Labordiagnostik
Pleuraerguss

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen

  • Kleines Blutbild
  • Differentialblutbild
  • Entzündungsparameter – CRP (C-reaktives Protein) bzw. PCT (Procalcitonin)
  • Untersuchung der Flüssigkeit des Pleuraergusses auf Proteingehalt (Eiweißgehalt), pH-Wert, Zellbestandteile (z. B. maligne Zellen), mikrobiologische Erregerdiagnostik, LDH, Glucose 

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Urinstatus (Schnelltest auf: Nitrit, Eiweiß, Hämoglobin, Erythrozyten, Leukozyten, Urobilinogen) inkl. Sediment, ggf. Urinkultur (Erregernachweis und Resistogramm, das heißt Austestung geeigneter Antibiotika auf Sensibilität/Resistenz)
  • Schilddrüsenparameter – TSH
  • Pankreasparameter – Amylase, Elastase und Lipase
  • Leberparameter – Alanin-Aminotransferase (ALT, GPT), Aspartat-Aminotransferase (AST, GOT), Glutamat-Dehydrogenase (GLDH) und Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT, GGT), alkalische Phosphatase, Bilirubin
  • Nierenparameter – Harnstoff, Kreatinin, ggf. Cystatin C bzw. Kreatinin-Clearance
  • Troponin T, Creatinkinase (CK, CK-MB), Laktatdehydrogenase (LDH) – zum Ausschluss eines Myokardinfarkts (Herzinfarkt)
  • Serologische Untersuchung – bei Verdacht auf bakterielle, virale oder parasitäre Infektionen
  • Tumormarker – bei Verdacht auf maligne (bösartige) Neubildungen und als Verlaufskontrolle [siehe dazu bei der entsprechenden Verdachtsdiagnose/Erkrankung unter Labordiagnostik]
  • ANA (Antinukleäre Antikörper), ENA-Antikörper – bei Verdacht auf eine Kollagenose

Differentialdiagnostik: Transsudat und Exsudat

Folgende Parameter tragen zur Differenzierung zwischen Transsudat und Exsudat bei:

  Transsudat Exsudat
Gesamtweiß in g/l < 30 > 30
Spezifisches Gewicht < 1.016 > 1.016
Pleura-TP : Serum-TP (Gesamteiweißquotient; Totalprotein, TP) < 0,5 > 0,5
LDH in U/l < 200 > 200
Pleura-LDL : Serum-LDL (LDL-Quotient) < 0,6 > 0,6


Erkrankungen, die mit einem Transsudat einhergehen können:

  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche): dekompensierte Linksherzinsuffizienz
  • Hypalbuminämie (verminderte Konzentration des Plasmaproteins Albumin im Blutplasma):
    • Exsudative Enteropathie (Eiweiß-verlierende Darm-Erkrankung; enterales Eiweißverlustsyndrom)
    • Leberzirrhose – bindegewebiger Umbau der Leber, der zu einer Funktionseinschränkung führt
    • Nephrotisches Syndrom – Sammelbegriff für Symptome, die bei verschiedenen Erkrankungen des Glomerulums (Nierenkörperchen) auftreten; Symptome sind Proteinurie (erhöhte Ausscheidung von Eiweiß mit dem Urin) mit einem Proteinverlustvon mehr als 1 g/m²/Körperoberfläche pro Tag; Hypoproteinämie, periphere Ödeme durch eine Hypalbuminämie von < 2,5 g/dl im Serum, Hyperlipoproteinämie (Fettstoffwechselstörung)
    • Mangelernährung
  • Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)

Erkrankungen, die mit einem Exsudat einhergehen können:

  • Bakterielle Infektionen der Thorax- oder Abdominalorgane (z. B. Tuberkulose): Leukozyten ↑, Glucose ↓; ggf. Erregernachweis
  • Bösartige Neubildungen (Mamma, Lunge und Pleura: häufig hämorrhagisch, ggf. Nachweis maligner Zellen)
  • Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen; uneinheitliche Gruppe von bestimmten Autoimmunerkrankungen, die sich bei systemischem Befall vorwiegend an Bindegewebe und Blutgefäßen abspielen)
  • Lungenembolie
  • Pneumonie (Lungenentzündung)
  • Zust. n. Operation oder Trauma

Weitere Informationen siehe unter "Untersuchung eines Pleuraergusses".

     
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