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Medikamentöse Therapie
Wechseljahre - Andropause
Im Folgenden wird auf die spezifische Therapie des partiellen Androgen-Defizites des alternden Mannes durch die Substitution von Testosteron eingegangen.

Letztendlich dient die Testosteron-Substitution beim alternden Mann der Linderung beziehungsweise der Prävention der Beschwerden und Symptome.


Achtung!

Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass jede Substitution von Hormonen einen eindeutig nachgewiesen Hormonmangel bei gleichzeitig bestehenden oben genannten Beschwerden und Symptomen voraussetzt.

Indkationen für eine Testosteron-Hormonersatztherapie

In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie – Coronary Drug Project, 1970 – konnte allerdings nicht die protektive Wirkung von Östrogenen bei Männern nach Myokardinfarkt (Herzinfarkt) nachgewiesen werden. Im Gegenteil, die Studie zeigte eine 3fache Zunahme der thromboembolischen Ereignisse und die Zahl der nichttödlichen Herzinfarkte war etwa doppelt so hoch. Fazit Die Therapie des alternden Mannes mit Östrogenen ist derzeit nicht zu empfehlen!

Bei symptomatischen Hypogonadismus (Gesamt-Testosteron-Serumspiegel unter 12 nmol/l beziehungsweise 3,5 ng/ml) bestehen guten Chancen, durch eine Testosteron-Substitution eine Verbesserung der Beschwerden zu erreichen.

Wirkungen einer Testosteron-Hormonersatztherapie

Die Wirkungen einer Testosteron-Hormonersatztherapie betreffen nahezu alle Organe beziehungsweise Organsysteme

  • Aufrechterhaltung einer optimalen körperlichen, sexuellen, emotionalen und kognitiven Gesundheit
  • Steigerung der Libido
  • Bildung der Spermatozoen (Samenzellen) und der Samenflüssigkeit steigt an.
  • Anti-Atherogene Effekte (Senkung von Lipoprotein(a), Steigerung der Fibrinolyse)
  • Zunahme der fettfreien Muskelmasse
  • Steigerung der Muskelkraft
  • Prävention von Osteoporose (Knochenschwund) und altersbedingter Gebrechlichkeit
  • Rückgang von Arthralgien (Knochenschmerzen)
  • Katecholamin-induzierte Lipolyse (Abnahme des Körperfettes) insbesondere Abnahme der viszeralen Adipositas (Mobilisierung von Triglyzeriden)
  • Abfall des Leptin-Serumspiegels
  • Verbesserte Insulinsensitivität*
  • Herzleistung, Dilatation von Koronargefäßen
  • Steigerung der Blutbildung (Erythropoese) und der Immunfunktion
  • Gewisser Schutz vor Autoimmunerkrankungen – zum Beispiel rheumatoide Arthritis
  • Stimulation des STH (Wachstumshormon)

 

*Die Andropause-Therapie ist eine supportive Maßnahme im Falle einer Therapie des Diabetes mellitus Typ II.

Die Testosteron-Substitution, von Männern mit erniedrigten Testosteron-Serumspiegeln und Diabetes mellitus Typ II, führt zur Abnahme von

Testosteron-Hormonersatztherapie – Verfahren

Testosteron kann über die Haut, als Medikament zum Einnehmen oder als Spritze intramuskulär verabreicht werden. Die Darreichungsformen für Testosteron haben sich in den letzten Jahren hinsichtlich Bioverfügbarkeit, Wirkung und Akzeptanz des Mannes verbessert.

Achtung!

Vor der Verordnung einer Testosteronsubstitutions-Therapie ist eine gründliche Untersuchung und diagnostische Abklärung erforderlich.


Im Folgenden werden die verschiedenen Möglichkeiten der Testosteron-Substitution sowie deren Vor- und Nachteile dargestellt.


Eine orale Testosteron-Substitution (Tablettenform)
hat den Vorteil, dass sie relativ einfach zu handhaben ist. Nachteile sind jedoch die unsichere Wirkung aufgrund der stark schwankenden Serumspiegel. Das liegt unter anderem daran, dass die Menge des Wirkstoffs, die tatsächlich vom Körper aufgenommen wird, sehr stark vom Zeitpunkt der Einnahme nach dem Essen und vom Fettgehalt des Essens abhängig ist. Deshalb ist eine korrekte Dosierung schwierig. Ein weiterer Nachteil ist die Notwendigkeit einer mehrmaligen Einnahme pro Tag. Daher spielt diese Darreichungsform heutzutage eine untergeordnete Rolle.


