Ursachen
Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Schilddrüsenkarzinome gehen entweder von den Thyreozyten (Follikelepithelzellen der Schilddrüse; papilläres und follikuläres Karzinom) oder von den parafollikulären C-Zellen (medulläres Karzinom) aus.
Sie entstehen durch genetische Veränderungen dieser Zellen.

Der Grund dieser genetischen Veränderung ist in vielen Fällen unklar.

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Genetische Belastung durch Eltern, Großeltern, vor allem beim medullären Schilddrüsenkarzinom und familiäre Syndrome z. B. MEN 2
    • Genetisches Risiko abhängig von Genpolymorphismen:
      • Gene/SNPs (Einzelnukleotid-Polymorphismus; engl.: single nucleotide polymorphism):
        • Gene: FOXE1
        • SNP: rs965513 in einer intergenischen Region
          • Allel-Konstellation: AG (1,77-fach)
          • Allel-Konstellation: AA (3,1-fach)
        • SNP: rs1867277 im Gen FOXE1
          • Allel-Konstellation: AG (1,5-fach)
          • Allel-Konstellation: AA (2,0-fach)
        • SNP: rs944289 in einer intergenischen Region
          • Allel-Konstellation: CT (1,3-fach)
          • Allel-Konstellation: TT (1,69-fach)
  • Ethnische Herkunft – asiatische und afrikanische Abstammung [US-Studie!, 1]
  • Geburtsgewicht von Kindern der Frau: bei Geburtsgewicht 2.500-3.999 Gramm als Referenz [5]:
    • < 2.500 Gramm: Schilddrüsenkarzinomrisiko 13 % erniedrigt 
    • > 4.000 Gramm: Schilddrüsenkarzinomrisiko 11 % erhöht 
    Wahrscheinlich Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1)-bedingt

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Ernährung – Jodmangel
  • Übergewicht (BMI ≥ 25; Adipositas); es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Adipositas, Diabetes mellitus und dem differenzierten Schilddrüsenkarzinom; bes. starker Prädiktor war der BMI [4]

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Hashimoto-Thyreoiditis [2]

Strahlung 

  • Zustand nach Radiatio (Strahlentherapie) der Halsregion bzw. des Mediastinums (Mittelfell, dieses ist ein senkrecht verlaufender Gewebsraum in der Brusthöhle); nach einem CT im Kopf-Halsbereich ist das Tumorrisiko für Kinder erhöht. Dieses gilt vor allem für Schilddrüsenkarzinome (um 78 % erhöht) und Hirntumoren (um 60 % erhöht). Die Gesamtkrebshäufigkeit ist um 13 % erhöht [3].
  • Ionisierende Strahlung

Literatur

  1. Pitt SC et al. Incidental Gallbladder Cancer at Cholecystectomy. When Should the Surgeon Be Suspicious? Ann Surg 2014; online 6. Februar; doi: 10.1097/SLA.0000000000000485
  2. Chen JX et al. Risk of Malignancy Associated with Head and Neck CT in Children: A Systematic Review. Otolaryngol Head Neck Surg 2014, online 22. Juli; doi: 10.1177/0194599814542588
  3. Paparodis R et al.: Hashimoto's Thyroiditis Pathology and Risk for Thyroid Cancer. doi:10.1089/thy.2013.0588.
  4. Oberman B et al.: Relationship between obesity, diabetes and the risk of thyroid cancer. Am J Otolaryngol. 2015 Mar 3. pii: S0196-0709(15)00064-2. doi: 10.1016/j.amjoto.2015.02.015
  5. Crump C et al.: Fetal growth and subsequent maternal risk of thyroid cancer. DOI: 10.1002/ijc.29857
     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag