Differentialdiagnosen
Lungenfibrose

Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien (Q00-Q99)

  • Hermansky-Pudlak-Syndrom – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang, die mit Albinismus, Lichtscheu und erhöhter Blutungsneigung einhergeht; in der Regel auch Lungenfibrose und gesteigerte Blutungsneigung
  • Neurofibromatose – genetische Erkrankung mit autosomal-dominantem Erbgang; zählt zu den Phakomatosen (Erkrankungen der Haut und des Nervensystems); es werden drei genetisch unterschiedliche Formen unterschieden: 
    • Neurofibromatose Typ 1 (Morbus von Recklinghausen) – Patienten bilden während der Pubertät multiple Neurofibrome (Nerventumoren), die häufig in der Haut auftreten jedoch auch im Nervensystem, Orbita (Augenhöhle), Gastrointestinaltrakt (Magen-Darm-Trakt) und Retroperitoneum (Raum, der hinter dem Bauchfell am Rücken in Richtung der Wirbelsäule liegt) auftreten
    • [Neurofibromatose Typ 2 – charakteristisch sind ein bilateral (beidseitig) vorliegendes Akustikusneurinom (Vestibularisschwannom) und multiple Meningeome (Tumoren der Hirnhaut)
    • Schwannomatose – hereditäres Tumorsyndrom]
  • Tuberöse Sklerose (Bourneville-Pringle-Krankheit) ‒ genetische Erkrankung mit autosomal-dominantem Erbgang, die mit Fehlbildungen und Tumoren des Gehirns, Hautveränderungen und meist benignen (gutartigen) Tumoren in anderen Organsystemen einhergeht

Atmungssystem (J00-J99)

  • Akutes Lungenversagen (ARDS)
  • Aspirationspneumonie ‒ Lungenentzündung, die durch das Einatmen von Fremdstoffen (häufig Mageninhalt) bedingt ist
  • Byssinose (Baumwollfieber) ‒ Lungenerkrankung, die durch die Inhalation von Baumwollstaub bedingt ist
  • Eosinophile Pneumonie – Lungenentzündung, die mit einem eosinophilem Lungeninfiltrat einhergeht
  • Exogen-allergische Alveolitis (EAA) ‒ durch eine allergische Reaktion ausgelöste Entzündung der Alveolen (Lungenbläschen)
  • Fibrosierende Alveolitis – chronisch entzündliche Lungenerkrankungen, die vorwiegend das Interstitium betreffen und in unterschiedlichem Ausmaß eine Alveolarzellproliferation aufweisen; vereinzelt geht dieses mit einer Schädigung im Bereich der Bronchiolen einher
  • Hamman-Rich-Syndrom (akute interstitielle Pneumonie, AIP) –  ist eine meist letal verlaufende Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Idiopathische interstitielle Pneumonie (IIP) ‒ Lungenentzündung, der Ursache ungeklärt ist
  • Kohlestaubpneumonie ‒ Lungenentzündung, die durch das Einatmen von Kohlenstaub bedingt ist
  • Pneumokoniosen (Staublungenkrankheiten) – Asbestose, Silikose
  • Pulmonale Hämorrhagiesyndrome wie die Anti-GBM (Glomeruläre Basalmembran)-Krankheit (Synonym: Goodpasture-Syndrom), idiopathische Lungensiderose
  • Strahlenpneumonitis ‒ Lungenveränderungen, die durch die Bestrahlung der Lungen verursacht wird
  • Talkpneumonie ‒ Lungenentzündung, die durch die Inhalation von Talk verursacht wird

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Langerhans-Zellgranulomatose ‒ Systemerkrankung, die mit einer Proliferation von dendritischen Zellen einhergeht
  • Sarkoidose ‒ entzündliche Systemerkrankung, die vor allem die Haut, die Lunge und die Lymphknoten betrifft

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Amyloidose – extrazelluläre ("außerhalb der Zelle") Ablagerungen von Amyloiden (abbauresistente Proteine), die u. a. zu einer Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung), Neuropathie (Erkrankung des peripheren Nervensystems) und Hepatomegalie (Lebervergrößerung) führen können.
  • Morbus Niemann-Pick (Synonyme: Morbus Niemann Pick, Niemann-Pick-Syndrom oder Sphingomyelinlipidose) – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang; gehört zur Gruppe der Sphingolipidosen, die wiederum zu den lysosomalen Speicherkrankheiten gerechnet werden; Hauptsymptome des Morbus Niemann-Pick Typ A sind eine Hepatosplenomegalie (Leber- und Milzvergrößerung) und ein psychomotorischer Abbau; beim Typ B werden keine zerebralen Symptome beobachtet
  • Speicherkrankheiten, nicht näher bezeichnet

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Linksherzinsuffizienz (Linksherzschwäche) mit chronischer Stauungslunge 

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Infektionen, nicht näher bezeichnet (z. B. infektiöse interstitielle Pneumonien (z. B. Cytomegalie-Virus-Pneumonie, HIV-assoziierte Alveolitis, Pneumocitis-jirovecii-Pneumonie u. a.) 

