Pleuraerguss – Medizingerätediagnostik

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Thoraxsonographie (thorakaler Ultraschall; Sonographie der Pleura; Ultraschall des Brustkorbs) – Verfahren der ersten Wahl zur Detektion und Charakterisierung eines Pleuraergusses (Flüssigkeitsansammlung im Brustfellraum) [1, 2]
    • Höhere Sensitivität als die Röntgenaufnahme des Thorax (Röntgenuntersuchung des Brustkorbs), insbesondere bei kleinen Ergussmengen [2]
    • Nachweis bereits geringer Ergussmengen
    • Beurteilung von
      • Ergussausmaß
      • Echogenität
      • Septierungen
      • pleuraler Oberfläche, z. B. pleuralen Verdickungen oder Pleuraadhärenzen
    • Ermöglicht die gezielte diagnostische und therapeutische Punktion (Entnahme von Flüssigkeit mit einer Nadel) unter Sichtkontrolle [1, 3]
    • Keine Strahlenexposition
  • Röntgenaufnahme des Thorax (Röntgen-Thorax) in zwei Ebenen – Basisbildgebung [1]
    • Typische Befunde
      • basal betonte Verschattung
      • abgerundeter bzw. aufgehobener Kostodiaphragmalwinkel
      • Damoiseau-Ellis-Linie
    • Kleinere Ergüsse können in der Seitenlageaufnahme besser dargestellt werden, können jedoch auch dort übersehen werden [1]
  • Elektrokardiogramm (EKG; Herzstromkurve) – bei Verdacht auf kardiale Ursache des Pleuraergusses (Flüssigkeitsansammlung im Brustfellraum), insbesondere Herzinsuffizienz (Herzschwäche) oder Perikarderkrankung (Erkrankung des Herzbeutels)
  • Abdomensonographie (Ultraschall der Bauchorgane) – zur Basisdiagnostik bei Verdacht auf intraabdominelle Ursache (Ursache im Bauchraum), z. B. Leberzirrhose (Lebervernarbung), Aszites (Bauchwassersucht) oder Tumorerkrankung (Krebserkrankung)

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese (Krankengeschichte), der körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligaten Medizingerätediagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Computertomographie (CT) des Thorax (Thorax-CT; Schichtbilduntersuchung des Brustkorbs) mit Kontrastmittel (Röntgenkontrastmittel) – bei Verdacht auf Malignität (bösartige Erkrankung), chronifiziertem Verlauf, pleuralen Raumforderungen (Raumforderungen im Brustfellbereich) oder unklarer Ätiologie (unklare Ursache) [1]
    • Detaillierte Darstellung von
      • pleuralen Verdickungen
      • pleuralen Tumoren
      • Empyem (Eiteransammlung)
      • begleitenden pulmonalen Erkrankungen (Lungenerkrankungen)
    • Größere Ergussmengen sollten nach Möglichkeit vor Durchführung der Untersuchung entlastet werden [1]
  • Echokardiographie (Echo; Ultraschalluntersuchung des Herzens) – bei Verdacht auf Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Perikarderkrankung (Erkrankung des Herzbeutels) oder andere kardiale Ursachen (Herzursachen)
  • Video-Thorakoskopie (Spiegelung des Brustkorbs) – zur gezielten Biopsieentnahme (Gewebeentnahme) (Pleurabiopsie) bei unklarer Genese (unklarer Ursache), insbesondere bei Verdacht auf maligne (bösartige) oder tuberkulöse (durch Tuberkulose verursachte) Pleurabeteiligung (Beteiligung des Brustfells) [1, 4]
  • Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege) – bei gleichzeitig bestehender Hämoptoe (Bluthusten), bronchialer Obstruktion (Verengung der Atemwege) oder intrapulmonaler Raumforderung (Raumforderung in der Lunge)
  • Computertomographie (CT) des Abdomens (Abdomen-CT; Schichtbilduntersuchung des Bauchraums) – bei Verdacht auf intraabdominelle Ursachen (Ursachen im Bauchraum)
  • Schilddrüsensonographie (Ultraschall der Schilddrüse) – bei Verdacht auf Schilddrüsenveränderungen als seltene Ursache eines Pleuraergusses (Flüssigkeitsansammlung im Brustfellraum)
  • ggf. Schilddrüsenszintigraphie (nuklearmedizinische Untersuchung der Schilddrüse) – ergänzend bei unklaren Schilddrüsenbefunden

Weitere Hinweise

  • Die Thoraxsonographie ist für die diagnostische Steuerung das zentrale bildgebende Verfahren, da sie Detektion, Charakterisierung und Intervention kombiniert [1, 2].
  • Die diagnostische Thorakozentese (Punktion des Pleuraspalts) ist entscheidend für die ätiologische Einordnung des Pleuraergusses (Flüssigkeitsansammlung im Brustfellraum) [3].
  • Pleuraergüsse (Flüssigkeitsansammlungen im Brustfellraum) können rechtsbetont auftreten; dies hat jedoch keine wesentliche diagnostische Relevanz.

Literatur

  1. Roberts ME, Rahman NM, Chapman SJ, Davies RJO, Gleeson FV, Hooper CE, et al. British Thoracic Society Guideline for pleural disease. Thorax. 2023;78(11):1143-1156. https://doi.org/10.1136/thorax-2023-220304
  2. Zaki HA, Albaroudi B, Shaban EE et al.: Advancement in pleura effusion diagnosis: a systematic review and meta-analysis of point-of-care ultrasound versus radiographic thoracic imaging. Ultrasound J. 2024;16(1):3. https://doi.org/10.1186/s13089-023-00356-z
  3. [Nicholson MJ, Manley C, Ahmad D. Thoracentesis for the diagnosis and management of pleural effusions: the current state of a centuries-old procedure. Journal of Respiration. 2023;3(4):208-222. https://doi.org/10.3390/jor3040020
  4. Goh KJ, Leong CKL, Young SL et al.: Diagnostic value and safety of medical thoracoscopy in undiagnosed pleural effusions-a prospective observational cohort study. J Thorac Dis. 2024;16(5):3142-3151. https://doi.org/10.21037/jtd-24-219