Bei der intramuskulären Injektion hält die Wirkung etwa 2-4 Wochen an, bei einem Langzeit-Depot sind auch 3 Monate Wirkdauer möglich. Danach ist eine erneute Injektion erforderlich. Nachteile sind Nebenwirkungen wie beispielsweise Hypertonie (Bluthochdruck), Polyglobulie (Vermehrung der roten Blutkörperchen) oder auch Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung).

 

Bei einem Testosteronimplantat wird über einen kleinen chirurgischen Eingriff ein Hormonstäbchen in das Unterhautfettgewebe eingebracht. Dieses ermöglicht über 4-5 Monate physiologische Hormonspiegel im Blut. Ein weiterer Vorteil ist, dass es sich bei dieser Methode um die kostengünstigste Variante der Substitution handelt. Leichte Hormonmangelzustände können mit Hilfe eines Hormonpflasters über die Haut behandelt werden. Leider führt das Pflaster bei vielen Patienten zu Hautirritationen. Ein Testosteron-haltiges Gel, das täglich einmal auf Oberarme, Schulter und/oder den Bauch aufgetragen wird, enthält eine tägliche Einzeldosis Testosteron. Es werden Einzeldosen von 25 mg oder 50 mg Testosteron angeboten. Das hautfreundlichere Gel ist eine bequeme und einfache Form, einen Hormonmangel auszugleichen. Die Hautirritationen, die bei der Pflasterapplikation häufig auftraten, sind beim Gel nur noch selten. Weitere Nebenwirkungen treten nicht auf.Aus diesen Gründen erfolgt heutzutage die Testosteronsubstitution fast ausschließlich als Gel.

Die Substitution sollte zunächst auf 3-6 Monate begrenzt werden und die Fortführung davon abhängig gemacht werden, ob sich eine Verbesserung der subjektiven Beschwerden und der objektiven Befunde einstellt.

 

Achtung!

Männer, die mit Testosteron behandelt werden, sollten unbedingt regelmäßige ärztliche Kontrollen in Anspruch nehmen. Empfehlenswert sind zweimal jährlich durchgeführte Kontrolluntersuchungen inklusive rektale Palpation der Prostata und rektale Prostatasonographie.
Insbesondere sollte regelmäßig – im ersten Jahr vierteljährlich, ab dem zweiten Jahr halbjährlich – das PSA (Prostata-spezifische Antigen) überprüft werden.

Potentielle Risiken einer Testosteron-Hormonersatztherapie

  • Polyglobulie – vermehrte Anzahl von roten Blutkörperchen im Blut
  • Thrombozytose – vermehrte Bildung von Blutplättchen, die der Blutgerinnung dienen
  • Ödeme, Flüssigkeitsretention - Einlagerung - auf Grund einer verminderten Natriumausscheidung durch die Nieren, arterieller Hypertonus, Herzinsuffizienz
  • Dyslipidämie HDL-Cholesterin-Senkung bei meist geringen LDL-Cholesterin-Anstieg
  • Akne (selten, zu Therapiebeginn)
  • Verschlechterung einer Schlaf-Apnoe (Atemstillstände während des Schlafes) (selten)
  • Gynäkomastie (Brustbildung) (selten)
  • Priapismus – lang anhaltende, schmerzhafte Erektion (sehr selten)
  • Hepatotoxizität (nur bei 17 Alpha-alkylierten Androgenderivaten)

Kontraindikationen einer Testosteron-Hormonersatztherapie

Achtung!
Eine absolute Kontraindikation für die Verabreichung von Testosteron ist das Prostatakarzinom, welches durch die Gabe von Testosteron schneller wachsen würde.

 

Weitere Kontraindikationen sind

  • Unklarer Prostata-Befund
  • Gutartige Prostatavergrößerung mit Symptomen
  • Mammakarzinom – Brustdrüsenkrebs des Mannes

Östrogen-Therapie beim alternden Mann

In einer Studie (Giri et al., Atherosclerosis. 1998; 137:359-366) an älteren gesunden Männern wurden unter einer Östrogentherapie mit 0,5-2 mg oralem mikronisiertem 17-Beta-Östradiol folgendes festgestellt:

Dieses geschah, ohne Anstieg von Thrombosemarkern wie beispielsweise Thrombin-Antithrombin-III-Komplex, Protein C und von-Willebrand-Faktor.

In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie – Coronary Drug Project, 1970 – konnte allerdings nicht die protektive Wirkung von Östrogenen bei Männern nach Myokardinfarkt (Herzinfarkt) nachgewiesen werden. Im Gegenteil, die Studie zeigte eine 3-fache Zunahme der thromboembolischen Ereignisse und die Zahl der nicht tödlichen Herzinfarkte war etwa doppelt so hoch.

Fazit!
Die Therapie des alternden Mannes mit Östrogenen ist derzeit nicht zu empfehlen!


     
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