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Chronisch aktive Hepatitis (Leberentzündung)
  • Primär biliäre Cholangitis (PBC, Synonyme: nichteitrige destruierende Cholangitis; früher primär biliäre Zirrhose) – relativ seltene Autoimmunerkrankung der Leber (betrifft in ca. 90 % der Fälle Frauen); beginnt primär biliär, d. h. an den intra- und extrahepatischen ("innerhalb und außerhalb der Leber")  Gallenwegen, die durch eine Entzündung zerstört werden (= chronisch nichteitrige destruierende Cholangitis). Im längeren Verlauf greift die Entzündung auf das gesamte Lebergewebe über und führt schließlich zu einer Vernarbung bis hin zur Zirrhose; Nachweis antimitochondrialer Antikörper (AMA); PBC ist häufig assoziiert mit Autoimmunerkrankungen (Autoimmunthyreoiditis, Polymyositis, systemischer Lupus erythematodes (SLE), progressive systemische Sklerose, rheumatoider Arthritis); in 80 % der Fälle mit einer Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Darmerkrankung) assoziiert; Langzeitrisiko für ein cholangiozelluläres Karzinom (Gallengangskarzinom, Gallengangskrebs) liegt bei 7-15 %

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Colitis ulcerosa ‒ chronisch entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Kolons (Dickdarms) oder des Rektums (Mastdarms); der Befall ist in aller Regel kontinuierlich und vom Rektum ausgehend.
  • Morbus Crohn ‒ chronisch-entzündliche Darmerkrankung; sie verläuft meist in Schüben und kann den gesamten Verdauungstrakt befallen; charakterisierend ist der segmentale Befall der Darmmukosa (Darmschleimhaut), das heißt es können mehrere Darmabschnitte befallen sein, die durch gesunde Abschnitte voneinander getrennt sind

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA), ehemals Churg-Strauss-Syndrom (CSS) – granulomatöse (etwa: "körnchenbildende") Entzündung der kleinen bis mittelgroßen Blutgefäße, bei der das betroffene Gewebe von eosinophilen Granulozyten (Entzündungszellen) infiltriert ("durchwandert") wird
  • Granulomatose mit Polyangiitis (GPA), ehemals Wegenersche Granulomatose − nekrotisierende (Gewebe absterbende) Vaskulitis (Gefäßentzündung) der kleinen bis mittelgroßen Gefäße (Kleingefäßvaskulitiden), welche mit einer Granulombildung (Knötchenbildung) in den oberen Atemwegen (Nase, Nasennebenhöhlen, Mittelohr, Oropharynx) sowie den unteren Atemwegen (Lunge) einhergeht
  • Kollagenosen (Gruppe von Bindegewebserkrankungen, die durch Autoimmunprozesse bedingt sind) – systemischer Lupus erythematodes (SLE), Polymyositis (PM) bzw. Dermatomyositis (DM), Sjögren-Syndrom (Sj), Sklerodermie (SSc) und Sharp-Syndrom ("mixed connective tissue disease", MCTD)
  • Mixed connective tissue disease (Sharp-Syndrom) ‒ chronisch entzündliche Bindegewebserkrankung, die die Symptome mehrerer Kollagenosen beinhaltet
  • Rheumatoide Arthritis
  • Vaskulitis (Gefäßentzündung)

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Lymphangioleiomyomatose (LAM) – sehr seltene Erkrankung der Lunge, die meistens progredient (fortschreitend) ist, zur chronischen Hypoxie (Sauerstoffmangel) führt und letztendlich lebensbedrohend ist; betrifft nahezu ausschließlich Frauen 

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Chronische Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) mit Fluid lung (Synonym: feuchte Lunge; Einlagerung von Gewebeflüssigkeit in die Lunge im Sinne eines beginnenden Lungenödems)

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Graft versus host-Erkrankung (Transplantat-Abstoßungsreaktion)

Medikamente

  • Siehe unter "Ursachen" unter Medikamente

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Herbizide (Unkrautbekämpfungsmittel) wie Paraquat
  • Inhalation von Noxen wie Tabakrauch, Gase, Dämpfe, Aerosole, Haarspray, Holzstäube, Metallstäube (Arbeiter in Metalhütten), Steinstäube (siliziumhaltige Kieselsäuren/Arbeiter in Steinbrüchen sowie Sandstrahler; faserförmige Silikat-Minerale: Asbest) sowie Pflanzen- und Tierpartikel
     
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