Symptome – Beschwerden
Atemstillstand (Apnoe)

Folgende Symptome und Beschwerden können gemeinsam mit einer Apnoe (Atemstillstand) auftreten: 

Leitsymptome

  • Apnoe (= keine Atembewegungen sichtbar, kein Atmen hörbar, keine Luftbewegungen über Mund/Nase fühlbar)
  • Blasse Haut/zyanotische (violette bis bläuliche Verfärbung) Haut

Vor einem Atemstillstand treten in der Regel die folgenden Symptome auf:

  • Bradypnoe ‒ pathologisch verlangsamte Atmung (< 10 Atemzüge pro Minute)
  • Dyspnoe (Atemnot)
  • Flache Atmung
  • Angestrengte Atmung
  • Beklemmung
  • Bewusstseinsstörungen

Respiratorischer Notfall

Gemäß den ABC-Leitlinien des European Resuscitation Council ist bei einem respiratorischen Notfall folgendes zu beurteilen:

  • A (= Atemwege): können die oberen Atemwege selbständig offengehalten werden (insb. bei Bewusstseinsstörung)? oder sind die Atemwege gefährdet verlegt?
  • B (= (Be)Atmung): 
    • Atemfrequenz: liegt eine Tachypnoe (erhöhte Atemfrequenz; Erwachsene:  > 20/min; Kinder: > 25/min) vor? Dieses ist häufig das erste Zeichen einer Ateminsuffizienz (Atemschwäche) bei Kindern?
    • Atemarbeit: Zeichen einer vermehrten Atemarbeit sind interkostale ("zwischen den Rippen"), subkostale ("unterhalb einer Rippe") und sternale (Brustbein-zugehörig) Einziehungen, Nasenflügeln und Einsatz der Atemhilfsmuskulatur.
    • Atemzugvolumen: Seitendifferenzen weisen auf einseitige Prozesse hin (z. B. abgeschwächtes Atemgeräusch und hypersonorer Klopfschall bei Pneumothorax)
    • Oxygenierung (Versorgung mit Sauerstoff): Messung per Pulsoxymetrie (Messung der Sauerstoffsättigung (SpO2des arteriellen Blutes sowie der Pulsfrequenz; Zielbereich: 94-98 %); falls dieses nicht mittels Reservoirmaske, dass eine Sauerstoffkonzentration von 95-98 % ermöglicht, erreicht wird, liegt eine bedrohliche Oxygenierungstörung vor.
  • C (= Circulation/Kreislauf): Tachykardie (zu schneller Herzschlag: > 100 Schläge pro Minute) tritt kompensatorisch fast immer bei einer Atemstörung auf; diese wird häufig verstärkt durch Fieber und Volumenmangel
  • D (= Disability/neurologischer Zustand): Auftreten einer Bewusstseinseintrübung infolge einer fortschreitenden Hypoxie (Sauerstoffmangel) oder Hyperkapnie (erhöhter Kohlendioxidgehalt im Blut); als kritisches Zeichen Auftreten von Verwirrtheit, Agitiertheit oder auch Benommenheit

Sichere Todeszeichen

Beachte: 

  • Weder fehlender Puls, noch fehlende Atmung ist ein sicheres Todeszeichen. Dieses gilt ebenfalls für die  Nulllinie im EKG (= unsicheres Todeszeichen)

Sichere Todeszeichen sind:

  • Frühe Veränderungen
    • Totenflecke (Livor mortis) – Die ersten Totenflecken entstehen ca. 20-30 Minuten nach dem Kreislaufstillstand.
    • Totenstarre (Rigor mortis; Leichenstarre)  – Die Totenstarre tritt sequentiell nach der Nysten-Regel ein:
      • nach ca. 1-2 Stunden an den Augenlidern,
      • nach 1-2 Stunden an Kiefer/Kaumuskeln kleinen Gelenken
      • Hals/Nacken 
      • obere Extremität
      • untere Extremität
      • bei Zimmertemperatur ist die Totenstarre nach ca. 6-12 Stunden voll ausgeprägt (bei Hitze schneller, bei Kälte langsamer).  
    • Mit dem Leben nicht vereinbare Verletzungen (z. B. Trennung von Kopf und Rumpf)
  • Späte Veränderungen
    • Putrefaktion (Synonyme: Putreszenz, PutrefizierungBeginn der Verwesung: Verfärbungen, Geruchsänderung und Verflüssigung) und Verwesung
    • Besiedelung des größten Teils des Körpers durch Fliegen- und Käfermaden, Ameisen etc.
    • Adipocire (= Leichen- oder Fettwachsbildung unter Luftausschluss)
    • Mumifizierung des Körpers (z. B. trockene Umgebung)

Zur Eingrenzung des Todeszeitpunktes muss die Bestimmung der Körperkerntemperatur und der Umgebungstemperatur vorgenommen werden.

Beachte: Falls keine sicheren Todeszeichen vorliegen, ist mit einer umgehenden Reanimation zu beginnen!

Leitlinien

  1. ERC-Leitlinien: Leitlinien zur Reanimation 2015 des European Resuscitation Council. Notfall Rettungsmed 2015 · 18:655-747 doi 10.1007/s10049-015-0097-6
     
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