z. B. Amiodaron) wg. möglicher Auswirkung auf die vorhandene Krankheit
  • Vermeidung psychosozialer Belastungen:
    • Stress

Konventionelle nicht-operative Therapieverfahren

  • Die Radiojodtherapie ist ein Verfahren bei dem das Schilddrüsengewebe durch radioaktive Strahlung zerstört wird.
    Indikationen: Sie kann als Initialtherapie oder als Therapie bei aufgetretenem Rezidiv (Wiederauftreten der Erkrankung) durchgeführt werden. Eine weitere Indikation stellt die Kontraindikation (Gegenanzeige) einer operativen Therapie der Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) dar.
  • Perkutane sonographisch gesteuerte Ethanol-Injektions-Therapie (PEIT; PEI) bei uni/bifokaler Autonomie (gutartiger, vom Drüsenepithel ausgehenden Knoten aus autonomem Schilddrüsengewebe; Synonyme: heißer Knoten, fokale Autonomie, Morbus Plummer) [risikoarme Alternative zur Operation/Radiojodtherapie]
  • Weitere ablative Verfahren, die bei solitären autonomen Adenomen zum Einsatz kommen, wenn eine Radiojodtherapie Operation oder Pharmakotherapie nicht möglich ist:
    • Laser-Photokoaglation (LT)
    • Radiofrequenzablation (RFA)
    • Mikrowellenablation (MWA)
    • Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU)

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte)
  • Beachtung folgender spezieller Ernährungsempfehlungen:
    • Falls eine Morbus Basedow-Erkrankung die Ursache für die Hyperthyreose ist, sollte die tägliche Aufnahme von Jod die Zufuhr-Empfehlungen nicht überschreiten (Referenzwert für die empfohlene Jodzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für einen gesunden Erwachsenen: 180-200 µg/Tag)
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
    Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.
    Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns

Psychotherapie

  • Ggf. Stressmanagement
  • Detaillierte Informationen zur Psychosomatik (inkl. Stressmanagement) erhalten Sie von uns.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de
  • Bundesverband Schilddrüsenkrebs
    Ohne Schilddrüse leben e.V.
    Rungestraße 12, 10 179 Berlin
    Telefon: 01805-646373, Internet: Bundesverband Schilddrüsenkrebs
     
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Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
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