Einleitung
Tinnitus

Unter dem Begriff Tinnitus (von lat. tinnire = klingeln) (Synonyme: Ear noises; Ohrensausen; Ohrgeräusche; Ohrrauschen; Pulsatiler Tinnitus; Pulssynchroner Tinnitus; Tinnitus aurium; ICD-10 H93.1: Tinnitus aurium) versteht man Ohrgeräusche, die permanent oder temporär (zeitweise) auftreten, die ohne äußere Schallquelle im Ohr oder im Kopf lokalisiert wahrgenommen werden. Es handelt sich dabei häufig um ein Summen, Rauschen, Zischen oder Klingeln.

Die Ursachen sind sehr vielfältig, oft liegt neben dem Tinnitus noch eine Schwerhörigkeit vor.
Abzugrenzen vom idiopathischen Tinnitus sind pulssynchrone Ohrgeräusche (pulssynchroner Tinnitus).

Man kann den Tinnitus unterteilen in:

  • Subjektiven Tinnitus – nur der Betroffene hört die Geräusche (häufig)
  • Objektiven Tinnitus – die Geräusche werden im Körper erzeugt (z. B. Spasmus des Musculus tensor tympani) bzw. werden auch vom Untersucher wahrgenommen; sehr selten

Weiterhin kann der Tinnitus eingeteilt werden in:

  • Akuter Tinnitus (< 3 Monate bestehend)
  • Subakuter Tinnitus (3 bis < 12 Monate)
  • Chronischer Tinnitus bzw. chronisch-idiopathischer Tinnitus (> 12 Monate bestehend)

Tinnitus gehört somit zu den häufigsten Beschwerdebildern in der HNO-Praxis.

Geschlechterverhältnis: Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.

Ein chronischer Tinnitus kann in jedem Lebensalter auftreten. 

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für einen akuten Tinnitus liegt bei 25 % der Bevölkerung (in Deutschland). Die Prävalenz für einen chronischen Tinnitus liegt bei 4 % aller Erwachsener. Auf Grund der steigenden Lärmbelästigung in der Freizeit erkranken immer mehr junge Menschen an einem Tinnitus. Die Prävalenz bei Jugendlichen und unter 29-Jährigen liegt bei 5 %. 

Verlauf und Prognose: Ein akuter Tinnitus verschwindet in bis zu 70 % der Fälle von selbst oder bessert sich. Die Krankheit verläuft häufig chronisch. 7-20 % der Erkrankten fühlen sich durch die Ohrgeräusche in der Lebensqualität erheblich belastet. Die Mehrzahl der betroffenen Patienten zeigt eine Habituation (Gewöhnung). Der Betroffene sollte Entspannungstechniken erlernen, da diese helfen können, die Tinnitus-Symptome zu lindern bzw. mit dem Ohrgeräusch umgehen zu können.
Weitere Behandlungsmaßnahmen des chronisch idiopathischen Tinnitus sollten sich am Schweregrad und den Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) orientieren.

Komorbiditäten: Tinnitus ist u.a. vermehrt mit Insomnie (Schlafstörungen), Depressionen oder Angststörungen vergesellschaftet.

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Chronischer Tinnitus. (AWMF-Registernummer: 017-064), Februar 2015 Langfassung
  2. S1-Leitlinie: Hörsturz. (AWMF-Registernummer: 017-010), Januar 2014 Langfassung

     
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